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Der Jugendarbeitslosigkeit entgegenwirken

Auf dem anhaltenden Programm der Bildungstour des Bezirksbürgermeisters Helmut Kleebank stand der Besuch der bbw Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsgesellschaft mbH in Spandau.

Der Standort am Brunsbütteler Damm 143-147 wurde bereits im Jahr 2006 vom Jugendaufbauwerk als Bildungseinrichtung übernommen. Seitdem werden hier Jugendliche angesprochen, für die nach dem zehnten Schuljahr die Wahl des Ausbildungsplatzes ansteht und die es besonders schwer haben eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden. Nun verschaffte sich Bezirksbürgermeister Kleebank – vor seiner jetzigen Tätigkeit selbst Schulleiter – auf seiner fortwährenden Bildungstour durch den Bezirk selbst einen Eindruck.

Bezirksbürgermeister Kleebank (Mitte) wurde beim Besuch der bbw vom SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (li.) begleitet.

Bezirksbürgermeister Kleebank (Mitte) wurde beim Besuch der bbw vom SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (li.) begleitet. Foto: Bezirksamt Spandau

Erfolgreiche Eingliederung

Um die Jugendlichen auf ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen und auf die Ausbildung vorzubereiten, führt die bbw in Berlin und Spandau seit dem Schuljahr 2006/2007 erfolgreich das Senatsprojekt MDQM (Modulare Duale Qualifizierungs-Maßnahme) durch. Dieses gehört zum Regelangebot schulischer Leistungen gemäß dem Berliner Schulgesetz. Das mit Hilfe des Landes Berlin mitfinanzierte Projekt wurde als Modellprojekt mit ESF-Förderung entwickelt. Berlinweit befinden sich derzeit an zwei Standorten ca. 3900 Schülerinnen und Schüler in insgesamt 20 Gewerken, darunter des kaufmännischen Bereichs, des Handwerks, technischer und gestalterischer Berufe.

Finanzierung ungewiss

Allein in Spandau werden zirka 400 Schülerinnen und Schüler von 35 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Die Erfolgsbilanz dieser Bildungseinrichtung spricht dabei für ein gutes Ausbildungspersonal, dass in der Lage ist, die Jugendlichen trotz fehlender Ausbildungsvergütung, so zu motivieren, dass bei Wettbewerben bereits Bundes- und Landessieger aus den verschiedensten Berufsfeldern hervorgingen. Zudem finden über 80 Prozent der Jugendlichen im Anschluss einen Arbeitsplatz. Doch zum Bedauern des Geschäftsführers Herrn Velten musste dieser mitteilen, dass die ESF- Förderung des Projektes im August 2015 eingestellt wird.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank hierzu: „Das erfolgreiche Konzept dieser Bildungseinrichtung in Spandau spricht dafür, dass dieser Standort unbedingt erhalten werden muss. Die Tatsache, dass die Jugendarbeitslosigkeitsquote des Bezirkes Spandau im berlinweiten Vergleich im letzten Drittel liegt, bekräftigt meine volle Unterstützung für die Entwicklung und Realisierung der weiteren qualifizierten Fortführung dieser Berufsausbildungsvorbereitung an diesem Standort. Derzeit erarbeitet der Bezirk Spandau zusammen mit dem Jobcenter und der Arbeitsagentur einen Masterplan gegen Jugendarbeitslosigkeit.“

Patrick Rein

Vergessene Schätze wiederbeleben

Die Hofstelle Havelmaten entwickelt sich zum Umwelt-Bildungszentrum Berlin-Gatow.

Neben der Entdeckung der Insel Eiswerder durch die Meilenwerk AG hat nach langer Verwahrlosung auch die Hofstelle Havelmaten am Kladower Damm eine neue Bedeutung gefunden. Bereits im Jahr 2003 wurde die Hofstelle als landwirtschaftlicher Betrieb aufgegeben. Für das bezirkseigene Grundstück mit der ehemaligen Hofstelle und Teile der anliegenden Landwirtschaftsfläche wurde eine Konzeption zur Vergabe ausschließlich an gemeinnützige Träger – die Zwecke des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie der Naturschutzbildung verfolgen – entwickelt.

Statt einer Grundsteinlegung wurde unter anderem von Bezirksstadtrat Carsten Röding eine Art "Zeitkapsel" in den Bestand eingelassen.

Statt einer Grundsteinlegung wurde unter anderem von Bezirksstadtrat Carsten Röding eine Art „Zeitkapsel“ in den Bestand eingelassen.

Altes bleibt erhalten, Neues kommt

Dementsprechend wurde ein Interessenbekundungsverfahren im Rahmen des Projektes Gatow (Strategisches Konzept zur Standortentwicklung Gatow) unter Beteiligung der anerkannten Naturschutzverbände in Berlin durchgeführt. Mit dem neugegründeten Umweltbildungszentrum Berlin sowie dem Naturschutzbund NABU – Landesverband Berlin e.V. konnte daraufhin ein Kooperationsvertrag geschlossen werden. In der Grundstruktur werden das ehemalige Scheunengebäude und Gesindehaus entkernt und in der ehemaligen Kubatur und Materialität erneuert sowie durch einen Neubau auf bestehenden Fundamenten nach dem neuesten Stand der Technik zu einem Dreiseitenhof ergänzt. Nach den Umbaumaßnahmen ist dann eine vielseitige Nutzung der Gebäude unter anderem als Gastraum, Lehrküche, Seminar- und Büronutzung sowie Gäste- und Wohnnutzung möglich. Der Abriss der nicht mehr verwendbaren Bauteile begann bereits im Oktober 2012.

Viel Neues aber auch Bestand vom alten Bauernhof "Havelmaten" findet seine neue Bestimmung.

