28
Physiotherapie Peickert

Alle Einträge unter "Wellness & Gesundheit"

Senioren Centrum schließt Ende Juli

„Vitanas kündigt vorsorglich Mietvertrag für die Spandauer Einrichtung ´Birkenhof` wegen nicht mehr verantwortbarer baulicher Zustände“ ließ der Betreiber der Staakener Pflegeeinrichtung verlauten.

Eine böse Überraschung ist die angekündigte Schließung der Pflegeeinrichtung in der Spandauer Straße – vor allem für die dort lebenden etwa 100 pflegebedürftigen alten Menschen sowie für das haupt- und ehrenamtliche Personal. Die Schuld dafür liegt laut Vitanas ausschließlich beim Vermieter, dem Corpus Sireo Immobilienfonds. Seit zwei Jahren habe dieser versäumt, dringend erforderliche Sanierungsarbeiten durchzuführen. Beispielsweise kann durch das veraltete Rohrleitungssystem die Trinkwasserqualität im Haus nicht mehr gewährleistet werden. „Der Vorgang wirft allerdings eine Reihe von Fragen auf“, sagt Jürgen Vogt, Spandauer Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit, und nimmt empört Stellung: „Warum ist Vitanas nicht früher in einen Dialog mit dem Bezirk und der Senatsverwaltung eingetreten? Warum erfolgt die Kündigung derartig kurzfristig? Werden hier geschäftliche Interessen auf dem Rücken pflegebedürftiger Seniorinnen und Senioren ausgetragen?“

Während das Gebäude in der Spandauer Straße von außen einen guten Eindruck macht, sollen Rohrsystem und Brandschutz nicht den Maßstab erfüllen.

Während das Gebäude in der Spandauer Straße von außen einen guten Eindruck macht, sollen Rohrsystem und Brandschutz nicht den Maßstab erfüllen. Foto: Patrick Rein

Unzumutbar für Bewohner und Beschäftigte

Der Bezirksstadtrat sieht großen Klärungsbedarf: „Ich weiß, was ein erzwungener Umzug für einen alten Menschen bedeutet, auch wenn Vitanas für alles zu sorgen verspricht. Die Unruhe unter Bewohnerschaft und Beschäftigten kann ich sehr gut nachvollziehen, sie hat gerade erst begonnen.“ Der Bezirksstadtrat hat sofort Hilfe für die betroffenen Menschen angeboten. Es bleibt abzuwarten, ob Vitanas davon Gebrauch macht. Unterstützung bekommt Vogt auch von seinem Parteikollegen und Bundestagsabgeordneten Kai Wegner, der sich ebenfalls mit der Schließung  nicht zufrieden geben möchte und ankündigte, zeitnah Gespräche sowohl mit dem Betreiber als auch mit dem Eigentümer zu führen.

Hilfreiche Kontakte

Dabei soll nach den Vorstellungen Wegners auch der zuständige Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) helfen. Bereits bei der Einsparung durch den Senat des Mobilitätsdienstes des Förderervereins Heerstraße Nord konnte der Kontakt Wegeners helfen. Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzender der CDU Spandau erklärt: „Die Entscheidung des Pflegeheimbetreibers Vitanas, das Seniorencentrum Birkenhof zeitnah zu schließen, halte ich für völlig inakzeptabel. Unter dieser Entscheidung leiden insbesondere die Bewohnerinnen und Bewohner, die in den allermeisten Fällen im Birkenhof eine Heimat gefunden haben. Ihnen jetzt durch einen Umzug auch ihr vertrautes Umfeld zu nehmen, ist nicht hinnehmbar. Diese Entscheidung hat aber auch negative Auswirkungen auf die vielen sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Seniorencentrum Birkenhof. Ich fordere die Geschäftsführung von Vitanas auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen, um in Ruhe und ohne Zeitdruck erneute Gespräche mit dem Eigentümer aufzunehmen. In diesem Falle stünde ich unterstützend zur Verfügung. Ich werde auch Gesundheitssenator Mario Czaja bitten, sich in diesen Prozess mit einzuschalten. Am Ende muss es gelingen, das Seniorencentrum Birkenhof zu erhalten!“

Patrick Rein

Ab auf die Havel!

Am 20. April lädt der Ruderverein Collegia1895 e.V. in Gatow zu einem Tag des Wassersports mit Schnupper-Rudern, Drachenboot-Paddeln und buntem Rahmenprogramm.

Zwischen 13 und 17 Uhr können sich die Besucher unter fachkundiger Anleitung der Ruderausbilder von Collegia in der abwechslungsreichen und gesunden Wassersportart ausprobieren – unverbindlich und kostenfrei. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, lediglich Sportkleidung sollte mitgebracht werden. Umkleideräume und Duschen sind vorhanden. Für alle, die beim Schnupper-Rudern auf den Geschmack kommen oder schon immer mal Rudern lernen wollten, starten am 21. April ein einmonatiger Ruderkurs für Kinder und Jugendliche sowie ein zweiter Kurs für Erwachsene. Infos und Anmeldung sind sowohl am Tag des Wassersports vor Ort oder per E-Mail an info@collegia.de möglich.

Der Ruderverein Collegia in Gatow lädt am Samstag zum Tag des Wassersports ein.

Der Ruderverein Collegia in Gatow lädt am Samstag zum Tag des Wassersports ein.

Kooperationspartner vor Ort

Mit von der Partie sind am Tag des Wassersports auch die mit Collegia kooperierende Ruder AG der Bertolt-Brecht-Oberschule, der benachbarte Paddelclub Wiking sowie die „Putzdrachen“ der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) mit ihrem Drachenboot, in dem ein Trommler vom BSR-Team den Paddel-Takt angibt. „Landratten“, die lieber festen Boden unter den Füßen haben, können beim Ergometer-Wettkampf ihre Kraft und beim Trockenangeln ihr Geschick unter Beweis stellen. Für kleine Gäste wird ein Spaß-Parcours auf dem Vereinsgelände organisiert. Grill- und Kuchenbuffet sorgen fürs leibliche Wohl.

Mit dem Boot raus auf die Havel.

Mit dem Boot raus auf die Havel. Fotos (2): Collegia

Breiten-, Leistungs- und Gesundheitssport

Collegia ist ein „Familienverein“ mit rund 130 Mitgliedern aller Altersstufen, denen ein breites Angebot an Ruder- und Ausgleichssportterminen zur Verfügung steht.  Spitzensportler wie Lars Wichert (Weltmeister 2012, Doppelweltmeister 2010) und  Thorsten Engelmann (Weltmeister 2006) haben hier das Rudern gelernt. Derzeit konzentriert sich der an der Unterhavel gelegene Verein auf das Rudern als Freizeit- und Gesundheitssport. Doch auch Ambitionierte kommen bei Collegia auf ihre Kosten: Während der Nachwuchs mit dem Ziel der Bundeswettbewerb-Teilnahme für den Landesentscheid trainiert, können die Erwachsenen beim sportlichen Frührudern an ihrer Technik feilen und sich bei Regatten wie „Quer durch Berlin“, „Rund um Wannsee“ oder dem achtstündigen Hamburger Staffelrudern ins Zeug legen.

Anfahrtsweg

Auf dem Landweg ist der Ruderverein Collegia im Pfirsichweg 9-11 in 14089 Berlin sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus X34 bis Emil-Basdeck-Straße oder Bus 134 bis Pfirsichweg) als auch per Auto (Zufahrt zum Parkplatz über Bardey- und Rothenbücherweg) gut zu erreichen.

Patrick Rein

Havelklinik unter neuer Flagge

Die Artemed Klinikgruppe übernimmt die Spandauer Havelklinik.

Immer wieder gelingt es der Spandauer Havelklinik ihre überdurchschnittliche Qualität unter Beweis zu stellen: Ausgezeichnet durch die Techniker Krankenkasse, exzellente Bewertungen seitens der AOK-Versicherten und Bestnoten in relevanten Online-Portalen . Um dies auch in Zukunft in einem wettbewerbsintensiven Umfeld fortführen zu können, hat die Geschäftsführung der Klinik eine wegweisende Entscheidung getroffen: Zum 1. April ging die Havelklinik in die Hände der Artemed Klinikgruppe über.

Die Havelklinik in der Gatower Straße erreicht in verschiedenen Erhebungen Bestnoten.

