Schlecker-Pleite: gleich zwei Spandauer Filialen schließen


Die Rabattschlacht kann beginnen

Schlecker-Pleite: gleich fünf Spandauer Filialien schließen

Schlecker-Pleite: gleich zwei Spandauer Filialien schließen

Der vorläufige Schlecker Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ist der Meinung, dass eine Basis für eine Fortführung gelegt werden muss. Diese bringe jedoch tiefe Einschnitte in das Unternehmen mit sich. Aber nur so kann gleichzeitig eine Grundlage für Investorengespräche und für eine selbstständige Überlebensmöglichkeit gelegt werden.

Wenn Schlecker von „tiefen Einschnitten in das Unternehmen“ spricht, dann ist hier vor allem von Schließungen ganzer Standorte die Rede. Von derzeit etwa 5.400 Filialen sollen nur noch 3.000 übrig bleiben. Das würde bedeuten, dass ca. 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Kündigung erhalten werden.

In den ca. 2.400 Filialen, die laut offizieller Seite gestrichen werden sollen, beginnen jetzt die großen Räumungsverkäufe, denn bereits am Samstag kommender Woche sollen diese geschlossen werden. Kunden können jetzt mit Mega-Rabatten, von 30 bis 50 %  auf alle Produkte, rechnen.

Die Bundesregierung wird für die Mitarbeiter des insolventen Schlecker Unternehmens keine finanzielle Hilfe erteilen. Michael Fuchs, Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag begründet diese Entscheidung mit folgenden Worten:

„Es kann nicht sein, dass ein großes Unternehmen Hilfe bekommt und ein kleines Unternehmen nicht. Der Staat kann nicht in jedem Falle, in dem ein Unternehmen in Insolvenz geht, helfen. Das müssten wir sonst für jedes Unternehmen machen und das geht nicht.“

Welche Filialen sind in Spandau genau betroffen?

Die insolvente Drogeriekette veröffentlichte am Mittwoch, den 14.03.2012 eine Liste mit allen Filialen denen die Schließung bevorsteht. In ganz Berlin sind von etwa 285 bestehenden genau 77 Standorte betroffen. In Spandau werden folgende Filialen schließen:

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Laut Medienberichten wurden die betroffenen Filialen mit folgendem Satz per Fax über die Schließung benachrichtigt:

„Wir müssen Ihnen heute leider mitteilen, dass Ihre Verkaufsstelle nach vorläufigem Stand zum 24. März 2012 geschlossen wird.“

Zum Basiskonzept gehören nicht nur Schließungen

Selbstverständlich wird weiterhin an den bestehenden Verkaufsstellen gearbeitet. Hier stützt sich das Unternehmen auf vier eigens entwickelte Säulen:

  1. Vielfältige Maßnahmen zur Kostenreduktion
  2. Sortimentsoptimierungen und damit verbundene Preissenkungen
  3. Ladenumbauten
  4. Ein nachhaltiger Kulturwandel im Sinne der Glaubwürdigkeit des Unternehmens

Der Insolvenzberater Arndt Geiwitz erwähnte außerdem, dass man mit dem neu strukturierten Standortnetz immer noch mehr Drogeriemärkte betreibe, wie die großen Wettbewerber zusammen. Somit gibt Schlecker das Prinzip der Kundennähe nicht auf und hält weiterhin am Leitspruch „For You. Vor Ort.“ fest. Wie schnell die einzelnen Punkte der vier Säulen dann letztendlich in die Tat umgesetzt werden, hängt allein davon ab, wann die ersten Investorengelder verfügbar sind.

Für Geiwitz steht das Thema Unternehmenskultur im Vordergrund:

„Wir müssen kompromisslos für die Umsetzung sorgen und das gesamte Führungsteam nicht nur auf die neue Größendimension, sondern auch auf die Anforderungen in Sachen Mitarbeitermotivation und Führung ausrichten. Dies geschieht ab sofort.“

Ver.diVer.di greift ein

Die allseits bekannte Gewerkschaft ver.di hat sich jetzt auch zu Wort gemeldet und fordert von Bundes- und Landesregierungen eine Transfergesellschaft für die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker. „Ich verlange, dass die Politik ihre Verantwortung für die mehr als 25.000 Frauenarbeitsplätze wahrnimmt und die Finanzierung einer Transfergesellschaft sicherstellt“, so Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

Es geht der Gewerkschaft vor allem darum, die jetzt von der Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter aufzufangen. Viele von Ihnen sind über 50 Jahre alt und haben teilweise keine Ausbildung. Weiterhin sei eine Transfergesellschaft unabdingbar bei der Fortführung der verbleibenden Filialen und bei der anstehenden Suche nach Investoren.

 

Die Redaktion


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