Viel Neues aber auch Bestand vom alten Bauernhof „Havelmaten“ findet seine neue Bestimmung. Fotos (2): Patrick Rein

Vision wird Wirklichkeit

Der ehemalige Bauernhof „Havelmaten“, südlich von Gatow  und an der Havel gelegen , soll ein Ort für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ werden. Im Sommer 2012 hat der Bau des Umwelt-Bildungszentrums Berlin in Gatow begonnen. Damit wird, umgeben von landwirtschaftlicher Nutzfläche, auch ein Treffpunkt für Anwohner und andere Interessierte geschaffen. So wird auch an die erfolgreiche Veranstaltung im letzten Jahr, im damals noch provisorisch hergerichteten ehemaligen „Leutehauses“ angeboten, anknüpft. Schwerpunkt des Bildungsangebots wird jedoch nach der geplanten Eröffnung in 2014 in der Aus- und Weiterbildung gastronomischer Berufe für Menschen mit Handicap liegen. Zusätzlich werden Workshops und Seminare zu Ökologie, Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung angeboten.

Neben dem Beispiel Eiswerder und Havelmaten schlummern in Spandau noch weitere vergessene Schätze und warten darauf wiederentdeckt zu werden.

Patrick Rein

Berufsfindungsbörse ausgezeichnet

Im Rahmen der diesjährigen Berufsfindungsbörse auf der Spandauer Zitadelle erhielt Organisator casa e.V. Qualitätsauszeichnung.

Auch das Projekt „Vorfahrt für Spandauer Schüler“ hat seinen Ursprung in der Berufsfindungsbörse Spandau, die von Sozial-kulturelle Netzwerke casa e.V., dem Bezirksamt Spandau und der Agentur für Arbeit veranstaltet wird und bereits seit 1997 jedes Jahr stattfindet. Am Mittwoch war es auf der Zitadelle wieder so weit und tausende von überwiegend Spandauer Schülerinnen und Schüler strömten, meist im Klassenverband, in die Festungsanlage um sich über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Im Laufe der Jahre hat sich aus der singulären Großveranstaltung ein eng aufeinander abgestimmtes Netz mit unterschiedlichen Angeboten und Veranstaltungen an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf entwickelt, die alle unter dem „Dach“ der Berufsfindungsreihe zusammengefasst werden.

Auszeichnung des casa e.V. im Gotischen Saal.

Auszeichnung des casa e.V. im Gotischen Saal.

Perspektiven bieten

Im Rahmen des Projektes „Vorfahrt für Spandauer Schüler“ werden die Wünsche und Möglichkeiten von Spandauer Schülerinnen und Schülern nach einem passenden Ausbildungsplatz mit den Interessen von Wirtschaftsbetrieben nach passenden Auszubildenden verbunden. Initiator des Projektes, Bildungsstadtrat Gerhard Hanke, unterstützt die Initiative ebenso wie die Agentur für Arbeit und Jobcenter Spandau, die Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V. und die Schulaufsicht des Bezirks. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Chancen von Spandauer Schülerinnen und Schülern beim Übergang von der Schule in das Berufsleben – dem längsten Lebensabschnitt. Im Rahmen von „Vorfahrt für Spandauer Schüler“ kooperiert das BerufsFindungsZentrum Spandau (BFZ) derzeit mit 5 Spandauer Oberschulen.

Auch in diesem Jahr strömten wieder Spandauer Schülerinnen und Schüler zur Berufsfindungsbörse auf die Zitadelle.

Auch in diesem Jahr strömten wieder Spandauer Schülerinnen und Schüler zur Berufsfindungsbörse auf die Zitadelle. Fotos (2): Patrick Rein

Ausgezeichnete Qualität

Die hohe Qualität der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Basis der langjährig erfolgreichen sozialen und kulturellen Angebote als auch Dienstleistungen von Sozial-kulturelle Netzwerke casa e.V.. Nicht zuletzt dieser – auch im Leitbild des Trägers verankerte – Grundsatz hat dazu geführt, dass Sozial-kulturelle Netzwerke casa e.V. seit mehreren Jahrzehnten nachhaltig als sozialer und kultureller Dienstleister in Spandau aktiv ist. Qualität in der Arbeit geht dabei immer einher mit verbindlichen Absprachen, transparenten Strukturen und dem permanenten Bemühen um stetige Verbesserung in allen Prozessen und Bereichen. Das bestätigte auch die Zertifizierung als zugelassener Träger nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV), welche im Dezember 2012 erhalten wurde. Am Mittwoch folgte jetzt eine weitere Auszeichnung: für die von dauerhaft hohen fachlichen Standards getragenen Angebote zur Berufsorientierung und Berufsfindung wurde die Qualitätsauszeichnung Berlin-Brandenburg 2013 überreicht.

Patrick Rein

KAUSA Medienpreis 2013

Wettbewerb für Nachwuchsjournalisten

Presse - JournalistDer KAUSA Medienpreis ist mit 30.000 € dotiert. Gesucht werden Beiträge von Nachwuchs- journalisten zum Thema Bildung und Integration. Bewerbungsschluss ist der 08.07.2013.

Allgemeine Information

Der KAUSA Medienpreis wurde 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen. Der Wettbewerb wird von KAUSA, der Koordinierungsstelle Ausbildung bei Selbst- ständigen mit Migrationshintergrund durchgeführt. KAUSA ist Teil des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung, das aus Mitteln des BMBF und des ESF gefördert wird.

Swen Schulz zum KAUSA Medienpreis:

„Wir wollen gelungene Karrieren  von Migrantinnen und Migranten öffentlicher machen. Bildungs- und Arbeitschancen von Migrantinnen und Migranten sind ein Thema, das immer wichtiger wird – ganz besonders in Zeiten des Fachkräftemangel.“

Erklärungen zur Entwicklung an den Musikschulen

Nach der Berichterstattung über die Honorarkräfte an der Musikschule Spandau erreichten die Redaktion zwei Erklärungen.

Bereits am Dienstag berichteten wir über die neuen Vereinbarungen an der Musikschule. Doch nicht nur die Spandauer Honorarkräfte sind davon betroffen sondern berlinweit über 1500 Musikschullehrer. Demnach zeichnet sich auch nicht der Bezirk sondern die Senatsverwaltung verantwortlich. Auf unseren Bericht erhielten wir vom Musikschulleiter Jürgen Mularzyk folgende Mitteilung mit der Bitte um Veröffentlichung.

Leiter der Musikschule Spandau Jürgen Mularsky.

Leiter der Musikschule Spandau Jürgen Mularsky.

