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Parkplätze oder Grünfläche am Lindenufer

„Provisorischer“ Parkplatz am Lindenufer schadet den Bäumen sagen die einen, andere wollen hingegen die Parkfläche erhalten.

„Für die Fällung zumindest einer der beiden im Frühjahr am Lindenufer entfernten Kastanien ist der ursprünglich als Übergangslösung angelegte Parkplatz verantwortlich.“ Dies geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage des umweltpolitischen Sprechers der GAL-Fraktion in der BVV, Christoph Sonnenberg-Westeson, hervor.

Der "provisorische" Parkplatz am Lindenufer sorgt auch weiterhin für Diskussionen.

Der „provisorische“ Parkplatz am Lindenufer sorgt auch weiterhin für Diskussionen.

Park- oder Grünfläche

In dem vom Bezirksamt beigefügten Sachverständigengutachten vom Januar 2012 heißt es zu den Schädigungen des Baumes: „Neben dem Alter des Baumes ist die Hauptursache in der starken Versiegelung des Parkplatzes im Bezug auf die Vitalität zu finden.“ Seit Mitte des 19. Jahrhunderts stand auf der betreffenden Fläche ein Gebäude, welches 1977 abgerissen wurde. Nun verhindert der Parkplatz, dessen Fortbestand besonders von den Gewerbetreibenden in der Altstadt gefordert wird, die Anlegung einer durchgehenden Grünfläche am Lindenufer. Die GAL-Fraktion setzt sich im Rahmen der geplanten Neugestaltung des Lindenufers schon länger für eine vollständige Aufgabe des Parkplatzes ein. Hierzu erklärt Christoph Sonnenberg-Westeson: „Der Parkplatz beeinträchtigt die Erholungsfunktion des Lindenufers erheblich. Auf der unmittelbar an einen Spielplatz grenzenden Zufahrtstraße wird die erlaubte Schrittgeschwindigkeit von Parkplatznutzerinnen und –nutzern immer wieder überschritten. Allein das wäre ein Grund, den provisorischen Parkplatz nach über 35 Jahren zu schließen.“ Allerdings könnte es sich bei den Geschwindigkeitsübertretern auch um dortige Anwohner handeln.

Auch durch das Parkverbot auf der Juliusturmbrücke entfallen zum Berufsverkehr Parkgelegenheiten.

Auch durch das Parkverbot auf der Juliusturmbrücke entfallen zum Berufsverkehr Parkgelegenheiten. Fotos (2): Patrick Rein

Immer weniger Parkplätze

Das Bezirksamt veröffentlichte das Baum-Gutachten erst auf Anfrage. Die gefällten Kastanien standen dort schon lange, bevor der Parkplatz angelegt wurde auf dem Mal das Haus stand. Allerdings waren damals auch deutlich weniger Fahrzeuge auf dem Weg zum Einkauf. Dennoch hätten gerade die alten Bäume eine wichtige ökologische Funktion, indem sie Schatten, Feuchte und Kühle spenden. Ihre Fähigkeit, gesundheitsschädlichen Feinstaub zu binden, wird allgemein anerkannt. Um die Lebensfähigkeit der restlichen Bäume zu verbessern, sei der Parkplatz deshalb bei der Umgestaltung des Lindenufers aufzugeben und die Erholungsfläche zu erweitern. Die Parkhäuser am Altstädter Ring, der Breiten Straße sowie an den Arcaden würden mehrere tausend Stellplätze zu äußerst günstigen Preisen anbieten. Diese befinden sich jedoch alle am anderen Ende der Altstadt, während sonst nur noch die Parkflächen am Altstädter Ring beziehungsweise Brauhaus Spandau übrig bleiben. Eine durchgehende Grünanlage am Lindenufer wäre ein hingegen auch ein von Gutachtern empfohlener Anziehungspunkt, der die Attraktivität der Spandauer Altstadt weiter steigern würde.

Die Diskussion über Grünfläche oder Parkplätze wird somit sicherlich weiter anhalten.

Patrick Rein

Zurück in „Stube & Küche“

Drei Jahre lang war das traditionsreiche Gasthaus am Lindenufer geschlossen, jetzt ist es mit neuen Betreibern zurück.

