Zitadelle Spandau, der meistbesuchte Ort im Bezirk


Kunst und Kultur in alten Mauern

Andrea Theissen, Museums- und Kunstamtsleiterin und MichaelGottschling, zuständig für Vermietung, Open Air Konzerte, Veranstaltungen (Foto: Ralf Salecker)

Andrea Theissen, Museums- und Kunstamtsleiterin und MichaelGottschling, zuständig für Vermietung, Open Air Konzerte, Veranstaltungen (Foto: Ralf Salecker)

Hört man von der Festung in Spandau, dann entsteht sofort das nicht ganz richtige Bild einer Burg in den Köpfen der Besucher. Zuallererst erwarten diese Museen, welche sich intensiv mit der Historie des alten Bauwerks auseinandersetzen. Am besten wäre es natürlich, wenn Ritter in voller Rüstung dort auf und ab marschieren würden. Letztere sind höchst selten dort, schließlich handelt es sich bei dem gewaltigen Bauwerk um eine Renaissancefestung. Zweimal im Jahr sind die alten Rittersleute dann doch vor Ort, nämlich dann, wenn das Oster-Ritterspektakel ruft und zum Sommerausklang das mittelalterliche Burgfest. 25.000 Besucher strömen dann insgesamt herein, um sich in alte Zeiten zurückversetzen zu lassen.

Über den Daumen gepeilt finden etwa 6.850 Neugierige pro Tag den Weg in diese ehrwürdigen Mauern. Im Jahr ergibt dies die stattliche Anzahl von 250.000 Besuchern. Zum Vergleich, Spandau hat gerade einmal 230.000 Einwohner. Was zieht so viele Menschen ins ferne Spandau?

Das „Citadel Music Festival“

Die beiden o.g. Veranstaltungen machen nur einen sehr kleinen Teil aus. Das „Citadel Music Festival“ mit seinen etwa 20 Konzerten beansprucht mit rund 110.000 Konzertbesuchern fast den Löwenanteil an der Gesamtsumme. In diesem Jahr sind u. a. Lou Reed, Cranberries, Snow Patrol, Alanis Morisetti, Lorenan McKennitt, Nigel Kennedy, The Pogues und Knorkator zu erwarten – ein ziemlich abwechslungsreiches Programm.

Neben den o.g. temporären Highlights sind es eher reguläre Tagesbesucher und Touristen aus vielen Nationen, die ein ausgeprägtes Interesse am historischen Bauwerk, seinen Museen und Kunstausstellungen haben. Intensiv genutzt wird dabei der Audio-Guide, den es in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch und spanisch gibt. Mit seiner Hilfe können Besucher das Gelände frei erkunden. Wenn die Finanzierung es zulässt, soll es in den nächsten Jahren noch eine französische Variante geben. Ein steigender Bedarf hierfür ist jedenfalls zu verzeichnen.

Ausstellungen

Manche Ausstellungen entwickeln sich unerwartet zum regelrechten Renner. So geht die aktuelle Sammlung „Spandauer Allerlei – Arbeitszeugnis bis Zylinder“ in eine Verlängerung bis zum August 2012. Im Juni startet die Ausstellung von Christian Hahn, der vor genau 10 Jahren ein Atelierstipendium auf der Zitadelle gewonnen hat. Nun kehrt der Professor aus Hamburg mit einer spannenden Ausstellung an diesen Ort zurück. Poppige Moderne und die Handschrift alter Meister entwickeln ein ganz eigenes Spannungsfeld.

Künstler auf der Zitadelle

Nicht nur die „Künstler auf Zeit“ prägen die Kunst auf der Zitadelle, sondern ebenso diejenigen Künstler, Kunsthandwerker und Handwerker, die mit ganz individuellen Themen der vormals militärischen Umgebung die ersten friedfertigen Fassetten gegeben haben. Nun sind sie nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie manchmal im „lauten Getöse“ der Konzerte unterzugehen scheinen.

Ein große Ausstellung wirft langsam ihre Schatten voraus. „Enthüllt – Berlin und seine Denkmäler“ soll 2014 endlich eröffnet werden. Politische Denkmäler Berlins finden hier einen würdigen Präsentationsort. Das unübersehbare gelbe ehemalige Kasernengebäude im Innenhof sieht jetzt schon schmuck aus. In das ehemalige Magazingebäude dagegen muss noch viel Arbeit hineingesteckt werden, bis es die „Puppen“ aufnehmen kann.

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: Die ZitadelleNews

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