Gegendarstellung der Musikschule:

„Seit August des vergangenen Jahres gelten die neuen Ausführungsvorschriften über die Honorare an Berliner Musikschulen, die federführend von der Senatsfachverwaltung (SENBJW) entworfen wurden. Damit verbunden sind neue Honorarverträge, die für neue Honorarkräfte seit August 2012 Anwendung finden. Landesweit müssen die Vertragsverhältnisse aller anderen Honorarkräfte aller bezirklichen Musikschulen des Landes Berlin, die vor dem 1. August 2012 ihre Tätigkeit an einer dieser Musikschulen aufgenommen haben, zum 1. August 2013 den jetzt geltenden neuen Ausführungsvorschriften angepasst sein. Zu diesem Zweck erhalten in diesen Wochen alle betreffenden Honorarkräfte der bezirklichen Musikschulen neue Vertragsangebote.
Ihr Artikel „Kündigungen bei der Musikschule Spandau?“, der in gewisser Weise über diese Änderungen informieren will, ist zu unserem Bedauern schlecht recherchiert und enthält viele Fehlinformationen. Er ist sogar geeignet, den Ruf der Musikschule Spandau als verlässlicher Partner in der musisch-kulturellen Bildungslandschaft nachhaltig zu schädigen. Deshalb fordern wir eine Gegendarstellung in mindestens folgenden Punkten:

1.) Ihre Behauptung “… und seit letztem Jahr werden für Musikschullehrer wegen des Vorwurfs der Scheinselbstständigkeit Beiträge an die Künstlersozialkasse gezahlt.“
Hierzu erklären wir: Die Musikschule Spandau hält sich an das Künstlersozialversicherungsgesetz von Beginn an und zahlt seit Jahrzehnten Abgaben an die 1983 ins Leben gerufene Künstlersozialkasse.

2.) Ihre Behauptung „An Spandaus Musikschule sind 120 Honorarkräfte beschäftigt, deren Bezüge durch Neuverträge drastisch gekürzt werden sollen“
Hierzu erklären wir: Die neuen Ausführungsvorschriften schreiben erstmalig eine Angleichung der Honorarhöhe an die Gehaltsentwicklung im öffentlichen Dienst des Landes Berlin fest. Diese Angleichung wird dabei zum 1. August des jeweiligen Folgejahres vollzogen. Im August 2012 wurden die Honorare um 3,65 % angehoben. Zum 01. August 2013 folgt eine weitere Steigerung um 2,65 %. Darüber hinaus ist der Honorarsatz für Kursunterrichte in der Elementaren Musikerziehung (Musikgarten, Früherziehung, Grundbildung) und für Unterrichte in Schulkooperationen bezogen auf 45 Unterrichtsminuten seit dem 1. August 2012 um 2,00 € erhöht.“

Die neuen Honorarvereinbarungen für Musikschullehrer sorgen berlinweit für Diskussionen.

Die neuen Honorarvereinbarungen für Musikschullehrer sorgen berlinweit für Diskussionen. Fotos (2): Patrick Rein

Presserklärung der GAL-Fraktion Spandau

Am Freitag erreichte uns nun folgende Information der Bezirksverordneten der Alternativen Liste Spandau:

Honorarkräfte der Musikschule verdienen anständige Arbeitsverhältnisse

Neue Verträge des Berliner Senats fördern prekäre Beschäftigung und Altersarmut

Die von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft erarbeiteten neuen Verträge für Honorarkräfte der Musikschulen führen besonders für die hauptberuflich tätigen Musikschullehrerinnen und -lehrer zu einer drastischen Verschlechterung der Einkommen und gefährden die Arbeit auch der Musikschule Spandau. Die GAL-Fraktion fordert die verantwortliche Senatorin Sandra Scheeres (SPD) auf, endlich den berechtigten Forderungen der Lehrervertretung Spandau sowie der Landes-Lehrervertretung nachzukommen, die Verträge grundlegend zu überarbeiten und damit einen Beschluss der Berliner SPD vom 9. Juni 2012 umzusetzen. Der Landesparteitag hatte die SPD-Senatsmitglieder aufgefordert, sich für faire Arbeitsbedingungen an den Berliner Musikschulen einzusetzen. Die Landes-Lehrervertretung der Berliner Musikschulen e. V. kritisiert unter anderem den Einkommensverlust durch die neue Einzelstundenabrechnung und die deutlich spätere Umsetzung der für den Öffentlichen Dienst vereinbarten Tariferhöhungen.

Eine ausreichende Honorarfortzahlung im Krankheitsfall oder der Mutterschutz ist in den neuen Verträgen nicht vorgesehen. In Berlin arbeiten über 90 % der Musikschullehrerinnen und -lehrer als Honorarkräfte. Das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen lag 2012 nach Auskunft der Gewerkschaft Verdi bei 1.044 Euro. Innerhalb von 5 Jahren ist das Durchschnittseinkommen um 16 % gesunken. Mit den neuen Verträgen wird dieser Trend fortgesetzt. Bei einer Veranstaltung von GewerkschaftsGrün Berlin & Brandenburg am 14. März 2013 zu den prekären Beschäftigungsverhältnissen im Berliner Bildungswesen wurde darüber hinaus auf die drohende Altersarmut der Honorarkräfte hingewiesen.

Ende April sollen die bestehenden Honorarverträge nach den Vorgaben der Senatsverwaltung durch die bezirklichen Musikschulen gekündigt und die neuen Verträge unterschrieben werden. In Spandau betrifft dies rund 120 Honorarkräfte. Die Arbeit der Musikschule Spandau ist ernsthaft gefährdet. Hierzu erklärt Christoph Sonnenberg-Westeson, Vertreter der GAL-Fraktion im Ausschuss für Bildung und Kultur: „Die Bildungssenatorin fördert mit den neuen Honorarverträgen unsichere Beschäftigungsverhältnisse und Altersarmut. Niemand kann sich bei monatlich 1.000 Euro brutto finanzielle Altersvorsorge leisten. Die neuen Verträge sind unanständig und müssen zurückgenommen werden. Damit die Zukunft der bezirklichen Musikschulen langfristig gesichert wird, muss die Senatorin einen ganz anderen Weg einschlagen und sich an den vom Landesmusikrat Berlin erarbeiteten „Masterplan Musikschule“ orientieren. Dieser sieht unter anderem vor, dass 80 % der Musikschullehrerinnen und -lehrer fest anzustellen sind. Nur so wird verhindert, dass die wichtige Arbeit an den Musikschulen zum sicheren Schritt in die Armutsfalle wird.“ Grund für die neuen Honorarverträge war die Einschätzung der Deutschen Rentenversicherung, dass bei den bestehenden Verträgen der Tatbestand der Scheinselbständigkeit erfüllt sein kann.

