Zufrieden mit Spandaus Grünflächen?

Der Bürger hat das Wort

Mehr Wasserflächen in Grünanlagen? (Foto: Ralf Salecker)

Mehr Wasserflächen in Grünanlagen? (Foto: Ralf Salecker)

Bis zum 31. August können Spandauer und Berliner online ihre kommunalen Grünflächen bewerten. Anhand welcher Anregungen und Hinweise kann der Bezirk seine Arbeit verbessern? Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt und Grünflächenamt Spandau fragen dies gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt regelmäßig alle drei Jahre.

Der Begriff Grünanlage ist weiter gefasst, als es den meisten wahrscheinlich bewusst ist. Neben den klassischen Grünanlagen und Parks zählen hier Friedhöfe ebenso dazu, wie Spielplätze, Straßenbäume, Spazierwege und naturnahe Freiflächen. Auf der Homepage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und des Bezirksamtes Spandau findet sich dazu ein Fragebogen der fragt, welche Grünflächen, wie häufig und warum genutzt werden.

Nur 5 Minuten soll die Online-Befragung den Antwortenden kosten. Gleich zu Anfang wird nach einem möglichst objektiven Gesamteindruck über einen Zeitraum von einem Jahr gefragt, auch wenn ein Interesse der Fragenden an „persönlichen Ärgernissen und Problemen“ des Befragten eingeräumt wird.

Aus der Summe der Antworten ergeben sich die Handlungsschwerpunkte der öffentlichen Hand für die nächsten drei Jahre im Bereich Grünanlagen. Der Fragebogen erfragt detailliert die zeitliche Nutzung unterschiedlichster Grünanlagen. Leider wird eine objektive Antwort unmöglich gemacht, weil die Differenzierung der Zeiträume eher mangelhaft ist. So gibt es z.B. nur die Entscheidung zwischen 1-3x pro Woche und 1x im Monat. Werte dazwischen wären realistischer.

Wo sehen Bürger die größten Probleme?

Die Antwort wird wohl ähnlich ausfallen, wie es schon bei der Bürgerbeteiligung zum Bürgerhaushalt und anderen Befragungen der Fall war. Selbst der erste Antrag auf „OpenAntrag“ bei den Piraten passte in das Schema. Mangelnde Sauberkeit und Vandalismus werden wahrscheinlich zu den häufigsten Vorwürfen gehören: Der Müll in den Grünanlagen soll schneller als bisher beseitigt und mehr Mülleimer aufgestellt werden. Mit diesen sich an Symptomen orientierenden Forderungen wird sich an der Realität in den Grünanlagen kaum etwas ändern. Solange es Menschen gibt, die ihren Müll ohne Gewissensbisse in die Natur entsorgen, nützen auch dutzende weitere Mülleimer nicht. Ebenso wird mehr Personal kaum in der Lage sein, an allen Problemorten ständig präsent zu sein.

Ähnliche Antworte, wie diese, werden die Regel sein:

„Generell werden Abfallbehälter vorrangig an Spielplätzen und in sehr stark frequentierten Grünanlagen aufgestellt. Weitere Standorte für Abfallbehälter im Bullengrabengrünzug sind derzeit nicht finanzierbar. Denn nicht die Aufstellung von Abfallbehältern, sondern die laufenden Entleerungen sowie die vandalismusbedingten Reparaturen und Ersatzbeschaffungen binden erhebliche finanzielle Mittel.“

Die Wünsche zur Nutzung werden deutlich schwieriger zu erfüllen sein

Ist es möglich, in einer Grünanlage den Bedürfnissen nach Ruhe, Sport, Liegeflächen, wilder Natur, geordneten Blumenbeete, Kinderspielflächen … gleichzeitig gerecht zu werden? Heute sind Grünanlagen keine reinen Flanierflächen mehr. Unterschiedliche Bedürfnisse erfordern erhebliche Investitionen. Schaut man sich die Gärten von „Grün Berlin“ an, dann würde eine aufwändig gestaltete Grünanlage nur noch gegen Eintritt zu betreten sein. Ist das erstrebenswert?

Wer mitmachen möchte findet den Fragebogen bis zum 31.8.2013 unter:


Zu finden unter: FeaturedFreizeit

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