Gutes Essen in gemütlicher Atmosphäre, das war jahrelang das Aushängeschild von „Stube & Küche“. „Die Tradition als auch der gute Ruf verpflichten“, dachten sich Norbert Dinse und Silvia Schulze als sie auf der Suche nach einer Lokalität – um ihren Traum zu leben – auf die verlassene „Stube“ am Lindenufer stießen. Sofort waren sie bereit sich der Herausforderung zu stellen und nachdem drei Jahre Ruhezustand aus elektrischen Leitungen, Küche und Einrichtung beseitigt waren, erfolgte pünktlich zum Havelfest am 15. Juni die Eröffnung.

Der neue Geschäftsführer Norbert Dinse ist sieben Tage die Woche für seine Kundschaft da.

Der neue Geschäftsführer Norbert Dinse ist sieben Tage die Woche für seine Kundschaft da.

Klein aber fein

Bis auf den Namen erinnert wenig an die glorreichen Zeiten als ohne vorherige Reservierung selten ein Platz zu bekommen waren. Doch die neuen Inhaber sind engagiert. So gibt es an jedem letzten Sonntag im Monat Berliner Lieder und Texte von Angelika Arndt und Peter Hoffmann mit „Wir sind uffjeklärt“. Beginn jeweils 18 Uhr zum Preis von 7 Euro, nächster Termin ist der 28. Juli. Und auch an diesem Samstag soll gefeiert werden: Bei freiem Eintritt werden 40 Jahre Neue Deutsche Welle zelebriert. Die Speisekarte hingegen ist noch in den Anfängen, doch die ersten Bewertungen in gängigen Internetportalen bescheinigen eine kleine aber feine Küche. Von Klassikern wie Wiener Schnitzel über hausgemachte Soljanka bis hin zum Kaiserschmarrn reicht die kulinarische Rundreise.

Jahrelang gehörte "Stube & Küche" am Lindenufer zu den Geheimtips in der Spandauer Altstadt.

Jahrelang gehörte „Stube & Küche“ am Lindenufer zu den Geheimtips in der Spandauer Altstadt. Fotos (2): Patrick Rein

Sieben Tage geöffnet

Laut Bewertungen stimmt das Preis-Leistungsverhältnis und Anpassungen an die Wünsche der Kundschaft werden nach Aussage von Norbert ständig vorgenommen. Nach Renovierung und Eröffnung muss nun aber erst ein Mal Geld in die Kassen kommen. Auch um die noch einfache Ausstattung um das ein oder andere Detail ansprechend zu verfeinern. Dafür steht die gesamte Familie momentan sieben Tage die Woche montags bis donnerstags von 11 bis 23 Uhr, freitags bis 24 Uhr sowie Samstag und Sonntag mit Frühstücksangebot von 8 bis 24 Uhr beziehungsweise 23 Uhr in der „Stube & Küche“. Demnächst soll das Angebot auch noch um einen Lieferservice erweitert werden. „Der erste Schritt ist gemacht und wir werden alles probieren um dem Ruf vergangener Tage wieder gerecht zu werden“, verspricht Norbert.

Patrick Rein

Es ist wieder so weit: 19. Spandauer Havelfest

Volles Programm, malerisches Ritterlager, rasante Feuerwerks-Show, ein hochmodernes Wasserbauwerk und vieles mehr am Lindenufer.

Gleich zum heutigen Auftakt lassen es „Four Roses“ aus Leipzig krachen. Zum Start heute Abend präsentiert sich das diesjährige Spandauer Havelfest mit den sächsischen Musikern von seiner eindeutig rockigen Seite. Und ausgesprochen viel-„saitig“ ist dann auch der abschließende Auftritt am späten Sonntagnachmittag: Denn mit den „US-Rails“ steht eine ganz besondere „Band aus Bandleadern“ auf der Bühne. In der Tradition von Crosby, Stills, Nash & Young liefert jeder der fünf Roots-Musiker eigene Ideen und Titel für die Show des Quintetts. Nur alle zwei Jahre tourt die Band aus den USA durch Europa und legt beim Konzert in Spandau ihren diesjährigen einzigen open-air-Stopp in Berlin-Brandenburg ein.

Highlight des Havelfestes ist auch in diesem Jahr das große Feuerwerk am Samstag Abend.