Die Umsetzung des Masterplans Musikschule würde dieses Problem dauerhaft lösen, die Qualität der Lehre an den Musikschulen sichern und für faire Beschäftigungsverhältnisse sorgen.

Kündigungen bei der Musikschule?

An Spandaus Musikschule sind 120 Honorarkräfte beschäftigt deren Bezüge durch Neuverträge drastisch gekürzt werden sollen.

Mit zahlreichen Veranstaltungen und Vorführungen bereichern die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften der Spandauer Musikschule das kulturelle Leben im Bezirk. So wurden im vergangenen Jahr 140 Kurse angeboten – meist geleitet von einer der 120 Honorarkräften. Nach Angaben eines Lehrervertreters arbeiten derzeit lediglich drei Festangestellte und zwei Teilzeitkräfte an der Musikschule. Somit wird das Ausbildungsangebot fast ausschließlich über die Honorarkräfte gewährleistet.

Das Gebäude der Musikschule Spandau in der Moritzstraße kurz vor dem Marktplatz.

Das Gebäude der Musikschule Spandau in der Moritzstraße 17 kurz vor dem Marktplatz.

Schlechte Absicherung

Aus Sicht der Lehrervertretung der Musikschule Spandau gestalten sich die Arbeitsbedingungen dabei zunehmend schwieriger. Schon seit Jahren besteht für die Honorarkräfte keine ausreichende Absicherung im Krankheitsfall, kein Mutterschutz oder die Möglichkeit einer Altersvorsorge. Dies gilt allerdings auch für Freiberufler und Selbstständige aus anderen Bereichen. Die betroffenen Berufsgruppen sind somit selbst für entsprechende Vorkehrungen verantwortlich und seit letztem Jahr werden für Musikschullehrer wegen des Vorwurfs der Scheinselbstständigkeit Beiträge an die Künstlersozialkasse gezahlt. In diesem Zusammenhang soll nun auch die Umstellung der pauschalen Vergütung auf Stundenabrechnung erfolgen, wodurch die Honorarkräfte finanziell schlechter gestellt würden.

Wie hier der Hexentanz beim Musikschulfest auf der Zitadelle bereichert die Arbeit der Honorarkräfte das kulturelle Leben und die musikalische Erziehung.

Wie hier der Hexentanz beim Musikschulfest auf der Zitadelle bereichert die Arbeit der Honorarkräfte das kulturelle Leben und die musikalische Erziehung. Fotos (2): Patrick Rein

Kürzungen der Honorare

An der Musikschule Spandau wird jetzt allen Honorarkräften gekündigt und ein neuer Vertrag mit deutlich schlechteren Bedingungen angeboten. Zukünftig sollen nur noch die tatsächlich erbrachten Unterrichtsleistungen honoriert werden, wodurch in den Ferien keine Einkünfte erzielt würden. Aus finanzieller Not werden einige dieses Angebot dennoch annehmen und sich mit den finanziellen Einbußen abfinden. Für deren Motivation wird dies sicherlich kein Anreiz sein. Viele Honorarkräfte haben jedoch bereits gegenüber der Lehrervertretung signalisiert das neue Vertragsangebot nicht annehmen zu wollen, ein Unterricht im bisherigen Umfang wäre dann schwer möglich. Neben den dann bestehenden Personalproblemen ist die Spandauer Musikschule im Vergleich zu anderen Bezirken auch instrumental schwächer ausgestattet und benötigt Geld für Anschaffungen.

Bezirkliche Einrichtung

Die Musikschule Spandau ist eine vom Bezirk geförderte Bildungs- und Kultureinrichtung um Aufgaben der außerschulischen Musikerziehung für Kinder, Jugendliche und Erwachsenen wahrzunehmen. Schwerpunkt der Musikschularbeit ist dabei der instrumentale und vokale Einzel-, Gruppen- oder Klassenunterricht in allen gängigen Fächern. Darüber hinaus gibt es aber auch zahlreiche Angebote des gemeinsamen Musizierens und Singens sowie Tanz- und Ballettkurse. Die Instrumental-, Vokal- und Tanzensembles der Musikschule präsentieren sich regelmäßig in der Öffentlichkeit und nehmen aktiv am kulturellen Leben des Bezirks und der Stadt Berlin teil.

Patrick Rein

Startschuss zum neuen Semester

VHS Spandau mit neuem Programm zum Frühjahrssemester

Voller Elan ins neue Semester starten, mit dem Programm der VHS Spandau!

Voller Elan ins neue Semester starten, mit dem Programm der VHS Spandau!

Die Volkshochschule Spandau startet nach der Winterpause mit einem neuen Programm ins Frühjahrssemester.

Mit rund 600 Kursen und Veranstaltungen bietet die VHS Bildung in den Bereichen Sprachen, Gesundheit und Kultur an. Auch politische und berufliche Bildungsmöglichkeiten gehören zum aktuellen Programm der Bildungseinrichtung. Das aktuelle Programm liegt an vielen öffentlichen Stellen in Spandau aus und ist auf vhs-spandau.de und vhs.berlin.de abrufbar.

Für weitere Informationen steht Ihnen das Team der VHS Spandau

Moritzstraße 17
13597 Spandau
Telefon (030) 902 79 5000

gerne zur Verfügung. Die Sprechzeiten zur persönlichen Anmeldung sind,

  • Montag und Dienstag 10.00 – 13.00 Uhr
  • Donnerstag 16.00 – 19.00 Uhr, diese gelten nicht in den Ferien.

 

 

Jeder kann studieren – doch warum?

