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Weihnachten, mehr Konsum, als der Geldbeutel verträgt

Schuldenatlas zeigt für Spandau einen negativen Rekord

Konsum wird zur Schuldenfalle (Foto: Ralf Salecker) [1]

Konsum wird zur Schuldenfalle (Foto: Ralf Salecker)

Während die ganze Welt mit den Problemen der Finanzkrise zu kämpfen hat, scheint Deutschland fast unbeeindruckt seine Wirtschaftsentwicklung steigern zu können. Sogar die Binnennachfrage ist inzwischen gestiegen. Anscheinend geben aber immer mehr Menschen Geld aus, was sie nicht haben. Die Untersuchungen der Creditreform betrachtet die Überschuldung von Erwachsenen in ganz Deutschland. Berlin kommt dabei auf Platz 2 der Schuldnerskala. Rund jeder 10. Erwachsene kann seine Verbindlichkeiten nicht mehr bestreiten. Schaut man sich die Bezirke an, dann weist Spandau die zweithöchste Schuldnerquote auf, Gatow und Kladow einmal ausgenommen.

Wie kann das sein?

Eine immer noch prosperierende Wirtschaft, dazu sinkende Arbeitslosenzahlen, da kann doch eigentlich nichts schiefgehen. Anscheinend doch! Denn, wie üblich, zeigen blanke Zahlen nur das, was man vorgaukeln will. In diesem Fall entwickelt sich der Arbeitsmarkt nicht für alle gleichermaßen positiv. Eine große Anzahl von Tätigkeiten sind entweder schlecht bezahlt, keine Vollzeitjobs oder beides. Arbeitgeber schalten die Betriebsräte aus, indem sie Arbeitskräfte nur noch über Werkverträge anstellen – nachdem im Bereich der missbrauchten Zeitarbeit nachgebessert werden musste. Das System prekärer Arbeitsverhältnisse scheint nicht zu stoppen.

Die prosperierende Wirtschaft in den letzten Jahren hat zu einem gewissen Nachholbedarf im Konsumverhalten geführt. Dabei sind besonders diejenigen besonders für Anschaffungen anfällig, über die eigene Leistungsgrenze hinausgehen, die in prekären Arbeitsverhältnissen sind. Neben dem Nachholbedarf greift auch die Vorstellung, das eigene Geld lieber in materielle Güter anzulegen, als es bei niedrigen Zinsen zu einem Opfer der Inflation werden zu lassen.

Konsumfalle

Die Feststellung, was als „wertvoll“ angesehen wird, ist dabei sehr unterschiedlich. Zudem führt der Drang nach elektronischen Statussymbolen zu einer „Lustbefriedigung“, die offensichtlich jegliche rationale Handlung blockiert.

Während in den Jahren zuvor Arbeitslosigkeit einer der Hauptauslöser für Überschuldung war, ist nun das aus dem Ruder laufende Konsumverhalten die Ursache mit dem größten Steigerungsfaktor. Im Vergleich zum Vorjahr, wird für das Konsumverhalten als Schuldenfalle eine Steigerung von 31 % prognostiziert. Besonders anfällig scheint die Altersgruppe der 20 bis 29-jährigen. Für den Faktor Arbeitslosigkeit ist dagegen ein Rückgang von 15 %, im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Fast gleichauf zum Konsumverhalten, nehmen auch Scheidungen und Trennungen einen besonderen Platz ein.

„Konsumterror“ Weihnachten

Nicht unerheblich wird der Anteil der kommenden Feiertage sein, wenn am Ende des Jahres Kassensturz gemacht wird und nur ein großes Minus auf dem Konto das niederschmetternde Ergebnis ist.

Entgehen Sie der Versuchung, den Wert eines Geschenkes unabhängig seines Kaufpreises zu betrachten? Schenken Sie bewusst oder auf den letzten Drücker – und dann natürlich teuer? Muss es in diesem Jahr der Fernseher mit 2 Meter Diagonale sein oder die neueste Handy- oder Tablet-PC-Generation?

 

Ralf Salecker