Highlight des Havelfestes ist auch in diesem Jahr das große Feuerwerk am Samstag Abend.

Autos nicht erforderlich

Dazwischen kann man auf drei verschiedenen Bühnen von Freitag bis Sonntag am Zusammenfluss von Havel und Spree über ein Dutzend verschiedene unterhaltsame Programme erleben. Ein mittelalterliches Ritterlager, Trampolin und Kinderkarussell sowie zahlreiche Spezialitätenstände vervollständigen traditionell das Festgelände – welches sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Wer jedoch ganz sportlich mit dem Fahrrad anreist, kann dieses erstmals auf einem bewirtschafteten Bike-Parkplatz mit Schließfächern und Elektro-Ladestation am Stabholzgarten hinter dem Spandauer Rathaus abstellen.

„Highlight“ am Samstag

Ebenfalls neu: „Raymons – das Fischrestaurant“ mit dem bekannten Spitzenkoch Raymon Frost und einer Kochshow. Und wer am hoffentlich durchweg sonnigen Havelfestwochenende ein Wasserbauwerk besuchen möchte, den lädt die Schleuse Spandau zum „Tag der offenen Tür“ mit zahlreichen kostenfreien Führungen. Höhepunkt am Samstagabend ist aber auch in diesem Jahr die große Feuerwerksshow ab 22.45 Uhr.

US-Rail geben zum Abschluss am Sonntag ihren einzigen open-air-Auftritt in der Region.

US-Rail geben zum Abschluss am Sonntag ihren einzigen open-air-Auftritt in der Region. Fotos (2): PfS

Das Programm des Spandauer Havelfest 2013

Bühne Parkplatz Lindenufer

Freitag, 14. Juni 2013

15:00 Uhr – Auftakt mit DJ Martin

18:00 Uhr – offizielle Eröffnung durch MdB Kai Wegner und Bezirksstadtrat Stephan Machulik

18:30 Uhr – Carola al Jamal (orientalische Tänze)

19:00 Uhr – FOUR ROSES

Samstag, 15. Juni 2013

11:00 Uhr – DJ Martin

14:30 Uhr – FEEDBACK

19:00 Uhr – Blue Haley Band

Sonntag, 16. Juni 2013

11:00 Uhr – DJ Martin

13:00 Uhr- Blackmail

17:30 Uhr – Die „US RAILS“

Bühne Dampferanleger

Freitag

18:30 Uhr – Anno Rock Band

Samstag

12:00 Uhr – Irische Kindertänze

12:30 Uhr – Orientalische Kindertänze

14:00 Uhr – Petite Five

18:00 Uhr – Hardbeat Five

Sonntag

12:30 Uhr – Larry Schuba

16:15 Uhr – Zig-Zag

Bühne Dischinger Brücke

Freitag

15:00 Uhr – DJ Lutz

18:00 Uhr – Country Joe

Samstag

11:00 Uhr – DJ Klausi

15:00 Uhr – Twango Guitars

18:00 Uhr – DJ Klausi

19:00 Uhr – Redneck

Sonntag

11:00 Uhr – DJ Klausi

12:00 Uhr – The Mountaineers

15:00 Uhr – DJ Klausi

16:00 Uhr – Country Pur

 

Patrick Rein

 

Eine Fahrradstation am Lindenufer?

Ein besonderer Service für Radfahrer an der Charlottenbrücke?

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

In der ersten Stufe der Bürgerbeteiligung wurde grob abgeklopft, wie das Lindenufer zwischen Charlottenbrücke und Juliusturmbrücke umgestaltet werden könnte. Dabei kamen ein paar Eckpunkte heraus, die auf jeden anderen Ort auch Anwendung finden könnten. Das Thema Sicherheit ist nach den Ereignissen in Berlin bei manch einem ganz oben auf der Tagesordnung. Leicht wird dabei vergessen, dass es eher die Berichterstattung ist, die ein scheinbar immer gefährlicher werdendes Berlin oder Spandau erzeugt. Sicherheit, Sauberkeit, bessere Beleuchtung, generationenübergreifende Angebote und Barrierefreiheit sind in jedem Fall ein Muss für alle zukünftigen Planungen zum Lindenufer.