Trotz des Auslaufmodells Studiengebühren ändert sich wenig an der finanziellen Situation der Hochschulen – und den Voraussetzungen von Studierenden

Erst Anfang 2005 hatte das Bundesverfassungsgericht einer Klage von Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Hessen, Saarland, Hamburg, Bayern und Sachsen, damals allesamt unionsgeführt, zur Einführung von Studiengebühren stattgegeben. Nach dem Regierungswechsel in Niedersachsen und einem Volksbegehren in Bayern weichen nun – wahrscheinlich – auch die letzten beiden verbliebenen Länder von der kontrovers diskutierten Hochschulgebühr ab.

In Berlin kann von insgesamt vier Universitäten gewählt werden. Hinzu kommen noch verschiedene Fachhochschulen.

In Berlin und Potsdam kann von insgesamt vier Universitäten gewählt werden. Hinzu kommen noch verschiedene Fachhochschulen. Foto: Patrick Rein

Studieren ist nicht umsonst

Doch auch ohne Studiengebühren bleibt der Hochschulzugang entgegen weitläufiger Ansichten nicht kostenfrei. In Berlin und Potsdam wurden beispielsweise zwar keine Studiengebühren erhoben, dennoch zahlen Studierende einen nicht unerheblichen Semesterbeitrag, der, wie auch in anderen Bundesländern, unter anderem mit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gerechtfertigt wird. Von einem kostenfreien Zugang zur Hochschulbildung zu sprechen, ist irreführend. Lediglich in Härtefallen kann man sich von der Zahlung befreien lassen.

Marodes Hochschulsystem

Besonders Berlin hat sich mit der technischen und freien sowie der Humboldt Universität (TU, FU und HU) zu einer der deutschen Universitätsstädte mit Anziehungskraft auch für ausländische Studierende entwickelt. Mit der Universität Potsdam, besonders bei Spandauern beliebt, stehen Interessierten vier Hochschulen mit nahezu jedem Studiengang zur Verfügung. Dennoch steht die Hochschulbildung seit Jahren am Pranger: Veraltet, praxisfern, überlaufen, anonym und mangelhaft ausgestattet. Mittels Studiengebühren sollte der finanzielle Rahmen für Investitionen verbessert werden – so zumindest die Argumentation der damaligen Befürworter. Doch sind andere Finanzierungsmodelle, auch unter Einbeziehung der Nutzer, erforderlich um nachhaltig das Hochschulsystem aufzuwerten.

Eliteunis statt Aufwertung

Immer wieder ist von einem gerechteren und kostenfreien Bildungszugang die Rede, wo die intellektuellen Voraussetzungen und nicht der Geldbeutel der Eltern entscheidend sind. Doch die Realität sieht anders aus. Deutlich bessere Berufsaussichten genießen heutzutage die Absolventen der sogenannten Eliteunis. Es entsteht der Anschein, zwar jedem einen Hochschulzugang zu ermöglichen, jedoch über die Örtlichkeit des Abschlusses weiterhin eine Zweiklassengesellschaft im Bildungssystem aufrechtzuerhalten. Bei einer gerechten Bildungspolitik müssten möglichst alle Hochschulen elitär ausgestattet sein und somit der Abschluss in der Wirtschaft gleichermaßen anerkannt werden. Privatunis würden dann ein erweitertes Angebot darstellen. So lange jedoch in Abiturientenkreisen die Hochschule nach Renommee, Ausstattung und Lehrvoraussetzungen ausgewählt werden, war die Studiengebühr lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein bei der Auswahl des Hochschulortes und den daraus resultierenden Berufsaussichten.

Wie in der gesamten Bildungspolitik, von der Kita über die Grund- und Sekundarschulen bis hin zur Hochschule, sind weiterhin einschneidende Reformen anstatt von Stückwerk notwendig. In jeder Diskussion zum Thema Bildung werden Missstände deutlich. Veränderungen laufen jedoch schleppend und werden – wie die Schulreform in Berlin – ständig zurückgenommen, nachgebessert oder geändert. Dies führt zu Verunsicherungen bei Eltern und Betroffenen.

Patrick Rein

100 Kita-Plätze in den Arcaden

Mit der Neueröffnung einer KLAX-Kindertagesstätte im Shopping-Tempel kommt Spandau dem gesetzlichen Betreuungsplatzanspruch wieder ein Stück näher

Bereits vor zehn Jahren bemühte sich die Klax Berlin gGmbH um Räumlichkeiten in den Arcaden. Jetzt hat es endlich geklappt und am Montag eröffnete die neue Kindertagesstätte im Beisein von Center-Manager Bernd Muchow sowie Fachdienstleiter für die Kooperation mit Regeleinrichtungen  Klaus Sareika. Neben den Architekten und Bauherren nahmen natürlich gerade viele Eltern und Kindern sowohl die Räume als auch die Mitarbeiter der KLAX-Kita in Augenschein.

Center-Manager Bernd Muchow (re.) begrüßte die neuen Mieter der Klax-Kita mit Leiterin Carola Bräunlein.

Center-Manager Bernd Muchow (re.) begrüßte die neuen Mieter der Klax-Kita mit Leiterin Carola Bräunlein.

Gesund ernähren, individuell entwickeln

Carola Bräunlein, Leiterin der KLAX-Kita „Karlsson vom Dach“ – mit dem Platz im zweiten Obergeschoss der Arcaden und direkt neben mytoys gelegen ein wirklich passender Name –  und Friderike Bostelmann, Geschäftsführerin der KLAX Berlin gGmbH, hießen die Gäste dabei willkommen.  Führungen durch die Räumlichkeiten, Experimentier,- Mal- und Musikangebote für Kinder sowie natürlich Snacks und Getränke von „Löwenzahn“ bestätigten den durchweg positiven Eindruck des Angebotes über helle Räume, familienfreundliche Öffnungszeiten von 6 bis 19 Uhr und einem besonderen Ernährungskonzept in Kooperation mit dem Vollwert-Bio-Caterer „Löwenzahn“.

Das Team für Kinderfragen in den Spandau Arcaden bietet 100 neue Betreuungsplätze.

