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Hertha-Fan Sonderzug Nothalt in Spandau

Aufgeheizte Hertha-Fans umgehen Polizeikontrolle

Mittwoch Morgen fuhren die niedergeschlagenen Hertha-Fans in einem Sonderzug von Düsseldorf zurück und zogen am Spandauer Hauptbahnhof die Notbremse. Im Zug befanden sich 760 Hertha-Fans  die durch die Niederlage im Relegations-Spiel aufgeheizt waren. Am Berliner Hauptbahnhof sollten die gewaltbereiten Fans von der Polizei für eine Personalienaufnahme empfangen werden. Mehr als 500 Polizisten wurden für diesen Einsatz mobilisiert. Durch die Notbremsung in Spandau konnten die Fans mit der S-Bahn oder der Regionalbahn weiterfahren und so die vorgesehene Polizeikontrolle umgehen. Polizeikräfte vereilten zu verschiedenen S-Bahn Stationen und in die Spandauer Altstadt, um weitere Ausschreitungen zu verhindern.

In Düsseldorf waren bereits 120 Polizisten eingesetzt worden um den Aufenthalt der Hertha-Fans nach dem Spiel zu sichern. Es kam jedoch nicht zu schlimmeren Zwischenfällen. Während der Zugfahrt warfen die Fans in mindestens zwei Waggons zahlreiche Scheiben ein und demolierten ein Abteil. In Hannover-Minden wurde ein planmäßiger Halt des Zuges abgesagt, weil vereinzelt Gegenstände auf den Bahnsteig geworfen wurden. Nach Angaben der Polizei, befanden sich rund 180 Fans im Sonderzug die schon früher von den Behörden als Problemfälle eingestuft worden. An Bord waren ausschließlich die Ordnungskräfte von Hertha Fanclubs für die Sicherheit zuständig.

In Düsseldorf wurde der Sieg während dessen friedlich gefeiert und es kam außerhalb des Stadions zu keinen weiteren Vorkommnissen.

Hertha ist vorerst abgestiegen

Nach einer dramatischen Partie steigt Hertha BSC nach nur einer Saison wieder in die 2. Liga ab

Am letzten Spieltag keimte bei den Verantwortlichen und allen Fans noch ein Mal die Hoffnung auf: Mit einem 3:1 überholten die Herthaner den 1. FC Köln und erreichten den Relegationsplatz. Doch nach der 1:2 Heimniederlage im eigenen Stadion, wo die Berliner sich mehr selbst schlugen, kamen die Hauptstädter auch im Rückspiel nicht über ein Unentschieden hinaus. Dabei hatte der Betreiber des Gänsemarktes für die Spandauer im Fall eines Klassenerhalts für seine Gäste sogar 50 Liter Freibier in Aussicht gestellt.

Bereits im Hinspiel fielen die Düsseldorfer Fans durch Pyrotechnik auf.

Bereits im Hinspiel fielen die Düsseldorfer Fans durch Pyrotechnik auf. Foto: Patrick Rein

Hertha schnell geschockt

Doch bereits nach zwanzig Sekunden erzielten die Düsseldorfer mit einem Distanzschuss den 1:0 Führungstreffer. Es änderte sich dadurch jedoch nichts am eigentlichen Ausgangswert, denn zwei Treffer würden weiterhin reichen. Zumindest für eine Verlängerung. Der Anschlusstreffer nach einem schönen Freistoß vom erstmals seit Beginn an spielendem Ronny und daraus verwandeltem Kopfball von Ben-Hatira ließen weiter hoffen.

Undiszipliniertheit kostet den Sieg

Wieder ein Mal geriet Hertha nach unnötigem und auch wiederholtem Foulspiel vom Torschützen Ben-Hatira mit gelb-roter Karte in Unterzahl. Dennoch glaubte die Mannschaft an sich und zeigte eine kämpferische Leistung. Der Berliner Anhang hingegen präsentierte sich erstmals weniger erstligatauglich und warf Feuerwerkskörper aufs Spielfeld. Wobei Co-Kommentator Mehmet Scholl passend feststellte, dass auch aus dem Heimblock welche kamen. Bereits im Hinspiel waren die Düsseldorf Fans mit Pyrotechnik im Berliner Olympiastadion aufgefallen und es sollte noch weitaus dramatischer werden an diesem Tag.

Spielabbruch oder Entscheidung

Das Sicherheitskonzept in Berlin ging hingegen dem in Düsseldorf auf.

Das Sicherheitskonzept in Berlin ging hingegen dem in Düsseldorf auf. Foto: Patrick Rein

Düsseldorf konnte trotz Überzahl das Spiel nicht dominieren und wartete auf Fehler. Hertha hingegen wirkte wie gewohnt überfordert, herausgeragt hat lediglich Ronny. Zwar bereitete Ramos das 2:2 für Raffael vor, aber das war zu wenig. Es ist verständlich, dass die Düsseldorfer nach schweren Jahren, von der 4. Liga aus beginnend, euphorisch beim anstehenden Aufstieg agierten. Doch stürmten beim Stand von 2:2, und damit der Möglichkeit eines zum Klassenerhalt möglichen Führungstreffers, bei Abschlag von Hertha-Torhüter Kraft die Düsseldorfer Fans das Spielfeld und begannen den Rasen zu zerpflücken sowie bengalische Feuer zu zünden.

Fans nicht erstligatauglich

Erst nach minutenlangen Räumungsaktionen als auch Gesprächen mit den Verantwortlichen von Hertha BSC kam die Mannschaft wieder aus der Kabine und die Partie wurde zu Ende gebracht. Leider nicht annähernd mit den angekündigten zwei Minuten noch verbliebender Nachspielzeit. Fraglich bleibt, ob die Fortuna mit diesem Sicherheitskonzept und dem Anhang reif für die 1. Liga ist. Aber nicht nur für die Spandauer viel entscheidender: Wie geht es jetzt weiter bei der alten Dame von der Spree? Noch überlegt der Verein Widerspruch gegen die Wertung des Spiels einzulegen.

Patrick Rein

Hertha verliert gegen Düsseldorf

Hauptstadtclub verfällt im Relegationshinspiel gegen Fortuna Düsseldorf in alte Tugenden und verliert nach Führung mit 1:2

Die Zuversicht war groß nach dem letzten Heimauftritt gegen Hoffenheim, wo die alte Dame von der Spree mit einer engagierten und kämpferischen Leistung noch an Köln auf den Relegationsplatz vorbeizog (Bericht hier). Nahezu euphorisch fanden sich dadurch gestern Abend fast 70.000 Zuschauer im Rund des Olympiastadions ein, um dabei zu sein wenn gegen Düsseldorf der erste von zwei Schritten zum Verbleib in Liga 1. getan werde.

Hoffnungsvolle erste Halbzeit

Einmarsch der Akteure zum Relegationshinspiel im Berliner Olympiastadion.

Einmarsch der Akteure zum Relegationshinspiel im Berliner Olympiastadion. Foto: Patrick Rein

Natürlich fanden auch wieder viele Spandauer den Weg ins Stadion, gibt es doch in kaum einem anderen Bezirk so viele Hertha-Fans wie hier. Die Stimmung war schon vor Anpfiff ausgezeichnet, was aber nicht zuletzt auch an den zahlreich mitgereisten Anhängern der Rheinmetropole lag. Zum Beginn der Partie erarbeiteten sich beide Mannschaften Chancen bis Roman Hubnik in der 19. Minute nach einem Eckball das 1:0 für die Berliner erzielte. Alles lief nach Plan und die Hausherren schienen das Spiel jetzt durchaus im Griff zu haben.

Ein fast ausverkauftes Stadion und ausgelassene Stimmung.

Ein fast ausverkauftes Stadion und ausgelassene Stimmung nicht nur in der Ostkurve. Foto: Patrick Rein

Hertha schlägt sich selbst

Im zweiten Durchgang lies der BSC die Gäste jedoch immer besser ins Spiel kommen. Völlig unverständlich konnte kurz nach der Pause (64. Minute) der Düsseldorfer Bröker durch den Berliner Strafraum marschieren und den nun nicht unverdienten Ausgleich erzielen. Wie so oft in der abgelaufenen Saison wirkte das Team von König Otto danach verunsichert. Lediglich sieben Minuten später war das Debakel dann perfekt: Die Fortuna ging mit 2:1 in Führung. Was eigentlich ein Grund zur Freude sein müsste, passte ins Bild: Nach langer Zeit erzielte Hertha’s Ramos wieder mal einen Treffer – leider allerdings ins eigene Tor.

Kämpfen und siegen

Vor einer Woche noch gefeiert, jetzt mit hängenden Köpfen.

Vor einer Woche noch gefeiert, jetzt mit hängenden Köpfen: Die Spieler der Hertha. Foto: Patrick Rein

Gerade Ramos läuft seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten, seiner Form hinterher, die beständig einen Schritt schneller zu sein scheint. Doch bis auf Thomas Kraft im Tor gilt dies mittlerweile für fast die gesamte Mannschaft. Daher fragt man sich nicht nur in Spandaus Kneipenszene wer denn am Dienstag die Tore schießen soll? Noch ein Mal kommt es jetzt – wie schon gegen Hoffenheim – zum Spiel des Jahres. Auch wenn nach der Partie gestern erstmals einige Becher flogen und auch vereinzelt Pfiffe zu hören waren, klammert sich die Fangemeinde ans letzte Fünkchen Hoffnung. Dienstag um 20.30 Uhr heißt es nun noch ein Mal in Spandau und Berlin Daumen drücken.