Charlottenbrücke heute

Die Charlottenbrücke selbst bietet mit ihrer alten Stahlkonstruktion einen schönen Anblick – wenn man sie von oben anschaut. Unterhalb sieht es weniger ansprechend aus. Früher war dort eine öffentliche Toilette untergebracht. Irgendwann wurde sie zu teuer im Unterhalt. Vandalismus sorgte für den weiteren Verfall. Nun sind alle Räume unter der Brücke seit Jahren verschlossen.

Der Bereich um den Brückenaufleger wird nur selten genutzt. Auf der linken Seite (vom Stresow gesehen) führt eine Treppe hinunter. Rechts ist ein größerer freier Platz, der mangels Bänke kaum genutzt werden kann, obwohl das umgebende Grün durchaus einladen ist.

Charlottenbrücke als Station für Radler

Was könnte man tun, um die Räume des Brückenauflegers sinnvoll zu nutzen? Recht früh kam während der Bürgerbeteiligung ein Wunsch nach einer Servicestation für Radfahrer auf, schließlich soll der Havelradweg irgendwann einmal wirklich an der Havel entlang führen. Was liegt da näher, als dort ein Serviceangebot für Radler zu installieren. Wünschenswert wären abschließbare Boxen, in denen die Radfahrer ihre Taschen, Helme usw. sicher deponieren können, um entspannt die Altstadt aufsuchen zu können. Für eine bessere Anbindung an die Fußgängerzone der Altstadt wünschten sich viele eine Möglichkeit, mit dem Fahrrad schnell vom Havelufer in die Altstadt oder umgekehrt von dort an die Havel gelangen zu können. Eine Treppe mit einer „Rampe“ wäre da ideal.

Einfache Reparaturmöglichkeiten, Flickzeug, Werkzeug und eine Luftpumpe sollten vor Ort sein, um nach einem Malheur schnell weiter zu können. Ideal wäre eine fachkundige Kraft, die diese Station betreut. Der Gedanke, das Klo nebenan gleich mit in Betrieb zu nehmen, wurde schnell verworfen. Technische Gründe, die Notwendigkeit einer Hebeanlage für die Fäkalien, würde die Kosten ausufern lassen. Eine Lösung, die sich auf der Brücke befindet, wäre erstrebenswert. Die relative Nähe anderer Wall-Toiletten in der Altstadt ist zwar okay, vielen aber doch nicht nahe genug.

Das Umfeld gestalten

Vandalismus  und unliebsame Nutzung entsteht oft an dunklen, nicht einsehbaren Orten. Darum bietet sich eine erweiterte Nutzung des Bereichs um die mögliche Fahrradstation in Form von Parkbänken an, die zur Erholung einladen. Damit wird zusätzlich für Abwechslung gesorgt. Gleichzeitig stehen dann die Fahrräder immer unter „Beobachtung“.

Die Ideen, während des Workshops sprudelten nur so. Manche davon erscheinen problemlos zu verwirklichen. Geld für Umbauten wäre durchaus da. Ein Träger als Betreiber einer Fahrradstation ist im Bereich des Möglichen. Praktische Beispiele dafür gibt es.

Eine frühe Einbeziehung der Bürger in Umgestaltungsprojekte ist augenscheinlich eine nutzbringende Angelegenheit. Jeder hat nun die Möglichkeit, nicht nur zu meckern, sondern aktiv seine eigene Umgebung mit zu gestalten. Die steigende Anzahl interessierter Anwohner ist ein gutes Zeichen.

 

Ralf Salecker

Einweihung des erweiterten Mahnmals am Lindenufer

Ein Tag und zwei Gefühlswelten

Erweiterung des Mahnmals am Lindenufer (Foto: Bezirksamt)

Erweiterung des Mahnmals am Lindenufer (Foto: Bezirksamt)

Am 9. November werden sich Spaziergänger am Havelufer über die ungewöhnlich große Anzahl von Menschen am jüdischen Mahnmal gewundert haben. In einem feierlichen Akt wurde der Opfer der Novemberpogrome in der sog. Reichskristallnacht 1938 gedacht. Erst kurz zuvor wurde die Erweiterung des Mahnmals am Lindenufer fertig gestellt. Gleichzeitig ist dieser Tag aber ein Feiertag mit einem positiven Gedenken. Am 9. November 1989 fiel die Mauer.