Die Havelklinik in der Gatower Straße erreicht in verschiedenen Erhebungen Bestnoten. Foto: Patrick Rein

Gesundheitswesen im Konkurrenzkampf

„Wir haben uns in letzter Zeit intensiv mit der Frage befasst, wie die langfristige Existenz und die medizinische Exzellenz der Havelklinik gesichert werden kann“, erklärt Dr. Thomas Leucht, geschäftsführender Gesellschafter der Havelklinik in zweiter Generation. „Dabei erschien uns neben der Ausweitung und Optimierung des Leistungsgeschehens vor allem die Suche nach einem geeigneten, größeren Kooperationspartner sinnvoll, der unserem Haus wichtige Synergie- und Skaleneffekte bieten kann. In einem Verbund sehen wir die Havelklinik für die Zukunft einfach am besten aufgehoben.“

Guter Ruf verpflichtet

Mit insgesamt acht chirurgischen Fachbereichen beteiligt sich die Havelklinik seit über 30 Jahren erfolgreich an der medizinischen Versorgung der Berliner Bevölkerung. Das Haus erzielte 2011 bei einer bundesweiten Patientenbefragung der Techniker Krankenkasse unter 41 Berliner Kliniken den ersten Rang. Im Mai 2012 bescheinigte auch die AOK der Havelklinik höchste Qualität im Bereich Gelenkersatz und im Oktober 2012 wurde die Havelklinik als erstes EndoProthetikZentrum in Berlin zertifiziert. Auf dem Vergleichsportal Klinikbewertungen.de erhält die medizinische Behandlungsqualität die maximale Punktzahl.

Dr. Thomas Leucht und Dr. Benjamin Behar.

Dr. Thomas Leucht und Dr. Benjamin Behar. Foto: Artemed

Perfekte Partnerschaft

„Die Qualität der medizinischen Leistung und das Wohlbefinden jedes Patienten als wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses stand immer im Mittelpunkt unseres Handelns“, kommentiert Dr. Leucht die positive Resonanz der Bevölkerung. Entsprechend aufwändig und strukturiert habe man die Suche nach einem geeigneten Käufer gestaltet. Nach eigenen Angaben kristallisierte sich dabei die Artemed Gruppe zum idealen Partner heraus, denn:  Beide setzen einen wesentlichen Schwerpunkt auf die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Geboren und wohnhaft in Berlin

Der Artemed-Konzerngeschäftsführer Dr. Benjamin Behar ist dabei mit den Gesundheitsstrukturen der Hauptstadt bestens vertraut. Der zweifache Familienvater promovierte 2008 an der Freien Universität Berlin und ist für diese seit 2009 als Lehrbeauftragter im Bereich Gesundheitsmanagement tätig. Seine operative Leitungserfahrung bringt er nun auch in die Geschäftsführung der Havelklinik ein. „Selbstverständlich sind wir mit der Havelklinik in erster Linie wegen ihres hervorragenden medizinischen Renommees in Verhandlungen getreten“, so Dr. Benjamin Behar. „Mit Berlin als Standort geht für mich jedoch auch ein ganz persönlicher Traum in Erfüllung.“

Patrick Rein

Frohe Weih… Verzeihung, Ostern …

Jeder nur ein Ei?

Eischnee einmal anders (Foto: Ralf Salecker)

Eischnee einmal anders (Foto: Ralf Salecker)

Niemand kann genau sagen, warum gerade zu Ostern das „Osterei“ so von Bedeutung ist. Eine ganze Reihe kultureller Einflüsse haben Eingang in diesen Brauch gefunden. Fakt ist, für viele scheint Ostern ohne Eier nicht vorstellbar zu sein. Klar ist nur, der Osterhase bringt sie nicht! Oder? Die meisten von uns kaufen sie in Supermärkten. Ein Umstand, der nach den Bio-Ei-Skandalen der letzten Zeit nicht zur allgemeinen Sicherheit beiträgt. Die Ziffer „0“, eigentlich ein Zeichen für Bio-Eier gibt heute leider keine Gewissheit über eine ökologische Herkunft.

Milliarden Eier werden jährlich verzehrt

Der Bedarf an Eiern zur Osterzeit explodiert geradezu. Es ist eine logistische Meisterleistung, diesem Bedarf mit einer passenden Anzahl von Eiern zu begegnen. Mit einem Alter von etwa zwei Monaten legen Hühner die meisten Eier, entsprechend vorher müssen sie also in den Stall. Wer billig kaufen will, kann mit Sicherheit davon ausgehen, Ware aus überfüllten Ställen zu bekommen. Etwa 210 Eier werden in Deutschland pro Kopf verzehrt. Das macht im Jahr 16,8 Milliarden Stück. Bei dieser Anzahl kann sich jeder ausrechnen, dass Tricksereien ein lohnendes Geschäft sind. Diese große Zahl ist durch Inlandsproduktion nicht mehr zu decken. So sollen 2009 etwa 7 Milliarden Eier importiert worden sein.

Warum eigentlich Ostern?

Ostern wurde schon zu vorchristlichen Zeiten gefeiert. Es war ein Fest, welches den Ausgang des Winters oder besser, den Beginn des Frühlings feierte. Eine Zeit der beginnenden Fruchtbarkeit und der Erneuerung. So ist es nur verständlich, dass so ein einschneidendes Ereignis im Jahr auch mitchristlichen Bräuchen belegt wurde. Das christliche Osterfest hat seine Wurzeln im jüdischen Pessach-Fest, der Feier zum Auszug des Auszuges aus Ägypten. Mit der Festlegung des ersten Sonntages nach dem Frühjahrsmondes als Ostersonntag sollte bewusst eine Unterscheidung zum Pessach-Fest geschaffen werden. Die Opfertiere des Pessach-Festes und der Opfer-Tod von Jesus Christus stehen in diesem Zusammenhang synonym für die Bewahrung vor dem Unheil.

Cholesterin, das große Übel?

Früher hat man Cholesterin generell verteufelt. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Gesunde Menschen werden von größeren Cholesterinmengen nicht negative beeinflusst. Auch wenn schon das Eigelb selbst mehr Cholesterin enthält, als die empfohlene Tageshöchstmenge, muss niemand Bange haben, wenn er zu Ostern kräftig zuschlägt. Selbst Menschen mit erhöhten Cholesterin-Werten dürften ausnahmsweise etwas über die Stränge schlagen, wenn sie sich ansonsten halbwegs vernünftig ernähren. In der Woche sollte man in der Regel nicht mehr als zwei Eier verzehren. Über die Osterfeiertage darf also ohne Angst geschlemmt werden.

Ach ja, hart gekochte gefärbte Eier mit unbeschädigter Schale sind bei Zimmertemperatur etwa zwei bis drei Tage haltbar, im Kühlschrank sind es etwa drei Wochen.

Frohe Ostern!

 

Ralf Salecker

Wie krank machen Spandaus Wohnungen?

Bürgerinnen und Bürger verlangen umfangreiche Informationen der Wohnungsbaugesellschaften über krankheitserregendes Baumaterial.

Am Montag hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz Experten und interessierte Spandauerinnen und Spandauer zur Diskussion über Asbest in Bodenbelägen geladen. Zwar folgte kein Vertreter der einzelnen Wohnungsbaugesellschaften der Einladung, dafür nahm der Rechtsanwalt Sven Leistikow – welcher im Januar ein Urteil bezüglich Schadensersatzforderungen auch bei einer späteren Erkrankung in Folge von Asbest vor dem Landgericht erringen konnte – an der Veranstaltung teil.

Die Diskussion über Asbest fand hohen Zuspruch im Gemeindesaal der Zufluchtskirche in der Westerwaldstraße.

Die Diskussion über Asbest fand hohen Zuspruch im Gemeindesaal der Zufluchtskirche in der Westerwaldstraße.

Eine Faser reicht

Noch während der dreijährigen Verhandlung ging der Anwalt von einem Einzelfall aus, doch die Flex-Platten wurden jahrzehntelang flächendeckend verwendet. Ein darin enthaltener Asbestbaustoff wurde erst 1993 verboten. Brechen diese Platten oder werden beschädigt – und Experten sagen, dass jede Platte irgendwann bricht – reicht schon eine Faser aus um zu einer schwerwiegenden Erkrankung zu führen, welche jedoch erst Jahre später auftreten kann. Durch das Urteil besteht jetzt in einem solchen Fall ein Rechtsanspruch zum Schadensersatz. Wie viele Wohnungen in Spandau betroffen sind, ist weiterhin offen.