Das Team für Kinderfragen in den Spandau Arcaden bietet 100 neue Betreuungsplätze. Fotos (2): Patrick Rein

So lernt die Zukunft

Die KLAX Berlin gGmbH ist ein privater Träger von Krippen, Kindergärten und Schulen. Mit der Kita „Karlsson vom Dach“ in den Spandau Arcaden wurde bereits die 28. Einrichtung in der Hauptstadt eröffnet. Mittlerweile ist das Konzept so erfolgreich, dass es nach Schweden und Niedersachsen expandiert ist. Die Idee dahinter ist einfach und erfolgversprechend: Ein Bildungskonzept – das Lernen mit Zielen – wird der individuellen Entwicklung der Kinder vom ersten Schritt bis hin zum frühen Schreiben, von Krippe bis zum letzten Kindergartenalter, gerecht. Die Lernerfolge und Entwicklungsschritte werden in einem ganz persönlichen Portfolio gesammelt. Im gemeinsamen Dialog gehen Eltern, Pädagogen und Kinder durch die Krippen- und Kindergartenzeit.

Mit der Eröffnung ist der Bezirk Spandau hingegen wieder einen Schritt weiter gekommen, die benötigte Zahl an Betreuungsplätzen zu erreichen, welche durch den Gesetzesanspruch ab kommendem Schuljahr Eltern zusteht.

Patrick Rein

Kleebank setzt Bildungstour an Schulen fort

Nach dem Besuch der Knobelsdorff-Schule für Bautechnik kurz vor Weihnachten stand nun die International School Villa Amalienhof auf dem Besuchsprogramm

Die erste Station der diesjährigen Bildungstour führte Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) in die International School Villa Amalienhof (IVSA). Bei dieser handelt sich um eine Ganztagsschule mit englischdeutschem (bilingualen) Lehrprogramm in Grund- und Sekundarschule, an der Schüler vom Kindergarten bis zum Schulabschluss unterrichtet werden. Die Schule liegt inmitten einer 60.000 Quadratmeter großen Park- und Waldlandschaft und verfügt über eine Bibliothek, ein naturwissenschaftliches Labor sowie moderne Computerräume.

Schulleiterin der IVSA, Frau Edith Suter, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank

Schulleiterin der IVSA, Frau Edith Suter, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank

IVSA als genehmigte Ersatzschule anerkannt

Für die Aufnahme an dieser Privatschule, die jederzeit möglich ist, sind nicht nur Schülerinnen und Schüler aus einem internationalen Umfeld angesprochen, sondern auch diejenigen, die aus einem deutschsprachigen Elternhaus kommen. Die IVSA eignet sich vor allem auch für Familien, die sich aus berufsbedingten Gründen nur für eine begrenzte Zeit in Berlin aufhalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einkommensabhängige Schulgebühren zu vereinbaren.

Offenheit gegenüber Spandauer Institutionen

Derzeit besuchen zirka 220 Schülerinnen und Schüler diese Internationale Privatschule. Ziel ist es, die Schülerschaft zu verdoppeln. Aktuell wird der Neubau eines Grundschulgebäudes auf dem Schulareal geplant. Bezirksbürgermeister Kleebank führt aus:„Als positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass die IVSA eine Kooperation mit bezirklichen Einrichtungen Spandaus pflegt. Sie unterstützt das Kulturzentrum Gemischtes, die Jugendfreizeiteinrichtung SportJugendClub Wildwuchs und die Spandauer Suppenküche. Dies zeigt die Offenheit der IVSA gegenüber Spandauer Institutionen.“

 Karen Scholz, technische Koordinatorin, Ulrich Warlo, stellvertretender Schulleiter, Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister, Thomas Retzlaff, Schulpraktikant, Hartmut Ott, Abteilungsleiter (v. li.)

Karen Scholz, technische Koordinatorin, Ulrich Warlo, stellvertretender Schulleiter, Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister, Thomas Retzlaff, Schulpraktikant, Hartmut Ott, Abteilungsleiter (v. li.) Fotos (2): Bezirksamt Spandau

Letzte Station 2012

Im letzten Jahr besuchte Kleebank kurz vor Weihnachten die Knobelsdorff-Schule – Oberstufenzentrum (OSZ) Bautechnik. Das OSZ gliedert sich in drei Abteilungen: Es besteht aus einer Berufsschule (duale Ausbildung), einer Berufsfachschule für Bauhandwerker (fachpraktische und fachtheoretische Ausbildung in sieben Ausbildungsberufen) und aus schulischen Bildungsgängen (Berufsvorbereitung, Assistentinnenausbildung, Fachoberschule, Berufsoberschule sowie berufliches Gymnasium). Die Berufsfachschule für Bauhandwerker – die auch Bauaufträge des Landes und der Stadt Berlin übernimmt – hat unter anderem eine komplette Kita im Bezirk Steglitz gebaut.

Praktische Erfahrungen sammeln

Im Rahmen der Berufsvorbereitung bietet das OSZ Bautechnik berufsqualifizierende Lehrgänge an. Sie richten sich an alle Jugendlichen, unabhängig davon, ob sie bisher schon den mittleren oder gar keinen Schulabschluss erworben haben. Momentan nehmen 70 Schülerinnen und Schüler diese Lehrgänge wahr. Die gesamte Ausbildung am OSZ erfolgt unter realen Arbeitsbedingungen und beinhaltet ebenfalls die Durchführung von Projekten in der Bauwerkerhaltung sowie Denkmalpflege. So führt das OSZ mit seinen Auszubildenden in Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde Berlin Spandau und dem Bezirksamt vorbereitende und bestandssichernde Arbeiten zur Wiederherstellung des teils denkmalgeschützten Ensembles im Gutspark Neukladow durch.

Patrick Rein

Schulsozialarbeit gefährdet

Swen Schulz kämpft dagegen an

Swen Schulz, SPD Schulz (Mitglied des Deutschen Bundestages)

Swen Schulz, SPD Schulz (Mitglied des Deutschen Bundestages)

Die vom Bund bewilligten Mittel, die die Kommunen für Schulsozialarbeit erhalten haben sind bis 2013 befristet. Dies bedeutet, dass in Spandau keine weiteren finanziellen Mittel zur Unterstützung der Schulsozialarbeit zur Verfügung stehen. Damit stehen fünf Stellen in diesem Bereich auf dem Spiel, die bis dato mit rund 250.000 € jährlich ermöglicht wurden. Insgesamt existieren in Spandau 16  Stellen im bereich der Schulsozialarbeit.

