Hertha verliert gegen Düsseldorf

Hauptstadtclub verfällt im Relegationshinspiel gegen Fortuna Düsseldorf in alte Tugenden und verliert nach Führung mit 1:2

Die Zuversicht war groß nach dem letzten Heimauftritt gegen Hoffenheim, wo die alte Dame von der Spree mit einer engagierten und kämpferischen Leistung noch an Köln auf den Relegationsplatz vorbeizog (Bericht hier). Nahezu euphorisch fanden sich dadurch gestern Abend fast 70.000 Zuschauer im Rund des Olympiastadions ein, um dabei zu sein wenn gegen Düsseldorf der erste von zwei Schritten zum Verbleib in Liga 1. getan werde.

Hoffnungsvolle erste Halbzeit

Einmarsch der Akteure zum Relegationshinspiel im Berliner Olympiastadion.

Einmarsch der Akteure zum Relegationshinspiel im Berliner Olympiastadion. Foto: Patrick Rein

Natürlich fanden auch wieder viele Spandauer den Weg ins Stadion, gibt es doch in kaum einem anderen Bezirk so viele Hertha-Fans wie hier. Die Stimmung war schon vor Anpfiff ausgezeichnet, was aber nicht zuletzt auch an den zahlreich mitgereisten Anhängern der Rheinmetropole lag. Zum Beginn der Partie erarbeiteten sich beide Mannschaften Chancen bis Roman Hubnik in der 19. Minute nach einem Eckball das 1:0 für die Berliner erzielte. Alles lief nach Plan und die Hausherren schienen das Spiel jetzt durchaus im Griff zu haben.

Ein fast ausverkauftes Stadion und ausgelassene Stimmung.

Ein fast ausverkauftes Stadion und ausgelassene Stimmung nicht nur in der Ostkurve. Foto: Patrick Rein

Hertha schlägt sich selbst

Im zweiten Durchgang lies der BSC die Gäste jedoch immer besser ins Spiel kommen. Völlig unverständlich konnte kurz nach der Pause (64. Minute) der Düsseldorfer Bröker durch den Berliner Strafraum marschieren und den nun nicht unverdienten Ausgleich erzielen. Wie so oft in der abgelaufenen Saison wirkte das Team von König Otto danach verunsichert. Lediglich sieben Minuten später war das Debakel dann perfekt: Die Fortuna ging mit 2:1 in Führung. Was eigentlich ein Grund zur Freude sein müsste, passte ins Bild: Nach langer Zeit erzielte Hertha’s Ramos wieder mal einen Treffer – leider allerdings ins eigene Tor.

Kämpfen und siegen

Vor einer Woche noch gefeiert, jetzt mit hängenden Köpfen.

Vor einer Woche noch gefeiert, jetzt mit hängenden Köpfen: Die Spieler der Hertha. Foto: Patrick Rein

Gerade Ramos läuft seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten, seiner Form hinterher, die beständig einen Schritt schneller zu sein scheint. Doch bis auf Thomas Kraft im Tor gilt dies mittlerweile für fast die gesamte Mannschaft. Daher fragt man sich nicht nur in Spandaus Kneipenszene wer denn am Dienstag die Tore schießen soll? Noch ein Mal kommt es jetzt – wie schon gegen Hoffenheim – zum Spiel des Jahres. Auch wenn nach der Partie gestern erstmals einige Becher flogen und auch vereinzelt Pfiffe zu hören waren, klammert sich die Fangemeinde ans letzte Fünkchen Hoffnung. Dienstag um 20.30 Uhr heißt es nun noch ein Mal in Spandau und Berlin Daumen drücken.


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