Wohnungsbaugesellschaften reagieren

Mittlerweile haben sich auch die ersten größeren Wohnungsbaugesellschaften dem Problem angenommen. Die Mieter der Gewobag haben bereits entsprechende Informationen erhalten, die GSW teilte uns mit, dass auch sie in der kommenden Woche einen Informationsbrief an alle Mietparteien verteilen lässt. Ein Austausch der Platten wird jedoch nur bei Beschädigung vorgenommen, da Unbeschädigte keine Gesundheitsgefährdung darstellen würden. Von der GSW werden in Spandau über 12.000 Wohnungen betreut.

Rechtsanwalt Sven Leistikow, Martin Schmidt vom BBU sowie Bundestagsabgeordneter Swen Schulz (v.li.) standen für Fragen zur Verfügung.

Rechtsanwalt Sven Leistikow, Martin Schmidt vom BBU sowie Bundestagsabgeordneter Swen Schulz (v.li.) standen für Fragen zur Verfügung.

Umfassende Aufklärung

Als Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften nahm Martin Schmidt vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) an der Veranstaltung teil, welcher jedoch nicht für das Vorgehen der einzelnen Mitglieder sprechen konnte, sondern nur über die vom Verband vorgeschlagene Vorgehensweise informierte. Deutlicher mit seinen Forderungen wurde neben den Bürgerinnen und Bürgern auch der Vertreter des Berliner Mietervereins Jürgen Wilhelm, Bezirksleiter für Spandau: „Wir fordern eine umfassende Information der Mieter über alle in den Wohnungen verwendeten Baustoffe. Nicht nur der Flex-Platten. Die Mieter haben ein Recht zu erfahren, welche gesundheitsgefährdenden Stoffe auch unter anderem in der Dämmung enthalten sind.“

Eine Frage des Geldes

Dieser Ansicht schloss sich auch Ordnungsamtsstadtrat Stephan Machulik (SPD) an, der darauf verwies, dass die Gesundheit keine Frage des Geldes sein dürfe. Da eine solche Bestandsaufnahme aber finanziell in die Millionen gehen würde, wird dies von den verschiedenen Gesellschaften jedoch nicht in Erwägung gezogen. Und eine bezirkliche Einflussnahme ist durch die geringe Anzahl städtischer Wohnungsunternehmen kaum noch möglich. Swen Schulz fordert dennoch: „Es muss schnell eine klare verlässliche Bestandsaufnahme vorgenommen werden, welche Wohnungen in Spandau betroffen sind.“

Patrick Rein

Gatower Freibad bleibt dieses Jahr geschlossen

Schließung des Kombibades Süd an der Gatower Straße auch über die Sommermonate sorgt für Empörung.

Zwar ist Spandau einer der wasserreichsten Bezirke Berlins, doch bei seinen Schwimmbädern läuft seit Jahren vieles schief. Nun teilten die Berliner Bäder-Betriebe im Rahmen der letzten Sitzung des Sportausschusses dem zuständigen Stadtrat Gerhard Hanke (CDU) mit, dass in diesem Jahr – im Gegensatz zu den bisherigen Planungen – keine Öffnung des Sommerbades im Kombibad Spandau Süd, besser bekannt als „Gatower“,  stattfinden wird.

Keine Öffnung des Sommerbads an der Gatower Straße in diesem Jahr möglich.

Keine Öffnung des Sommerbads an der Gatower Straße in diesem Jahr möglich.

Betrieb des Bades nicht möglich

In der Schwimmhalle des Kombibades Spandau Süd werden seit dem letzten Jahr Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, die zu einer voraussichtlichen Schließung bis 2014 führen. Geschlossen für den Schwimm- und Trainingsbetrieb war das Bad aber schon länger. Nun wurde bekannt, dass eine Trennung der Wasserkreisläufe zwischen Sommerbad und Schwimmhalle nicht bis zum Beginn der Badesaison hergestellt werden kann. Somit ist ein technischer Betrieb des Sommerbades infolge der Bauarbeiten nicht möglich und es kann kein Badebetrieb im Sommerbad angeboten werden. Stadtrat Gerhard Hanke führt aus: „Nachdem der Bezirk jahrelang mit der Sanierung der Schwimmhalle im Kombibad Spandau Süd hingehalten wurde und durch die Schließung sowohl die Öffentlichkeit als auch die Vereine erhebliche Einschränkungen hinnehmen mussten, sorgen die Berliner Bäder-Betriebe mit der Ankündigung der Nichteröffnung des Sommerbades in diesem Jahr für einen weiteren negativen Paukenschlag. Noch vor wenigen Wochen wurde uns auf Anfrage erklärt, dass der Betrieb des Sommerbades in diesem Jahr gewährleistet sei.“

Sanierungs- und Baumaßnahmen sorgen für eingeschränkten Badespaß.

Sanierungs- und Baumaßnahmen sorgen für eingeschränkten Badespaß. Fotos (2): Patrick Rein

Frühzeitiger Hinweis durch Bäder-Betriebe

Auf Nachfrage erklärte uns Matthias Oloew, Leiter Presse und Kommunikation der Berliner Bäder-Betriebe: „Wir hatten bereits im Dezember darauf hingewiesen, dass der zeitliche Rahmen äußerst eng ist und es demnach zu einer Nichtöffnung kommen könnte. Wir bedauern zutiefst diesen Schritt jetzt gehen zu müssen und wenn auch nur ein kleiner Trost wird das Bad in Staaken dafür in den Sommermonaten länger geöffnet haben.“ Zu den Verzögerungen kam es, da die Senatsverwaltung erst mit achtwöchiger Verspätung die entsprechenden Förderungsgelder zur Verfügung stellte. Die bezirkliche Baugenehmigung lag bereits vor. Außerdem konnten durch den ungewöhnlich harten und langen Winter bauliche Maßnahmen nicht fortgesetzt werden, was zu einem nicht mehr einzuholenden Rückstand führte. Geplant war, das Kombibad Süd für acht Wochen zu öffnen, ein Betrieb von lediglich einem Monat sei hingegen wirtschaftlich nicht zu vertreten.

Damit besteht für den gesamten Bezirk Spandau in diesem Jahr nur die Möglichkeit das Stadtbad Nord in der Radelandstraße und das Sommerbad in Staaken-West ab dem 11.05.2013 zu nutzen.

Patrick Rein

Von Falkensee nach Spandau

Am Sonntag ist es wieder so weit: der 24. Lauf der Sympathie eröffnet die Laufsaison und Sportjahr 2013.

Spandau hat viele Traditionen und eine davon ist bereits seit der Wiedervereinigung der Lauf der Sympathie von Falkensee nach Spandau. Auch wenn das Wetter momentan noch nicht wirklich zum anziehen der Laufschuhe einlädt, liegen dem Team um Organisator Klaus Scholz zahlreiche Meldungen vor. Und wer sich erst jetzt zu einer Teilnahme entschließt, kann sich am Freitag und Samstag noch nachmelden.

Am Freitag und Samstag sind noch Nachmeldungen möglich.

Am Freitag und Samstag sind noch Nachmeldungen möglich.

Nachmeldungen im Rathaus

Kurzentschlossene können sich für die 10 oder 5 Kilometer am Freitag von 16 bis 18.30 Uhr und Samstag von 10 bis 15 Uhr im Rathaus bei der Startnummernausgabe je nach noch vorhandenen Kapazitäten anmelden. Eine Meldung am Veranstaltungstag ist nicht mehr möglich. Der Start für die 10 Kilometer findet um 11 Uhr an der Stadthalle Falkensee statt und ist für alle Altersklassen ab 11 Jahren offen. Zusätzlich bietet sich der 5 Kilometer Einsteigerlauf für alle Teilnehmer an, die im Rahmen eines großen Volkslaufes etwas von der einmaligen Atmosphäre schnuppern möchten, nach dem Winter aber noch keine längeren Strecken absolvieren können. Die Läuferinnen und Läufer des 5 Kilometerlaufs starten nach der Spitzengruppe des Hauptlaufes gegen 11.15 Uhr an der Falkenseer Chaussee Ecke Stadtrandstraße.