Der Spandauer Bundestagsabgeordnete der SPD Swen Schulz stelle eine Anfrage an die Bundesregierung über die Bewilligung weiterer Gelder, diese will die Förderung jedoch nicht verlängern. Swen Schulz, der auch das Amt des Bildungsexperten der Fraktion inne hat fordert dennoch eine stärkere Ausweitung der Förderung:

„Der Bund muss sich stärker in die Lösung der Bildungsprobleme einbringen. Und dazu gehört eben auch, die Schulen gut mit qualifiziertem Personal auszustatten. Die Länder und Kommunen können die Herausforderungen nicht alleine meistern.“

Bildung braucht Unterstützer

Einzigartiger Bildungskongress im Roten Rathaus verbindet Bildungsengagements mit Berliner Wirtschaft

Am 30./31. August lädt  das Evangelische Johannesstift gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung zum Kongress Kinder.Stiften.Zukunft ins Rote Rathaus ein.  Ziel ist es Bildungsengagements  für Berliner Grundschüler miteinander zu  vernetzen und finanzielle als auch sachliche Unterstützer zu gewinnen.

Kinder brauchen Bildung.

Kinder brauchen Bildung. Foto: Evangelischer Johannisstift

Großes Interesse

Die Veranstaltungsreihe fand seit 2005 bereits in zahlreichen anderen Städten statt und stieß auf breites  Interesse. Auch bei der Premiere in Berlin sind die Plätze für gemeinnützige und zivilgesellschaftliche Akteure wie  Stiftungen und Vereine, die sich präsentieren wollen bereits vergeben. So sind aus Spandau unter anderem die Charlie-Rivel-Grundschule, die Evangelische Schule Spandau und die Christian-Morgenstern-Schule vertreten. Gesucht werden hingegen noch Partner aus der Wirtschaft die sich als Sponsoren bei einer thematisch passenden Initiative einbringen wollen. Gemeinsam sollen alle ins Gespräch kommen und so zu Kooperationen ermutigt werden.

Breitgefächertes Angebot

Neben einer Messe auf der verschiedenste Bildungsinitiativen vorgestellt werden, bietet der Kongress ein Dutzend  Workshops mit Themen zu gelingender Kooperation, zu wirkungsvoller Hilfe, Einblicke ins Fundraising oder Ausblicke in das Thema Veränderung von Sprache im digitalen Zeitalter. Außerdem bleibt viel Raum, sich kennenzulernen und Möglichkeiten der künftigen Zusammenarbeit auszuloten.

Pfarrer Martin von Essen

Pfarrer Martin von Essen ist Stiftvorsteher des Evangelischen Johannisstift. Foto: Karin Baumann

„Am Ende des Tages wünschen wir uns konkrete Handschläge, die Kooperationen von Beteiligten besiegeln“, sagt Pfarrer Martin von Essen, Stiftvorsteher des Evangelischen Johannesstifts. „Daran werden wir den Erfolg des Kongresses messen. Gelingende Zusammenarbeit verbessert die Zukunft für die jungen Schülerinnen und Schüler. Und nur darum geht es“.

Zahlreiche Initiativen kümmern sich um die Bildungsbelange von Kindern.

Zahlreiche Initiativen kümmern sich um die Bildungsbelange von Kindern. Foto: Evangelischer Johannisstift

Interesse geweckt?

Suchen Sie oder Ihr Unternehmen eine Möglichkeit sich sozial zu engagieren? Der Kongress bietet Ihnen die Möglichkeit verschiedene gute Projekte kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und mit Gleichgesinnten Zukunft zu gestalten. Nähere Informationen gibt es im Evangelischen Johannesstift unter 030 336 09 9955 oder im Internet unter www.kinder-stiften-zukunft-berlin.de.

Der richtige Partner

Mit dem Kongress Kinder.Stiften.Zukunft  setzt das Evangelische Johannesstift ein deutliches Zeichen für die Bedeutung sektorenübergreifenden Engagements für Berlin. Das Johannesstift ist unter anderem selbst Träger der Initiative „Kinder beflügeln“, die derzeit  mit zehn  Grundschulen in sozialen Brennpunkten kooperiert und seit vier  Jahren Tausende von  Schülern zu besonderen Bildungserlebnissen verhilft. So wurde erst vor kurzem das Teilprojekt „Kulturpiloten“ vom Bundesministerium ausgezeichnet. Das Projekt ist rein aus Spenden finanziert und auch hier sind Unterstützer immer gern gesehen.

Patrick Rein

Die 16. Berufsfindungsbörse am 10. Mai

Berufsorientierung und Zukunftsprojekte auf der Zitadelle

Die 16. Berufsfindungsbörse wird am 10. Mai 2012 in der Zitadelle Spandau stattfinden. Auch in diesem Jahr werden über 100 Betriebe, Aussteller und Hochschulen in der Zitadelle Spandau Berufe, Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengänge vorstellen. Schülerinnen und Schüler aus Berlin und Brandenburg könnnen sich über insgesamt 300 verschiedene Studiengänge, Ausbildungsberufe und Qualifikationen informieren. Es ist auch möglich, direkte Gespräche mit Personalverantwortlichen zu führen.

Die Veranstaltung ist eine individuelle Berufsorientierung, die den Schülern einen besseren Einblick in das Arbeitsleben verschafft und ihre Zukunftsperspektiven erweitert. Insgesamt stehen mehr als 2000 freie Ausbildungsplätze zur Verfügung, viele noch für 2012. Schüler können hier auch ihre Bewerbungsunterlagen prüfen lassen und Einstellungstests absolvieren.

Die Veranstaltung ist für Schüler wie für Unternehmen kostenfrei. Sie wird vom Bezirksamt Berlin-Spandau, Abteilung Jugend, Bildung, Kultur und Sport, sowie vom Sozial-kulturellem Netzwerk casa e.V. organisiert. Anmeldeunterlagen und weitere Informationen erhält man auf der Homepage www.casa-ev.de,  unter den Rufnummern (030) 382 52 81 und (030) 622 02 302 oder per e-mail: kontakt@casa-ev.de .

