Probleme wohin man schaut

Das Quartiermanagement auf dem Vormarsch

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Das Quartiersmanagement – Probleme analysieren und Lösungen finden © Gerd Altmann – ShapesAllSilhouettes.com / pixelio.de

Das Projekt Quartiersmangement existiert schon seit mehreren Jahren. In den 1990er Jahren verbreitete es sich vorerst größtenteils in den Stadtstaaten wie Bremen und Hamburg. Mittels eines öffentlich eingesetzten Quartiersmanagers unterliegt das Quartiersmangement einer zentralen Steuerung. Hauptaufgaben sind hierbei die Vermittlung, die Verwaltung und die Verteilung von Fördergeldern. Die Fördergelder, sogenannte „Quatierfonds“ stehen für kurzfristige und kleinere Maßnahmen im Stadtteil wie Straßenfeste und dem Bau von Spielplätzen bereit. Bei größeren Maßnahmen müssen, wie fast überall auch, erst Genehmigungen bzw. Bewilligungen eingeholt werden.

Quartiermanagement, was ist das überhaupt?

Einige Kieze verzeichnen eine hohe Arbeitslosenquote und einen ansteigenden Migrantenzuwachs. Ebenfalls haben sie ein überdurchschnittlich hohes Pro-Kopf-Verschulden und meist auch einen großen Anteil an HARTZ IV-Empfängern und Empfängern anderer staatlicher Leistungen. Diese Kieze haben Entwicklungsbedarf und brauchen Unterstützung. Hier kommt dann das Quartiersmanagement (QM), auch Stadtteilmangement ins Spiel. Das QM greift gezielt da ein, wo es Probleme gibt. Es geht darum, dass die Verwaltung, die lokale Politik, Verein sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen zusammenwirken um Lösungen zu erarbeiten und zu verwirklichen. Doch nicht nur die „außenstehenden“ Stellen sind am Entwicklungsprozess beteiligt, das QM zielt stark darauf ab, dass auch die Bewohner des betroffenen Stadtteils sich aktiv beteiligen. Es entsteht sozusagen eine Gemeinschaft, die die gleichen Ziele verfolgt.

Wo ist das Quartiersmanagement in Spandau aktiv

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Bildung – ein Grundpfeiler für soziale Stärke © Andrea Damm / pixelio.de

Falkenhagener Feld Ost sowie West wird aus Problemkiez deklariert. Hier leben größtenteils ältere Menschen im Rentenalter und drüber aber auch sehr viele Kinder und Jugendliche. Beide Bevölkerungsgruppen beziehen mit einigen Ausnahmen fast alle staatliche Unterstützung. Auch eine hohe Arbeitslosenquote ist im Stadtteil Falkenhagener Feldzu verzeichnen, Ballungsraum hierfür ist entlang der Zeppelinstraße.

Auch die Heerstraße zieht die Aufmerksamkeit des Quartiermangements auf sich, denn auch hier Bedarf es dringender Hilfe. Seit 1978 existiert hier das Gemeinwesenzentrum, was sich seitdem großer Beliebtheit erfreut. Es ist Anlaufstelle für Bedürfnisse, Probleme der Anwohner und Aktivitäten. Doch trotz der Bemühungen durch das Gemeinwesenzentrum bleibt das Gemeinwohl auf der Strecke. Die Heerstraße hat einen hohen Anwohneranteil mit Sprach- und Integrationsproblemen. Viele der dort ansässigen Menschen haben nicht den Ehrgeiz sich für das Gemeinwohl einzusetzen, wie es beispielsweise vor vielen Jahren von den Bewohnern üblich war. Erschreckend ist auch der Blick auf die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die hier wohnen. Nach Einschätzungen durch das QM wird die Situation der Kinder bis 7 Jahren als „dramatisch“ eingeschätzt. Sofern diese Kinder keine Unterstützung erfahren, wird sich diese Situation auch bis ins jugendliche Alter nicht ändern.

In der Spandauer Neustadt zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Stadtteil hat knapp 9.000 Einwohner, davon beziehen 12% finanzielle Unterstützung vom Staat. Fast ein Viertel der Anwohner ist arbeitslos und 25% der Anwohner über 18 Jahren haben Schulden. Die Lage der Schulen verdeutlicht die soziale Schwäche der Spandauer Neustadt nochmals. Über 40% der Schüler, die in der Spandauer Neustadt eine Hauptschule besuchen, verlassen diese ohne Abschluss. Doch die Situation von Kindern und Jugendlichen ist schon längere Zeit ein Thema. So wurden Einrichtungen geschaffen, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, beraten und beschäftigen können. Doch sind die räumlichen Kapazitäten vom „Treffpunkt Lynarstraße“, der „Freizeitstätte Koeltze“ und dem Mädchenladen bei weitem nicht ausreichend um den Bedarf zu decken. So sind fehlende Spielplätze, Bewegungsflächen und Freizeiteinrichtungen immer noch zu dürftig vertreten.

Ziele für die Zukunft

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Kindern und Jugendlichen mehr Möglichkeiten geben, als Chance für eine bessere Zukunft. © Günther Gumhold / pixelio.de

Das Quartiersmanagement bemüht sich in allen drei Regionen Spandaus um Lösungsansätze und schnelle Umsetzungen derselben. Denn nichts ist wichtiger als Kindern und Jugendlichen sowie auch allen Anwohnern ein sozial starkes Umfeld zu schaffen in dem das Gemeinwohl an erster Stelle steht und die Wertschätzung von guter Nachbarschaft wieder aufpoliert werden. Das geht aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Engagieren Sie sich auch für Ihren Stadtteil – Informationen dazu finden Sie hier.


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