Bei der Sportlerehrung zeigten die Nachwuchs-Cheerleader spontan ihr Können.

Bei der Sportlerehrung zeigten die Nachwuchs-Cheerleader spontan ihr Können.

Spandau ist sportlich

Über den Lauf der Sympathie hinaus zeichnet sich der Bezirk auch weiterhin als besonders sportlich aus. Die von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport aktuell herausgegebene Vereinsmitgliederstatistik hat den Ruf Spandaus als „Sportstandort“ erneut bestätigt. So sind 171 Sportvereine und 12 Betriebssportgemeinschaften mit insgesamt 46 225 Mitgliedern im Bezirk ansässig, das heißt rund 21 Prozent der Spandauer Bevölkerung sind in Sportvereinen tätig. Bei der Gesamtzahl der Mitglieder wird berlinweit bereits der fünfte Platz belegt. Im Verhältnis zu den melderechtlichen Einwohnerzahlen der Bezirke ergibt sich sogar ein normierter Index von 1,23 und der 2. Platz hinter Charlottenburg-Wilmersdorf.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und Stadtrat Gerhard Hanke würdigten die sportlichen Leistungen der Spandauer Vereinssportler überregional.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und Stadtrat Gerhard Hanke würdigten die überregionalen sportlichen Leistungen der Spandauer Vereinssportler. Fotos (3): Patrick Rein

Sportlerehrung im Gotischen Saal

Neben dem Breitensport kann der Bezirk aber auch im Leistungssport immer mehr Erfolge aufweisen. So muss die Sportlerehrung mittlerweile durch deren Vielzahl zweigeteilt werden. Den Anfang machte dabei am 1. März die Würdigung der insgesamt 64 Erst- bis Drittplatzierten bei Welt- und Europameisterschaften, der fünf Olympia– und Paralympicsteilnehmer/innen sowie die Auszeichnung von vier besonderen Sportfunktionären aus Spandauer Vereinen im Gotischen Saal der Zitadelle. Die regionalen Erfolge werden dann zusätzlich beim Sommerfest Mitte des Jahres gewürdigt. Der Bezirk und allen voran Sportstadtrat Gerhard Hanke legen großen Wert auf die offizielle Auszeichnung und setzen sich daher trotz Sparzwangs für dessen Fortsetzung ein: „Sowohl die große Anzahl von über 500 Sportlerinnen und Sportlern, die im Durchschnitt jedes Jahr herausragende Platzierungen bei den Berliner und Deutschen Meisterschaften sowie bei Europa- und Weltmeisterschaften belegen, als auch die aktuellen statistischen Vereinsdaten belegen eindrucksvoll, dass der Bezirk Spandau nicht nur innerhalb Berlins, sondern auch weit über die Stadtgrenzen hinaus einen besonderen Ruf als Sportstandort besitzt.“

Patrick Rein

Bio aus Spandau

Trotz momentan kursierendem Bioskandal fiel der Startschuss für SpeiseGut – wo sich jeder selbst verwirklichen und mitwirken kann

In Gatow wird jetzt das erste Berliner Projekt im Rahmen der Solidarischen Landwirtschaft Regionale, ökologische und verantwortungsvolle Landwirtschaft frei von Agrarsubventionen, Gentechnik und dem Einfluss von Großkonzernen: In Spandau wird diese Vision mit dem Projekt „SpeiseGut“ jetzt Wirklichkeit. Am 20. Februar 2013 wurde dem Initiator Christian Heymann vom Bezirksamt sowie dem Landschaftspflegeverband Spandau eine drei Hektar große Anbaufläche zur Bewirtschaftung und Pflege auf dem Gelände der ehemaligen Hofstelle Havelmaten im Ortsteil Gatow zur Verfügung gestellt. Produkte zur Versorgung von rund 150 Personen werden hier künftig angebaut.

Foto: Speisegut

Foto: Speisegut

Grundprinzip: Solidarische Landwirtschaft

Mit seinem Projekt SpeiseGut orientiert sich der Landwirt Christian Heymann an den
Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Wirtschaftsgemeinschaft“ erhalten für einen monatlichen, über ein Jahr festgelegten Beitrag wöchentliche Lieferungen der angebauten Produkte. Obst, Gemüse, Kartoffeln, Kräuter und Blumen werden nach strengen ökologischen Richtlinien ausschließlich unter freiem Himmel angebaut. Bei der Ernte wird darauf geachtet, dass alle Produkte unabhängig von Größe, Form und Farbe den Verbraucher erreichen.

Beikraut jäten, Obst sammeln, einwecken

Für den Erfolg ist SpeiseGut auf die tatkräftige Unterstützung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angewiesen. An mindestens drei Tagen im Jahr sollen sie im Rahmen von Arbeitseinsätzen beispielsweise jäten, Obst und Gemüse ernten oder Früchte einwecken. Auch bei der Auslieferung des Ertrages ist Hilfe gefragt. Im ersten Schritt sollen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bezirken Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln geworben werden. Hierzu erklärt Christian Heymann, Initiator des Projekts SpeiseGut: „Das Projekt bietet allen Interessierten die Möglichkeit, in die Abläufe eines landwirtschaftlichen Kleinbetriebes hinein zu schnuppern. Jeder kann selbst mitarbeiten und auf diese Weise sehen, fühlen und riechen, wie das von ihm gegessene Obst und Gemüse wächst und wo es herkommt. Die bisherigen Reaktionen auf das Projekt sind vielversprechend. Auf der drei Hektar großen Fläche in Havelmaten kann es jetzt richtig losgehen.“

Weitere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.speisegut.blogger.de oder auch bei Facebook

Patrick Rein

Auch schwimmen gehört zur Bildung

Auf der zweiten Station der diesjährigen Bildungstour besuchte Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank den renommierten Verein „Wasserfreunde Spandau 04“

Normalerweise stehen Schulen auf dem Programm der Bildungstour des Bürgermeisters. Daher stand beim Besuch der Wasserfreunde Spandau 04 das Kita- und Schulschwimmen im Vordergrund. Bereits seit 10 Jahren existiert das erfolgreiche Projekt des Vereins „Früher – Schwimmen – Lernen“.  Kindergartenkinder im Alter von 4 bis 6 Jahren und Schulkinder bis zur zweiten Klasse haben hier die Möglichkeit, das Schwimmen zu erlernen.

Auch heute wollen die "Spandauer" in der Wasserball-Bundesliga wieder den Gegner aus Duisburg "nass" machen.

Auch heute wollen die „Spandauer“ in der Wasserball-Bundesliga wieder den Gegner aus Duisburg „nass“ machen.

Grenzen erreicht

Es werden rund 800 Kinder, zusätzlich zu den über 3000 Vereinsmitgliedern, aus insgesamt 69 Kitas und Horten – hauptsächlich aus den Bezirken Spandau und Charlottenburg – betreut. Mit vereinseigenen Bussen werden die Kinder an der Kita bzw. Schule abgeholt und zur Schwimmhalle gefahren. Der Verein ist hiermit an seiner Kapazitätsgrenze angekommen und ist auf zusätzliche Wasserflächen, die das Land Berlin über die Berliner-Bäder-Betriebe zur Verfügung stellt, angewiesen. Ebenso erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang eine vor einigen Jahren ins Leben gerufene Stiftung, die das Projekt seit 2010 mit einer jährlichen Geldspende für sozial benachteiligte Berliner Kinder unterstützt, um auch denen die Teilnahme am Schwimmunterricht zu ermöglichen.
Zudem arbeitet der Verein gezielt mit Kindern mit Migrationshintergrund, um so den Grundstein zu legen, dass gerade diese Kinder sich mit dem Schwimmen und allgemeinen Sport vertraut machen.

Um so mit dem Ball in der Hand schwimmen zu können, muss früh mit der Schwimmausbildung begonnen werden.