Spandau hat die höchsten Unterrichtsausfälle


In Spandau fallen wöchentlich die meisten Unterrichtsstunden in Berlin aus

In Spandau vielen im vergangenem Jahr wöchentlich 1070 Stunden Unterricht aus. Damit liegt Spandau auf Platz 1 des Berliner Vergleichs. Einer der Gründe dafür sind die berlinweit 1551 dienstuntauglichen Lehrer und Lehrerinnen. Demnach fordert die CDU-Fraktion Spandau, dass man sich auf Landesebene mit den Themen Lehrerbedarf und dauerkranke Lehrer befasst.

Zum Thema Lehrerbedarf,  liegt der CDU zufolge das Problem an der Anzahl der ausgebildeten Lehrer und Lehrerinen sowie an der Qualität dieser Ausbildung. Die Senatsbildungsverwaltung sei daher dazu verpflichtet Spandau in der Zuweisung neuer Lehrkräfte stärker zu berücksichtigen. Laut CDU-Fraktion Spandau bedarf es einer 100% Erhöhung der Lehrerstellen und Vertretungsreserven.

Zum Thema dauerkranke Lehrer fordern die Spandauer CDU-Abgeordneten ein effektiveres Gesundheitsmanagement und einen besseren Einsatz der dauerkranken Lehrer. Auch in der Koalitionsvereinbarung zwischen  CDU und SPD in Berlin wurde das Thema aufgegriffen :

„Lehrkräfte, die den Herausforderungen des regulären Unterrichtens nicht mehr gewachsen sind, wird eine andere Tätigkeit im pädagogischen oder schulorganisatorischen Bereich angeboten.“

Diese Maßnahme sollte die unterrichtenden Kollegen entlasten und die jährlichen 50 Millionen Euro die das Land für Vertretung bezahlt rechtfertigen.

Harri-Reinert-Volkshochschule Spandau – Gesellschaftliche Teilhabe für alle


Bedarfsgerechte Angebote auch in der Zukunft

Das Hauptgebäude der Volkshochschule Spandau. (Foto: Ralf Salecker)

Die Bertolt-Brecht-Oberschule. (Foto: Ralf Salecker)

Das Programm der VS ist bekanntermaßen sehr vielfältig. Schaut man sich die Schwerpunkte genauer an und vergleicht dieses mit anderen Berliner Bezirken, stellt man merkbare Unterschiede fest, die typisch für die Spandauer Situation sind.

Beeindruckende Zahlen bei der VHS

Fangen wir erst einmal mit einer beeindruckenden Zahl an. 2011 bot die VHS 33.000 Unterrichtsstunden an. Dabei scheint der männliche Teil der Bevölkerung weniger an Weiterbildung interessiert zu sein, denn drei Viertel der Nutzer sind Frauen. Erstere haben also noch einen deutlichen Nachholbedarf.

Spandau ist anders als Berlin

Den Löwenanteil am gesamten Unterrichtsprogramm haben mit fast 52 Prozent die Deutschkurse. Damit sind wir schon bei der Spandau spezifischen Nutzung. Der hohe Anteil an Migranten beeinflusst diese Zahlen deutlich. Zwei Drittel der Kursteilnehmer kommen aus einem bildungsfernen Hintergrund. In Mitte sind es gerade einmal ein Drittel. Nicht einmal 18 Prozent verfügen über einen Hochschulabschluss. In Pankow sind es über 83 Prozent.

Wie gelangen Spandauer Nutzer an die Informationen zu den angebotenen Kursen? In Zeiten des Internets läge nun eine spontane Antwort nahe – nicht in Spandau. Hier greifen gerade einmal ein Drittel der Interessenten auf das Netz zurück. Schaut man nach Mitte, dann sind es dort zwei Drittel. Verfügt die entsprechende Klientel in Spandau über keinen Internetzugang oder nutzen sie ihren Computer für andere Dinge?

Wenn der Schritt in die Volkshochschule einmal getan ist, scheinen die Teilnehmer Freude daran zu entwickeln und das nicht nur, weil praktisch alle mit der Qualität der gebotenen Leistung und den erzielten Lernerfolgen sehr zufrieden sind. Zwei Drittel besuchen zum wiederholten Mal einen Kurs. Fast alle würden auch in Zukunft die Angebote der VHS nutzen wollen und empfehlen diese auch gerne weiter.

Wie wird sich das Angebot der Volkshochschule in Zukunft verändern?

Die Gesellschaft ist in einem steten Wandel begriffen. Der demografische Wandel macht auch vor Spandau nicht halt. Um auch weiterhin zufriedene Nutzer aufweisen zu können, ist ein bedarfsgerechtes Angebot anzustreben, welches sich verstärkt an Senioren wendet.

Mit an erster Stelle stehen die Schaffung von Chancengleichheit und der Ausgleich von Bildungsbenachteiligung. Von vielen schamhaft verschwiegen, liegt der Anteil der funktionalen Analphabeten – nicht nur bei Migranten – unter den Arbeitnehmer bei 14 Prozent. Wer die größte Hürde, nämlich die Überwindung der eigenen Scham vollzogen hat, bekommt so die Chance, endlich wieder positive Erfahrungen zu machen, möglicherweise sogar einen Schulabschluss nachzumachen – an der – Volkshochschule.

Die Stadtbibliothek in der Altstadt hat mit der „Bibliothek der Kulturen“ einen beispielhaften Anfang gemacht. Ein passendes Literatur-Angebot für Migranten fördert den ersten Kontakt mit der Bibliothek. In der Folge steigt die Wahrscheinlichkeit, auch andere Angebote zu nutzen. Passende Kurse in der VHS bieten in der Folge Migranten einen Einstieg in die Teilhabe an der Gesellschaft. Teilhabe zu ermöglichen, in den unterschiedlichsten Bereichen, ist also ein wichtiges Leitmotiv für die zukünftige Arbeit der Volkshochschule.

Ralf Salecker