Viel Prominenz nahm am Gedenken an die jüdischen Opfer teil. Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeisters von Spandau, Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Isaac Sheffer, Kantor der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Mitglieder der AG Christen und Juden im Ev. Kirchenkreis Spandau und ganz besonders bemerkenswert, Angehörige der Opfer aus der Schweiz, Belgien, Frankreich, England, Schweden und Berlin. Dazu kamen zwei ehemalige Bezirksbürgermeister, Konrad Birkholz und Sigurd Hauff, alle Spandauer Stadträte, der Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung, Frank Bewig und einige Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung. Dazu kamen viele Schüler, die sich ganz bewusst mit dem Geschehen der Judenverfolgung im 3. Reich auseinandergesetzt haben, indem sie ein Opfer-Schicksal für die Öffentlichkeit aufbereiteten.

Untrennbarkeit der Ereignisse

Bundespräsident Gauck betonte in einer Rede die Untrennbarkeit dieser beiden Ereignisse:

Die Geschichten gehören zusammen. Unsere jungen Leute sollten nicht zwei konkurrierende Geschichtserzählungen verinnerlichen“, sagte Gauck bei einem Ausstellungsbesuch in Berlin. Die junge Generation dürfe einerseits niemals vergessen, was die „Nazi-Barbarei“ gemacht habe. Andererseits sollten sie auch den Mauerfall in ihr Gedenken einbeziehen: „Dieses glückliche Geschehen des 9. November 1989 gehört zu dem anderen, bitteren 9. November.“

Die Menschen waren nicht schlecht, sondern nur passiv

Die bekannten 115 Opfer wurden mit der Erweiterung des Mahnmals durch eine sanft ansteigende Ziegelsteinmauer ihrer Anonymität entrissen. 115 Opfer-Namen sind auf den Steinen verewigt, zwei Steine tragen die Aufschrift „Unbekannt“, um auch der anderen zu gedenken. „Das Gedenken rückt so näher an uns heran, … , es waren Menschen, wie wir, die in die Maschinerie der Vernichtung gerieten …“, meinte dazu der Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Schöpfer des Gesamtwerkes sind die Architekten Ruth Golan und Kay Zareh.

„Viele Menschen in Spandau haben sich das Motto „Jeder Mensch hat einen Namen“ zu Eigen gemacht und mit einer Spende von 10 Euro einen einzelnen Stein für die Gedenkmauer finanziert oder sind mit einer Spende von 100 Euro Pate für einen Namensstein geworden.“

Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin stellte die Frage, „ob wir heute frei sind, von solch bösen Dingen“. Dabei schaute er sich in der runde um, und wies auf Menschen unterschiedlicher Kulturkreise, die ganz selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft sind. „Ist es heute vorstellbar, diese Menschen auszugrenzen? Nein!“ Das Geschehen vor rund 75 Jahren wird mit dem Abstand der Jahre für ihn immer unbegreiflicher. Genau darum ist das Erinnern notwendig. „Es waren ganz normale Menschen – wie wir heute, die zu so etwas fähig waren. … Können wir also sicher sein, uns heute anders zu verhalten? … Aktuell können wir optimistisch sein, weil erkennbar viele Menschen und Gruppen sich sehr engagieren. Doch damals waren die meisten Menschen nicht böse. … Die Passivität der Mehrheit machte das unvorstellbare Geschehen erst möglich.“

 

Ralf Salecker

Sicherheit ist WICHTIG

Verkehrssicherheitstag für Seniorinnen und Senioren

© Rudolpho Duba / pixelio.de

© Rudolpho Duba / pixelio.de

Am kommenden Donnerstag, den 1.11.2012 findet im Seniorenclub Lindenufer (Mauerstraße 10a, 13597 Spandau) ein Verkehrssicherheits- tag für Seniorinnen und Senioren statt. Dieser wird durch den Beauftragten für Senioren und Menschen mit Behinderung Herr Klaus Laufmann gemeinsam mit der LandesVerkehrs- Wacht Berlin veranstaltet. Von 10.00 – 16.00 Uhr werden stündlich verschiedene Vorträge und Präsentationen angeboten – Programm, siehe unten.

Die Teilnahme am Verkehrssicherheitstag ist kostenlos!

