Wohnformen im Alter – Teil 2

Selbstbestimmt bis Fremdbestimmt wohnen

Seniorenresidenz am Spandauer See

Seniorenresidenz am Spandauer See

Nicht nur die Fähigkeit, schnell und entspannt in die vierte Etage zu gelangen, lässt im Alter nach.  Die Folgen des Alters zwingen uns u. U. anders zu leben und wohnen, als wir es in jungen Jahren taten. Nach der allgemeinen Einleitung im 1. Teil, beschreiben wir nachfolgend einige grundsätzlichen Möglichkeiten von unterschiedlichen Wohnformen im Detail. dabei ist die Auflistung natürlich nicht als hierarchische Abfolge zu verstehen.

Häusliche oder ambulante Pflege

Kaum jemand verlässt gerne sein gewohntes Heim. Die häusliche Pflege ermöglicht es den Pflegebedürftigen, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Hilfe und Unterstützung kommt von außen. Geleistet wird sie durch Menschen aus dem eigenen Umfeld, seien es nun Verwandte, Freunde und Bekannte, oder durch professionelle Pflegedienste und Sozialstationen. Essen auf Rädern zählt ebenso dazu, wie Betreuung durch Sozialarbeiter. Sogar eine intensiv medizinische Betreuung ist denkbar.

Teilstationäre Pflege

Manche Hilfs-, Betreuungs- und Pflegeleistungen können zu Hause nicht mehr durchgeführt werden. Spezielle Einrichtungen, die als Tages- oder Nachtpflege angelegt sind, erbringen die notwendige Leistung.

Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege ist ein Sonderfall der teilstationären Pflege. Auch pflegende Personen müssen Termine wahrnehmen, gehen in den Urlaub, oder sind selbst einmal krank. Für diesen Zeitraum ist dann eine kurzzeitige Unterbringung in einer Einrichtung möglich.

Stationäre Pflege

Diese Form des Wohnens ist auf Dauerhaftigkeit angelegt. Meist sind es alleinstehende Menschen, solche über 85 Jahre oder auch an schwerer Demenz erkrankter Menschen, die dort leben. Beispiele hierfür sind das Seniorenheim, welches früher als Altenheimheim oder Altersheim bekannt war. Die Zahl der Pflegebedürftigen in solchen Einrichtung hatte abgenommen, da die ambulante Pflege durch die Pflegeversicherung bevorzugt wird. Inzwischen bieten auch diese Einrichtungen immer häufiger Plätze für Pflegebedürftige an und werden damit zum Pflegeheim. In die Kritik sind manche gekommen, weil hier zu wenig Fachpersonal angestellt ist. Das deutsche Heimgesetz schreibt nur 50 Prozent vor.

Betreutes Wohnen

In dieser Wohnform, die der eigenen Wohnung noch am nächsten kommt, können grundsätzlich alte, wie jungen Menschen leben. In größeren Wohnanlagen sind die Mietverträge mit unterschiedlich ausgestalteten Dienstleistungspaketen gekoppelt, die auch ganz alltägliche Leistungen, wie Körperhygiene, Einkäufe oder die Wohnungsreinigung enthalten. Die Autonomie des Einzelnen soll so weit als möglich erhalten bleiben. Der Kern ist eine regelmäßige Hilfe, die den Bewohnern je nach Bedarf, durch Einzelfallhelfer, Psychologen, Sozialarbeiter, ambulante Pflegekräfte und Erzieher geleistet wird. Das zeitliche Ausmaß der Betretung kann erheblich schwanken. Da der Begriff nicht geschützt ist, sollte auf eine Zertifizierung des Anbieters von Wohnanlagen des betreuten Wohnens nach DIN 77800 geachtet werden.

Seniorengerechte Wohnungen

Seniorengerechte Wohnung sind optimal auf die Lebenssituation zugeschnitten. Voraussetzung ist ein barrierefreier Zugang zur Wohnung, die barrierefreie Ausstattung der Wohnung, sowie ein  Wohnumfeld, welches jegliche medizinische, aber auch alltägliche Versorgung ohne Schwierigkeiten ermöglicht.

Wohngemeinschaften

Die Wohngemeinschaft älterer Menschen unterscheidet sich prinzipiell nicht von jeder anderen Wohngemeinschaft. Sie sind in erster Linie darauf angelegt, nicht alleine leben zu müssen. Wohngemeinschaften können innerhalb einer Wohnung, aber auch innerhalb eines Hauses gebildet werden. Idealerweise sollten diese den Kriterien für seniorengerechte Wohnungen entsprechen. Eventuelle Pflegeleistungen werden hier durch externe Dienstleister erbracht.

Mehrgenerationenhaus

Im Mehrgenerationenhaus versucht man, an alte Traditionen anzuknüpfen. Jung und Alt leben in dieser alternativen Wohnform, die eher als alternative Lebensform zu bezeichnen ist. Mehrere Generationen leben unter einem Dach. Im Vordergrund steht ein solidarisches Miteinander. Eigenständiges Leben und Verantwortung für seine Mitmenschen zu übernehmen gehen Hand in Hand.
In Spandau gibt es ein Mehrgenerationenhaus der Paul-Gerhard-Gemeinde http://paulgerhardtgemeinde.de, welches mit der o. g. Definition nichts zu tun hat. Bei ihm handelt es sich um einen offenen familienorientierten Tagestreffpunkt. Nicht kommerzielle Hilfe steht hier im Vordergrund, sondern ehrenamtliche Aktivitäten und Dienstleistungen.
Diese Form von Mehrgenerationenhäusern dienen bundesweit seit 2003 gleichermaßen als Seniorentreffpunkt, Kindertagesstätte und Familienzentrum.

Ralf Salecker

Wohnen im Alter: Teil 1

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Zu finden unter: Wohnen & Immobilien

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