Um so mit dem Ball in der Hand schwimmen zu können, sollte früh mit der Schwimmausbildung begonnen werden. Fotos (2): Patrick Rein

Rekordmeister Wasserball

Bekannt ist der Verein durch unzählige Titel im Wasserball. Zwar spielen die Wasserfreunde seit Jahren nicht mehr in Spandau sondern sind in die Schöneberger Schwimmhalle am Sachsendamm umgezogen, wo sie auch heute um 16 Uhr in der Wasserball-Bundesliga auf den punktgleichen ASC Duisburg treffen. Auch die Geschäftsstelle befindet sich mittlerweile in der Hanns-Braun-Straße in Charlottenburg. Darüber hinaus wird die Trainingsstätte des Vereins von den Sportlerinnen und Sportler der Poelchau-Oberschule, einer Eliteschule des Sports, genutzt und bietet zudem zahlreiche Schwimmkurse in den Sommerferien an. Doch die Wasserfreunde zählen sich zu Spandau und leisten in diesem Zusammenhang viel für den Bezirk – wie beispielsweise der Schwimmausbildung. Bezirksbürgermeister Kleebank hierzu: „Die alljährlich veröffentlichten Zahlen der Nichtschwimmer und verunglückten Kinder durch Ertrinken sind Anlass genug, das unentgeltliche Schulschwimmen bereits ab der ersten Klasse zu integrieren. Darüber hinaus wird so die körperliche Entwicklung der Kinder frühzeitig gefördert und entwickelt.“

Patrick Rein

Sucht Spandau den Impfpass?

Das sind doch nur Kinderkrankheiten

Immer weniger kennen den Impfpass (Bild: Wikipedia)

Immer weniger kennen den Impfpass (Bild: Wikipedia)

Hier sitze ich nun beim Arzt und warte darauf, endlich ranzukommen. Zwischenzeitlich werde ich ein wenig ungeduldig und frage die Sprechstundenhilfe, wann ich endlich zum Arzt vorgelassen würde. Selbst Patienten mit Termin müssen heute mindesten eine halbe bis dreiviertel Stunde mehr einplanen. Warten ist weiterhin angesagt. Ob denn gerade eine Epidemie mit einer speziellen Infektion grassiert, möchte ich wissen. Sie verneint. Das ist nur das übliche Schmuddelwetter. Ohne Termin muss man halt warten und hoffen. Vier Stunden später bin ich endlich am Ziel. Auch der Arzt bestätigt, dass die Kombination Saisonale Witterung und der Donnerstag ungünstig sind. Dann füllen sich die Praxen.

Kleine Rennautos

Also blättere ich durch die Zeitschriften und stolpere auch hier über Infektionskrankheiten. Manchen Infektionserkrankungen lässt sich problemlos durch rechtzeitiges Impfen vorbeugen. Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, scheint in den letzten Jahren stetig abgenommen zu haben. Oft werden Infektionskrankheiten durch die sogenannte Tröpfcheninfektionen übertragen. Da hustet, schnieft oder niest jemand und schon schießen kleine Wassertröpfchen mit enormer Geschwindigkeit durch die Gegend. 160 Stundenkilometer kann solch ein Tropfen erreichen. Viele davon fliegen umher. Einer wird sein Ziel schon treffen. Selbst beim normalen Gespräch können Erreger weitergegeben werden. Es gibt harmlose Erreger und solche, die schwere Erkrankungen auslösen.

Uns allen geht es offensichtlich so gut, dass wir immer bequemer werden. Da es manche Krankheiten in unserem Umfeld nicht mehr gibt, scheinen sie für immer mehr Menschen auch nicht mehr zu existieren. „Eine Impfung ist unnötig …“. Das meinte im Brustton der Überzeugung ein mittelalter Patient, der sicherlich nicht ohne Grund hier war, mit Blick in meine Zeitschrift. „Das sind doch alles nur Kinderkrankheiten“. So einfach ist das also?

Deutschland sucht den Impfpass

Wenn Grippewellen grassieren, wird uns bewusst, wie wichtig eine rechtzeitige Impfung mit dem richtigen Mittel ist. Für einige Menschen kann eine Grippe schwerwiegende Folgen haben. Was passiert, wenn es nicht eine Grippe, sondern Röteln, Masern oder Mumps grassieren, um ein paar Bespiele zu nennen, die wir aus unserer Kindheit kennen. Früher hatte jedes Kind seinen gelben Impfpass, in den alle Impfungen eingetragen wurden. In ihm war auch ersichtlich, wann die nächste Impfung an der Reihe war.

Der Impfunlust der Bevölkerung versucht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit einer Kampagne zu begegnen. Plakate mit der Aufschrift „Deutschland sucht den Impfpass“ weisen darauf hin. Den Anfang machte der Aufruf, sich gegen Masern impfen zu lassen. Bis 2015 soll die Krankheit in Europa ausgerottet sein. Funktionieren kann das nur, wenn möglichst viele geimpft sind. Noch im vorletzten Jahr registrierte man über 1600 Fälle von Masern, die Hälfte davon betrafen keine Kinder. Für Erwachsene können die Folgen der Erkrankung mehr als unangenehm sein. Besonders die nach 1970 geborenen scheinen über die Notwendigkeit von Impfungen entweder schlecht informiert zu sein oder beabsichtigen nicht, eine solche vorzunehmen. Gerade einmal 13 Prozent zeigen sich dazu bereit. Eine Verweigerung, der böse Folgen haben kann.

Wer wann gegen welche Krankheit geimpft werden sollte, ist aus dem aus dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission STIKO zu ersehen.

 

Ralf Salecker

Jubiläum der ersten Wohngruppe für Demenzkranke

Zwei Einrichtungen des Evangelischen Johannesstifts feiern Jubiläum die sich als spezielle Betreuungsform etabliert haben

Am 21. Februar begeht die Wohngruppe für Menschen mit Altersdemenz im Jochen Klepper Haus des Evangelischen Johannesstifts ihr 25-jähriges Jubiläum. Gleichzeitig feiert das Seniorenzentrum Caroline Bertheau seinen 10. Geburtstag. Mit diesen beiden Einrichtungen hat die Altenhilfe des Evangelischen Johannesstifts Maßstäbe in der Begleitung demenziell erkrankter Menschen gesetzt.

Johannisstift-Stiftallee-SpandauSpandauer Pilotprojekt

Die Wohngruppe im Jochen-Klepper-Haus berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse demenziell veränderter alter Menschen und verfügt über acht Plätze. Sie startete 1988 als Pilotprojekt und war eine der ersten dieser Art in Berlin. Der Erfolg führte zum Ausbau weiterer familienähnlicher Wohnformen ohne typischen Heimcharakter. Dies wurde mit der Eröffnung des 2003 eingeweihten Seniorenzentrums Caroline Bertheau realisiert, in dem es acht Hausgemeinschaften mit je acht Plätzen gibt. „In den Anfängen der Wohngruppe im Jochen-Klepper-Haus, gab es weder Literatur noch konkrete Erfahrungen zu dieser Betreuungsform“, berichtet eine Mitarbeiterin, die seit der Gründung in der Wohngruppe arbeitet.

Gemeinsam gegen Vereinsamung

Bedingt durch den demografischen Wandel, erhöhte sich die Zahl der „demenziell veränderten Menschen“ und gleichzeitig die öffentliche Aufmerksamkeit auf die spezielle Betreuungsform im Jochen-Klepper-Haus. Zahlreiche Veröffentlichungen in den Medien bezeugten den Erfolg dieser Wohnform: Die Gemeinschaft holte diese Menschen aus ihrer Vereinsamung. Sowohl im Jochen-Klepper-Haus als auch in den Hausgemeinschaften des Seniorenzentrums Caroline Bertheau wird auf die Einbeziehung der Angehörigen in den Alltag  großen Wert gelegt. „Sie sind immer willkommen, nicht nur zu den Festen, die wir gemeinsam mit ihnen und allen, die zu uns gehören, feiern. Auch spiegeln sie uns immer wieder, dass sie den Eindruck haben, dass ihre Mutter, ihr Vater sich bei uns wohl fühlen“, sagt Sabine Pohl, Leiterin Seniorenzentrum Caroline Bertheau.

Johannisstift-Logo-SpandauIn Würde alt werden

Ratsuchende erhalten unter der Telefonnummer: 030 336 09 – 300 Informationen zu Themen rund um Pflege, Wohnen, Altersmedizin und Therapie, Ambulante Dienste sowie Kursangebote. Das Beratungstelefon der Altenhilfe ist montags bis freitags von 9-17 Uhr besetzt. Die Evangelisches Johannesstift Altenhilfe gGmbH betreut ältere Menschen in der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege in Berlin, Brandenburg und Niedersachsen. Sie verfügt über Wohn- und Pflegewohnangebote sowie über Kurz- und Tagespflegeangebote. Diakonie-Stationen und ein geriatrisches Krankenhaus mit 106 Plätzen runden die Angebotspalette ab.

