Israelfahrt der Spandauer Knobelsdorffschule ein voller Erfolg


Weitere Projekte in Planung

Johannes Jäger hat schon wieder angefangen Spenden zu sammeln. Für die nächste Vorbereitungsfahrt nach Israel im Dezember, für das nächste Projekt im Mai 2012 und natürlich für das Treffen mit den israelischen Jugendlichen in Deutschland im Oktober 2012. Spenden sammeln und Stiftungen anschreiben ist neben seiner Lehrtätigkeit zum zweiten Job

Die deutschen und israelischen Jugendlichen auf dem Ergebnis ihrer Arbeit: der Freitreppe.

Die deutschen und israelischen Jugendlichen auf dem Ergebnis ihrer Arbeit: der Freitreppe.

geworden. „Mit einer Stiftung habe ich vier Stunden telefoniert“, erinnert er sich. Aber es hat sich gelohnt. Der Hauptsponsor der diesjährigen Israelreise der Knobelsdoffschule war das Deutsch Israelische Zukunftsforum.

Eine Treppe und ein Stein

Im Juni berichteten wir von den Plänen der drei Lehrer an der Knobelsdorffschule, Johannes Jäger, Karen Scholz und Harry Schapira, zum wiederholten Male mit Schülern nach Israel zu fahren. Aufgabe in diesem Jahr war der Bau einer Freitreppe, mit der ein Höhenniveau von vier Metern zwischen dem Wohnbereich und der Trainingsanlage eines Internats in der nähe von Nazareth überbrückt wurde. Der Kibbuz Eshbal in der Stadt Sakhin stellte das Baumaterial sowie die Schüler und Erzieher zur Verfügung, währen die Schüler und Lehrer der Knobelsdoffschule für Anreise, Unterkunft und Essen selbst aufkommen mussten. Mit im Gepäck war natürlich das Handwerkliche Know-how, um die 22 israelischen Schüler anzuleiten und mit ihnen die Freitreppe aus Fichtenholz zu bauen und einen Eingangsstein mit dem Namen der Schule zu behauen. Auf Hebräisch, Arabisch und Englisch wird der Besucher des Kibbuz Eshbal nun informiert. „Da hatten wir vielleicht Angst, das Arabische richtig zu schreiben“, meint Karen Scholz.

Alle sind stolz auf ihre Arbeit

Die Steinmetzazubis meißelten den Namen der Schule in drei Sprachen in den Stein.

Die Steinmetzazubis meißelten den Namen der Schule in drei Sprachen in den Stein.

Auch wenn die Auszubildenden der Knobelsdoffschule viel arbeiten mussten und die Unterbringung nicht unbedingt deutschen Standards entsprach, sind alle total stolz. „Das waren unheimlich erfolgreiche zwei Wochen“, erzählt Johannes Jäger, Zimmerermeister und Lehrer der Zimmerer im Bereich Fachpraxis. „Auch wenn es manchmal ulkige Situationen gab.“ Beim Abschiedsessen war die Gruppe im falschen Restaurant gelandet und wollte mit Taxis zum richtigen fahren. „Und plötzlich ist Denise weg“, meint Jäger. Nach einigem Suchen, sei das Mädchen dann in einem neuen Outfit wieder aufgetaucht. „Sie hat die Zeit genutzt; ein Kleid im Schaufenster gesehen und ist shoppen gegangen“. Später könne man darüber lachen, aber zunächst einmal – wenn auf einmal einer der Schützlinge weg ist…

Begegnung mit Holocaust-Überlebenden und jungen Israelis

Wie immer legten die Pädagogen auch dieses Jahr großen Wert darauf, Israel nicht als Touristen kennen zu lernen. „Wir gehen in ein ganz normales Schwimmbad“, erzählt Jäger. „Da gibt es dann eben auch ein extra Becken für arabische Kids, die bekleidet baden.“ Aber so kommt man mit den Leuten ins Gespräch. Gerade in diesem Jahr war es für die jungen Erwachsenen am Rothschild Boulevard in Tel Aviv besonders interessant. Viele junge Israelis haben dort eine Zeltstadt gegründet um gegen steigende Lebenshaltungskosten in Tel Aviv zu protestieren. „Da kommt man ins Gespräch. Und dann erzählen Gleichaltrige, dass sie 14  Stunden am Tag arbeiten müssen um in Tel Aviv zu leben. Das ist doch beeindruckend.“ Auch er selbst sei mit einem älteren Mann ins Gespräch gekommen. Der während der NS- Zeit aus Deutschland geflohene, wollte vor allem wissen, wie es heute in Berlin aussieht.

Auch in Gesprächen mit anderen Holocaust-Überlebenden und Kibbuz Begründern konnten die Besucher aus Deutschland ihren Horizont erweitern und das ein oder andere Aha-Erlebnis mit nach Hause nehmen.

Ein Erfolgskonzept

Das Fazit der Lehrertruppe ist deshalb: Weitermachen. Neben den nächsten Ausflügen soll vor allem auch die Vorbereitung

Bei morgendlichen Temperaturen um 34 Grad im Schatten war das arbeiten oft nur unter Sonnenzelten möglich.

Bei morgendlichen Temperaturen um 34 Grad im Schatten war das Arbeiten oft nur unter Sonnenzelten möglich.

mit den Jugendlichen in Deutschland intensiviert werden. So soll der fachpraktische Unterricht in Zukunft regelmäßig auf Englisch erteilt werden um die Kommunikation mit den Gastgebern zu verbessern. „Denn wer weiß schon was Zange auf Englisch heißt“, schmunzelt Jäger. Außerdem soll mit der Sozialarbeiterin der Schule an der sozialen Kompetenz der Azubis gearbeitet werden. „Denn die Kids machen da Sachen, die sonst nicht zu ihren Aufgaben gehören.“ Jugendliche mit schwierigem Hintergrund anzulernen, die es weder gewohnt sind acht Stunden zu arbeiten noch Aufträge gewissenhaft auszuführen, ist eben doch nicht so einfach, wie es in deutschen Klassenzimmern aussieht. Zumal immer ein Dolmetscher zwischen der Anweisung und der Ausführung steht. In Zukunft sollen die deutschen Azubis deshalb in Rollenspielen auf ihre Arbeit vorbereitet werden.

Denn so wie es aussieht wird es noch einige Fahrten geben. „Das Feedback ist toll“, erzählt Jäger. Die Jugendlichen seien begeistert, bei den Sponsoren kristallisiere sich jetzt nach vier Jahren heraus wer wirklich am Projekt interessiert sei und auch vom Chef gebe es viel Lob für die gute Arbeit.

Na dann – weiter so!

Sponsoren waren:

Kirsten Stamer


Zu finden unter: News

Tags:

Über den Autor:

RSSKommentare(2)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau