Was ist eigentlich Pfingsten?

Pfarrer Matthias Mücke erklärt den christlichen Feiertag rund um die Kirchengründung

Für viele Spandauer bedeutet Pfingsten allenfalls ein willkommenes verlängertes Wochenende. Wie hinter den meisten deutschen Feiertagen steckt aber auch hinter Pfingsten eine christliche Bedeutung. Für Pfarrer Matthias Mücke von der katholischen Kirche Maria, Hilfe der Christen ist es vor allem ein Fest der Ökumene.

Für Pfarrer Mücke

Für Pfarrer Mücke ist Pfingsten ein Fest der Ökumene.

Aus einem verängstigen Haufen werden Glaubenszeugen

Der Name Pfingsten leitet sich vom griechischen pentekoste, dem 50. Tag ab. Denn das Fest der Entsendung des Heiligen Geistes wird 50 Tage nach Ostern gefeiert, wobei der Ostersonntag schon als erster Tag in der Zählung gilt. Die Geschichte von Pfingsten beschreibt Pfarrer Mücke so: „Nachdem Jesus an Ostern von den Toten auferstanden ist, hatten die Jünger Probleme damit, dies zu glauben. Aus Angst, selbst gekreuzigt zu werden, wenn sie den Glauben weiter vertreten würden, versteckten sie sich. An Christi Himmelfahrt kehrt Jesus zu seinem Vater in den Himmel heim und sagt aber, dass er uns nicht allein lassen wird. An Pfingsten sendet er den heiligen Geist herab.“ Dabei muss man beachten, dass nach christlicher Auffassung Gott aus der Dreieinigkeit Vater, Sohn und Heiliger Geist besteht. Die Jünger sprachen auf einmal in verschiedenen Sprachen – die Umkehrung der babylonischen Sprachverwirrung – und verkündeten das Evangelium. „Der Heilige Geist hat aus dem verängstigten Haufen Menschen gemacht, die ihren Glauben lebendig in der Öffentlichkeit verkündeten“, erklärt Mücke. Da Kirche, so sagt er, vom  öffentlichen Zeugnis geben über den Glauben lebt, ist Pfingsten der Geburtstag der Kirche.

Streitpunkt Papst

In der Kirche Maria, Hilfe der Christen

In der Kirche Maria, Hilfe der Christen finden sich jeden Sonntag 1200 gläubige Katholiken ein. Fotos(2): Kirsten Stamer

An Pfingsten wird in Deutschland seit Jahrzehnten versucht die Einheit der Kirche zu leben“, erklärt Mücke. Dabei trennen vor allem die katholische und die evangelische Kirche seiner Meinung nach vor allem immer noch die verschiedene Auffassung vom Abendmahl, als Brot und Wein oder Blut und Fleisch Christi, und die Meinung über das Amt des Papstes: Unfehlbarer Nachfolger Petrus oder einfach das gewählte Oberhaupt der Katholiken.

“Die Kirche denkt in Jahrhunderten”

Pfarrer Mücke hofft jedoch, dass sich die Kirchen in diesen Punkten weiter annähen werden, wenn auch nicht in den nächsten Jahren. „Es gibt so ein Sprichwort“, sagt er, „die Kirche denkt in Jahrhunderten.“ Der Kontakt zu den evangelischen Geistlichen in Spandau ist jedenfalls gut und auch ökumenische Gottesdienste und Projekte, wie adventliche Andachten oder gemeinsame Weltgebetstage finden regelmäßig statt. An diesem Pfingstmontag gibt es auch wieder zwei ökumenische Gottesdienste. In der evangelischen Sankt Nikolaikirche feiern die Katholiken der Kirche Maria, Hilfe der Christen mit, in Sankt Lambertus wird dagegen die evangelische Gemeinde der Wichern-Radeland-Kirche erwartet.

Da jedoch  von Gott nur eine einzige Kirche gegründet wurde, hofft Mücke, dass die Verwirrung mit den verschiedenen Konfessionen vorübergeht. „Wir müssen weiterbauen an der einen gemeinsamen Kirche.“  Mit der gelebten Ökumene in Spandau ist er auf dem besten Wege.

Kirsten Stamer

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Zu finden unter: KirchenNews

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