In den kommenden Jahren sind vier weitere Wohneinrichtungen mit Hausgemeinschaften in Berlin und dem angrenzenden Brandenburg geplant.

Patrick Rein

Grippewelle lässt nicht locker

Früher, länger und heftiger als in den Vorjahren hat die Grippezeit eingesetzt und hält ganz Deutschland vorerst im Griff

Jeder merkt es momentan in seiner Umgebung, ob in der Familie, an der Arbeitsstelle oder auf der Straße: Husten und Schnupfen oftmals mit hohem Fieber. Für diese Jahreszeit keine Seltenheit. Dennoch sehen das Robert-Koch-Institut und andere Experten Besonderheiten, denn im Gegensatz zu den Vorjahren setzt die Grippewelle dieses Mal deutlich früher ein, zudem wurden bereits über 200 verschiedene Erreger identifiziert – unter anderem auch eine Abwandlung der sogenannten Schweinegrippe.

Die Grippewelle hat Deutschland in seinem Griff und lässt vorerst nicht locker.

Die Grippewelle hat Deutschland in seinem Griff und lässt vorerst nicht locker. Foto: clipdealer.de

Bereits sieben Tote

Besonders Kleinkinder und ältere Menschen sind gefährdet, doch für eine Impfung ist es zu spät, da der Wirkstoff seine Zeit benötigt um das Immunsystem zu stärken. Die Landesgesundheitsämter verzeichnen zu diesem Zeitpunkt bereits schon sieben Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit den Grippeviren. Nach den Ferien nächste Woche wird sich der Krankheitsstand wahrscheinlich nochmals erhöhen. Experten warnen zudem davor, eine Erkrankung zu unterschätzen und versteckte Gefahren in Form von Spätschädigungen entstehen oftmals durch ein verschleppen der Krankheit und können in unterschiedlichsten Bereichen – beispielsweise neurologischen – zu Tage kommen.

Jeder kann vorbeugen

Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, gibt es zahlreiche aber meist auch schwer umsetzbare Ratschläge. Zum einen sollten große Menschenansammlungen gemieden werden ebenso wie Hände schütteln. Außerdem beugt mindestens fünf Minuten Händewaschen und das mehrmals täglich erfolgreich vor. Doch wer – außer Ärzte – wäscht sich wirklich so lang die Hände? Empfohlene drei Minuten Zähne putzen erscheinen den meisten Menschen doch schon bereits wie eine Ewigkeit. Nicht zu vernachlässigen ist auch eine ausreichende Zunahme an Vitaminen um das Immunsystem zu stärken. Entgegen weitläufiger Meinungen ist Kälte hingegen kein Krankheitsauslöser. Die Grippe wird ebenso wie andere Erkrankungen ausschließlich durch Viren übertragen. Wobei unterkühlte Füße das Immunsystem schwächen können. Generell sollte bei der Bekleidung jedoch auch weiterhin das Zwiebelsystem befolgt werden. Das heißt mehrere Textilschichten statt lediglich einer dicken Jacke beziehungsweise eines Pullovers sorgen für eine bessere Wärmeisolierung.

Patrick Rein

Machen Schockbilder aus Rauchern Nichtraucher?

Seltsame Vorstellungen der EU

Rauchen kann  tödlich sein!

Rauchen kann
tödlich sein!

Rauchen ist ungesund. Man schätzt, dass jährlich 700.000 Menschen in Europa an den Folgen des Rauchens sterben. Das ist dreimal die Bevölkerung von Spandau. Diese banale Erkenntnis wird von immer weniger Menschen bezweifelt. Keiner mit gesundem Menschenverstand wird sich dem verschließen können. Trotzdem rauchen viele weiterhin. Auf Zigarettenpackungen steht heute schon in großen Lettern „Rauchen ist tödlich“. Hält das irgendjemanden vom Rauchen ab?

Wer mit der U-Bahn in Spandau und Berlin unterwegs ist, wird feststellen, dass Rauchen dort wieder auf dem Vormarsch ist. Unverblümt werden Glimmstängel gepafft – weil die BVG nichts dagegen unternimmt.

Vor einigen Jahren kam eine Zigarettenmarke heraus, die auf tiefschwarzer Verpackung den feinsinnigen Namen Tod trug. Sie wurde ein Verkaufsrenner. Gibt es also Dinge, die Raucher vom Rauchen abhalten können? Vor Jahrzehnten begann man in Schulen Filme zu zeigen, die auf drastische Art und Weise die körperlichen Folgen des Rauchens zeigten. Eine Raucherlunge ist ein wenig appetitlicher Anblick. Die Amputation eines Raucherbeins ebenso wenig. Hat es Menschen vom Rauchen abgehalten?

EU plant Zigarettenpackungen mit Schockbildern

Nachdem große Buchstaben mit unangenehmen Folgen kaum eine Wirkung zeigten, möchte die EU den Rauchern das Rauchen mit ekligen Bildern verleiden, die den größten Teil der Zigarettenverpackung bestimmen. Übersehen kann sie niemand mehr. Selbst wer des Lesens nicht mächtig sein sollte – die Bilder sprechen eine deutliche Sprache.

  • „Raucher sterben früher“ und dazu das Bild einer Leiche im Leichenschauhaus
  • „Raucher sterben früher“ und dazu das fast ästhetisch schöne Fotos mit dem Fuß einer Leiche, an dem das klassische Schildchen hängt.
  • „Rauchen verstopft die Arterien“ und dazu das Bild einer Operation am offenen Herzen.
  • „Rauchen verursacht Lungenkrebs“ und passend dazu der Vergleich von gesunder Lunge und Raucherlunge.
  • „Rauchen macht hochgradig abhängig“ und dazu entweder das Bild einer „Suchtspritze“.
  • „Rauchen schädigt ungeborenes Leben“ …
  • Rauchen lässt die Haut altern“ und passend dazu ein verschrumpelter Apfel oder eine extrem gealterte Haut.

Letzteres könnte möglicherweise diejenigen erreichen, die sich ein ewig jugendliches Aussehen auf die Fahnen geschrieben haben, weil die Werbung dies seit vielen Jahren als einzig wahres Lebensideal verkauft. Das dürfte wohl auch der einzig messbare Erfolg sein.

Ob Rauchen ungeborenes Leben schädigt oder ob es die eigenen Kinder sind, die tagtäglich im Dunst stehen, einem abhängigen Raucher, der sich darüber keine Gedanken machen will oder dem die „persönliche Freiheit“ wichtiger ist, als die Gesundheit von Schutzbefohlenen, den wird kein Bildchen davon abhalten – nicht in Spandau oder sonst wo in Europa.

Seit Anfang dieses Jahres dürfen Australier sich an solchen Bildern erfreuen. Die Zigarettenmarke ist dann nur noch als kleines unscheinbares Symbol gestattet. Werden nun alle spontan zu Nichtrauchern oder dürfen wir eher davon ausgehen, dass ein regelmäßiger Anblick abstoßender Bilder eher abstumpfend wirkt und somit das Gegenteil bewirkt? Die Zigarettenindustrie zog gegen die Einführung solcher Bilder vor Gericht – und scheiterte.

Auch die Zusatzstoffe sollen verschwinden. Sie machen den „Geschmack“ erst attraktiv.

Zigaretten werden durchaus wegen ihrer Marke geraucht. Tritt diese völlig in den Hintergrund, könnte es zukünftig egal sein, was geraucht wird. Wenn dies dann egal ist, nimmt möglicherweise auch die Zahl der Raucher ab. 2 % weniger in 5 Jahren, so hofft die EU-Kommission.

Darum geben sich die Lobbyisten der Tabakindustrie gerade bei den entscheidenden Herrschaften in der EU die Klinke in die Hand. Manch einer musste wegen Korruptionsverdacht schon gehen. Die Bilder wollen sie inzwischen kaum mehr verhindern, vielmehr geht es um die Größe ihrer LOGOS, ihrer Marken, denn diese bedeuten Geld.

 

Ralf Salecker

Unbeschwerter Weihnachtsgenuss? Kekse und andere „Krankmacher“?

Wer billig kauft, bekommt manchmal Probleme

 

Weihnachtsgebäck, manchmal mit Vorsicht zu genießen ... (Foto: Ralf Salecker)

Weihnachtsgebäck, manchmal mit Vorsicht zu genießen … (Foto: Ralf Salecker)

Weihnachten steht nicht nur vor der Türe, sondern wird uns schon seit Monaten um die Ohren gehauen, dass uns Hören und Sehen vergeht. Während andere sich noch am Havelstrand sonnten eröffneten die Supermärkte die Weihnachtssaison. Weihnachtsgebäck bei 25 Grad im Schatten. Über Sinn und Unsinn solcher frühen Verkäufe mag man trefflich streiten. Interessant ist aber ein anderer Aspekt. Der Verbraucher mag es lieber billig, koste es, was es wolle. Darum wird auch bei den Weihnachtsnaschereien dort am häufigsten konsumiert, wo es billig ist. Alle wissen, dass billig eben nicht immer preiswert bedeutet, doch die „Geiz ist Geil“-Mentalität wirkt noch immer nach.

Manche Zimtsterne sind ungesund

Cumarin ist die Substanz, welche den Duft von Heu und Waldmeister bestimmt und auch in Parfüms gerne eingesetzt wird. In den 1950er Jahren geriet es im Rahmen von Tierversuchen in den Verdacht krebserregend zu sein. Später wurden Leberschäden durch Cumarin diagnostiziert, die aber nur bei wenigen Menschen auftraten. Die Folge waren festgelegte Grenzwerte in Lebensmitteln. Eine Korrektur nach unten erfolgte im Rahmen einer Neubewertung der Gefährlichkeit.

In den Jahren 2005 und 2006 gab es einen großen Medienrummel um Cumarin in Zimt. Überschreitungen der Grenzwerte in den Zimtsternen bis zum 40fachen wurden festgestellt. Die Lebensmittelindustrie reagierte damals erstaunlich schnell und senkte den Anteil von Cumarin. Immerhin ein Zeichen dafür, dass öffentlicher Druck durchaus zu einer Veränderung von Lebensmitteln führen kann.

Zimt ist nicht gleich Zimt. Es gibt den billigen Cassia-Zimt, der sehr hohe Cumarin-Werte aufweist und den teuren Ceylon-Zimt, in dem sich nur geringe Mengen finden. Steht nichts auf der Packung, kann man wohl vom Billig-Zimt ausgehen. Beim Pulver kann man äußerlich keine Unterschiede feststellen. Der billige Zimt in Stangenform dagegen ähnelt einer dicken Borke, während der teure aus mehreren erkennbaren Schichten besteht.

Damals hieß es, schon 20 Gramm belasteter Zimtsterne (drei Kekse) können gesundheitsschädlich für Kleinkinder und Erwachsene sein. Heute ist davon nicht mehr die Rede.

Acrylamid war in aller Munde

Wir kennen die Diskussion noch vom Grillfleisch, aber auch bei Chips. Acrylamid entsteht in einer Reaktion von Kohlenhydraten und Eiweiß, der Maillard-Reaktion. Es soll beim Menschen Krebs auslösen können. Genauere Erkenntnisse gibt es dazu bisher nicht. Eines ist sicher. Durch Absenkung der Brat-, Back- und Grilltemperatur lässt sich die Acrylamidentstehung deutlich minimieren. In Lebkuchen und anderen Weihnachtsleckereien wurde der Acrylamidgehalt in den letzten Jahren deutlich verringert. Eine Gefährdung ist also nicht zu befürchten.

Gefahr durch Adventskalender

Ende November fand die Stiftung Warentest in 24 Schoko-Kalendern für Kinder problematische Ölrückstände. Auffällig waren hier nicht nur die Billigprodukte. Mineralöle stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Quelle für die Verunreinigung war wahrscheinlich das recycelte Verpackungsmaterial. Einerseits wurde prinzipiell vor dem Verzehr gewarnt, andererseits ist es recht unwahrscheinlich, dass Kinder einen Berg von Adventskalendern verspeisen.

Fazit: Nicht alles wird immer so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Panikmache ist nicht angesagt. Trotzdem  kann ein bewusster Blick auf das was man kauft nie ein Fehler sein. Die Wahrscheinlichkeit, bei hochwertigen Produkten auf der Nase zu landen, ist

 

Ralf Salecker

Herbst in Spandau – schon geimpft?

Die Launen einer Jahreszeit

Herbst, nicht für alle gleich schön ... (Foto: Ralf Salecker)

Herbst, nicht für alle gleich schön … (Foto: Ralf Salecker)

Es ist Herbst, werden viele stöhnen. Draußen wird es kalt und regnerisch. Jetzt mag man keinen Hund mehr vor die Türe jagen. Noch schlimmer, es ist Grippe-Zeit. Mit roter und verschnupfter Nase wird eine Jahreszeit eingeläutet, die für viele eben nur die Abkehr vom Sommer bedeutet. Schüler freute es noch vor kurzem, schließlich gab es Herbstferien, auch wenn diese, wie alle Ferien, viel zu kurz ausfielen.

Grippezeit

Gerade eben ist eine Verknappung an Grippemitteln an uns vorüber gegangen. Erst drängte man uns über alle Kanäle dazu, sich schnellstens gegen den aktuellen Grippeerreger impfen zu lassen und dann dies – die Vorräte wurden an manchen Orten knapp, weil die Leute sich brav impfen ließen. Dann werden zusätzlich noch ganze Produktionschargen zurück gerufen. Drei Impfstoffe waren betroffen.

Da flockte etwas aus, hieß es. Das könnte erhebliche allergische, im Extremfall tödliche Reaktionen hervorrufen. Wer schon mit dem „Problemmittel“ Begripal geimpft wurde und nicht am selben Tag Probleme bekam, der hat auch im Nachhinein nichts zu befürchten. Angeblich soll die Firma Novartis schon länger davon gewusst haben. Auch hier kann man nur verständnislos mit dem Kopf schütteln.

Bei einem anderen Impfmittel wurde von mancher Seite das neue, noch nicht ausreichend untersuchte Produktionsverfahren bemängelt. Klassischerweise sind Hühnereier die Serengrundlage, beim neuen Verfahren dagegen Zellkulturen aus Hundenierenzellen, die sich wie Krebszellen verhalten. Das ist praktisch. Solche Zellkulturen sind technisch relativ einfach zu handhaben, vermehren sich endlos und produzieren berechenbar, das, was sie sollen.

Warum lässt man dann ein Mittel wie Optaflu auf die Menschheit los, wenn es möglicherweise nicht ungefährlich ist, wird nun manch einer fragen. Weil die Produktionsfirma und das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel versichern, dass kein Grund zur Sorge bestehe, schließlich würde am Ende des Produktionsganges keine Spur der Krebszellen im Impfmittel landen.

Sparen kann auch Probleme verursachen

Nun gab’s das Ersatzmittel während der Verknappung nicht an jeder Ecke. Weil Krankenkassen sparen wollen, kann nicht einfach jeder das Grippemittel seiner Wahl einkaufen. Im länderweise vereinbarten Großeinkauf lassen sich naturgemäß bessere Preise vereinbaren. Andere fangen da erst gar nicht erst mit der Produktion an, weil niemand etwas von ihnen kaufen darf. 16 Grippemittel haben den Segen bekommen und dürfen gekauft/verkauft werden, andere dagegen nicht. Kommt es zu Engpässen bei den wenigen Mitteln, sind diese nicht so schnell auszugleichen. Solch eine Produktion wird nicht einfach über Nacht angeworfen. Auch hier muss für zu exzessives Sparen ein Preis gezahlt werden, nicht nur wenn zu wenig Personal auf Intensivstationen arbeitet …

Impfen oder nicht impfen …

Erst einmal muss nichts überstürzt werden. Die Grippewelle, beginnt normalerweise erst Anfang Januar. Zwar sind Oktober und November, die zeitlich günstigsten Monate, um sich darauf vorzubereiten, weil nach einer Impfung 10 Tage bis zu 2 Wochen vergehen können, um einen sicheren Impfschutz sicherstellen zu können, doch bis zur eigentlichen Grippesaison ist noch ein wenig Zeit. Jeder der will, bekommt sein Grippemittel. Berlin und damit auch Spandau, sind bisher vom Engpass nicht betroffen.

 

Ralf Salecker

In Spandau erkrankte niemand wegen seines Schulessens

Wahrscheinlich waren es doch die Erdbeeren

Schuld an der Erkrankung?

Schuld an der Erkrankung?

In vielen Bundesländern bekamen mehr als 11.000 Kinder nach dem Verzehr von Schulessen Magen-Darm-Probleme. In Berlin waren Anfangs nur einige hundert betroffen. Später stieg die Zahl auf etwa 3.000. Spandau war sogar völlig frei davon. Bisher gab es keine vergleichbare Krankheitswelle durch Lebensmittel, die quer durch die Bundesländer zu den gleichen Symptomen führte.

Der Verzehr von Schulessen der Catering-Firma Sodexo soll der Auslöser gewesen sein. Schnell schienen auch die Erreger gefunden zu sein. Noro-Viren hieß es, wären die Übeltäter. Dann war lange Zeit Funkstille. Die Bestätigung ließ auf sich warten.

Noro-Viren

Die 1972 entdeckten kugelrunden Biester sind rund 35 bis 39 Nanometer (nm) klein. Zum Vergleich ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von 0,09 mm, also 90.000 nm, das wären 2.500 der Viren nebeneinander aufgereiht.

Sie sind hochansteckend, verändern sich ständig und lösen vereinfacht ausgedrückt eine Magen-Darm-Grippe aus. Neben den Rotaviren sind sie die häufigsten Auslöser für nicht bakteriell verursachte, meist harmlos verlaufende Durchfallerkrankungen, die saisonal zum Winter hin auftreten. 2007/2008 gab es fast 250.000 gemeldete Infektionen.

Für eine Infektion sind nur wenige Viren notwendig. Übertragen werden die Erreger durch Schmierinfektion, also auf Toiletten oder über kontaminierte Lebensmittel. Sie sind hart im Nehmen. Bis zu 11 Tage können sie in normaler Umgebung überleben. Temperaturen zwischen -20 bis 60 Grad Celsius überstehen sie durchaus.

Krankheitssymptome können, müssen aber nicht, nach wenigen Stunden bis zu zwei Tagen auftreten. Auch ohne die Symptome zu zeigen, kann ein Betroffener infektiös sein. Nach etwa drei Tagen ist die Erkrankung dann vorbei. Infektiös ist man weiterhin ein ganzes Weilchen. Hygiene ist also alles!

Keine Gefahr für Spandaus Kinder

Spandaus Schulen werden nicht vom Caterer Sodexo beliefert, so die Auskunft des Bezirksstadtrats für Soziales und Gesundheit, Jürgen Vogt. Es muss sich also wegen der aktuellen Erkrankungswelle niemand Gedanken darum machen, ob hier Gefahr bestehen könnte.

Experten, wie der Ernährungswissenschaftler Volker Peinelt, kritisieren grundsätzlich das System der Lebensmittelversorgung an Schulen. Anscheinend tummeln sich dort eine Reihe Billiganbieter. Den billigsten Anbieter zu wählen ist nicht immer die beste Wahl. Schulen selbst hätten bislang kein großes Interesse an einem Angebot gezeigt, bei es darum ging, kostenlos das Essen zu untersuchen. Möglicherweise ändert sich diese laxe Haltung nach den bisherigen Ereignissen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie das Robert-Koch-Institut unternahmen große Anstrengungen, die Daten auszuwerten, um eine endgültige Aussage über die Ursache geben zu können.

Tiefkühlerdbeeren aus China sind wohl die Verursacher

Zwischenzeitlich hieß es in einer Meldung, Schweinefleisch wäre der Auslöser, nun sollen es doch die tiefgefrorenen Erdbeeren aus China sein, eine Überlegung, für die es inzwischen einen Labornachweis durch das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt gibt. Das Robert-Koch-Institut erklärte die Epidemie offiziell für beendet. Neuerkrankungen hat es nach seinen Erkenntnissen keine mehr gegeben.

China ließ gerade noch über die Frankfurter Allgemeine Zeitung verlauten, mit seinen gelieferten Lebensmitteln wäre grundsätzlich alles in Ordnung.

So schnell kann’s gehen …

 

Ralf Salecker

Wenn Kartoffelchips Geflügel beinhalten

Foodwatch startet eine Aktion um die Gesetzlücke zu schließen

DiVeganer haben es in Spandau schwer

Was enthält Fleisch, was nicht? © Gabi Schoenemann / pixelio.de

Wie kann man sich heute noch Lebensmittel ohne Fleisch besorgen? Das ist doch ganz einfach, im Supermarkt gerade um Ecke gibt es doch Salat. Das Problem hierbei ist, dass viele Lebensmittel heutzutage tierische Aromen oder Vitaminenverstärker tierischer Herkunft beinhalten. Diese müssen momentan noch nicht auf der Packung angegeben werden. Gelatine und Milch findet man sogar in vermeintlich veganen oder laktosefreien Lebensmitteln wieder. Eine wahre Herausforderung für den überzeugten Veganer oder den laktoseintoleranten Käufer. Und da es in Spandau keinerlei vegane Restaurants, geschweige denn einen veganen Laden gibt, hat man auch nicht die Möglichkeit einen Abstecher in den nächstgelegenen „Veganer Laden“ zu machen, um sich beispielsweise seine proteinfreien Fruchtsäfte zu holen.

Veganer haben es in Spandau schwer

Auch wenn es nicht auf der Packung steht enthalten viele Lebensmittel Tierbestände © Holger Bach / pixelio.de

Lebensmittel mit Tierbeständen

Zur Zeit gibt es keine Deklarationspflicht für tierische Bestandteile in Lebensmitteln, so fern diese als Trägerstoffe für Aroma und Vitaminen eingesetzt werden. So findet man in Multivitaminsäften wie Hohes C oder Valensina Tiergelatine wieder die auf der Packung nicht erwähnt werden. Der Chips-Hersteller Funny-Frisch hat der Verbraucherorganisation Foodwatch mitgeteilt, dass auch er tierische Trägerstoffe einsetzt. Vom Wild bis hin zum Geflügel, die Herkunft der Tierbestände variiert von einer Chipssorte zur anderen. Auch in diesem Fall ist auf der Verpackung nichts aufgeführt. Manchmal entstammen die unerwünschten Zutaten aus produktionsbedingten Verunreinigungen. So enthalten die milchfreien Schokoladensorten Halbbitter und Marzipan von Rittersport trotz allem 0,3 bis 0,4 Gramm Milchzucker pro 100 Gramm. Auf dem Blog der Firma werden sie jedoch an Veganer weiterempfohlen mit der Begründung: „Diese enthalten keine Milchbestandteile“. Ein wahrer Albtraum für Menschen mit Laktoseintoleranz.

Veganer haben es in Spandau schwerFoodwatch setzt sich gegen die Gesetzeslücke ein

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat eine E-Mail Aktion gestartet, die für eine gesetzliche Deklarationspflicht wirbt. Sie fordern Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) auf, die bestehende Gesetzeslücke ein für alle Mal zu schließen. Oliver Huizinga von Foodwatch führt empört aus:

„Das ist eine Zumutung für Vegetarier und Veganer, aber auch für alle anderen Verbraucher, die gerade bei tierischen Lebensmitteln bewusste Kaufentscheidungen treffen, den Konsum reduzieren wollen oder nur bestimmte Formen der Tierhaltung unterstützen möchten.“

Foodwatch fordert daher zwei gesetzliche Regelungen. Erstens müssen tierische Bestandteile auf der Verpackung sichtbar ausgewiesen sein um Verbrauchern die Möglichkeit zu geben eine kundige Wahl zu treffen. Zweitens soll der Gesetzgeber die Begriffe „vegan“ und „vegetarisch“ definieren. Vegane Lebensmittel müssen dementsprechend keine Tierbestandteile enthalten, also auch keine Milch oder Eier. Wer sich von den Zielen der Foodwatch-Aktion angesprochen fühlt, der kann sich auf der Homepage von Foodwatch für „Versteckte Tiere kennzeichnen!“ eintragen. Ein Kampf für Transparenz und Entscheidungsfreiheit, denn jeder sollte in der Lage sein zu bestimmen, was genau er isst.