Programm,

  • Sehtest
  • Reaktionstest
  • Vorträge zur Verkehrssicherheit und Unfallentwicklung
  • Informationen des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten und der Fahrerlaubnisbehörde
  • Mitfahrten in Ihrem PWK in Begleitung und unter Beratung eines erfahrenen Fahrlehrers (eigenen PKW mitbringen)

Den ermordeten Juden einen Namen geben

Spatenstich für die Erweiterung des Mahnmals am Lindenufer

Spatenstich für die Erweiterung des Mahnmals am Lindenufer: Kay Zareh (l), Carsten Röding (m), Gudrun O'Daniel-Elmen, (r) (Foto: Ralf Salecker)

Spatenstich für die Erweiterung des Mahnmals am Lindenufer: Kay Zareh (l), Carsten Röding (m), Gudrun O’Daniel-Elmen, (r) (Foto: Ralf Salecker)

Das Mahnmal für die zerstörte Spandauer Synagoge und die ermordeten und deportierten jüdischen Spandauer Bürger bekommt endlich die geplante Erweiterung. Eine Gedenkmauer aus Ziegelsteinen, die in einem sanft ansteigenden Bogen als optische Fortsetzung des Mahnmals gestaltet wird, soll die Namen aller 115 bisher bekannten Opfer tragen.

In der Einleitung zum Spatenstich wurde der am 25.Mai verstorbenen Architektin des Mahnmals Ruth Golan Zareh gedacht, die den Spatenstich für den 2. Teil ihrer Arbeit leider nicht mehr erleben kann. Ihr Mann, der Architekt Kay Zareh wird diese Arbeit zu Ende führen. Am 9. November soll die offizielle Einweihung der fertigen Erweiterung erfolgen.

Wir wollen, dass diese Menschen nicht vergessen werden!

Das sind Worte von Grundschul-Kindern, die sich mit dem Schicksal jüdischer Familien beschäftigt hatten.

Gudrun O’Daniel-Elmen, als Vertreterin des Ev. Kirchenkreises Spandau und Carsten Röding, als stellvertretender Bürgermeister, begrüßten die zahlreichen Gäste der Veranstaltung. Carsten Röding machte noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, die Namen der ermordeten Spandauer Mitbürger der Anonymität zu entreißen.

Ein kurzer Blick zurück

Während einer Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Novemberpogrome legten Menschen mehr als 100 handbeschriebene Feldsteine am Mahnmal nieder, die Namen der ermordeten jüdischen Mitbürger trugen. Die Opfer sollten so aus ihrer Anonymität herausgeholt werden. Damit war die Idee für die Erweiterung geboren. Die Idee, genau diese Steine im Mahnmal zu integrieren ließ sich nicht verwirklichen. Im Turm der Nikolai-Kirche werden sie einen Ehrenplatz finden.

Spandauer Firmen scheinen sich kaum für das Mahnmal zu interessieren

Rund 15.000 Euro sind bisher für die Erweiterung des Mahnmals durch eine Gedenkmauer zusammen gekommen. Den allergrößten Teil trugen Privatleute dazu bei. Das Architektenbüro Zareh hat sich mit viel unentgeltlicher Arbeit an diesem Projekt beteiligt. Von der Firma Wall wird es eine Erinnerungsstele am Mahnmal geben.

Eine Grundschulklasse aus der Spandauer Neustadt erwirtschaftete im Rahmen einer Veranstaltung das Geld für zwei Namensgedenksteine, nämlich die von Frau Simonsohn und ihrer Tochter Bela. Gleich für sechs Namensteine möchte die Kindergottesdienstgruppe der Gemeinde zu Staaken/Gemeindeteil Heerstraße-Nord die Patenschaft übernehmen.

Paten und Spender sind noch immer willkommen!

100 Euro kostet die Patenschaft für einen Namensstein. 20 von 115 Namensteinen sind noch ohne Paten. Auch kleine Spenden tragen zur Finanzierung der Gesamtsumme von 65.000 Euro bei. 40.000 kommen vom Bezirk im Rahmen der Neugestaltung des Lindenufers. Der fehlende Rest wird vom evangelischen Kirchenkreis Spandau aufgebracht.

20 Namenssteine ohne Paten:

 

  1. Albert E. Brodtmann, Straßburger Str., 28
  2. Lea Herta Dember, Ruhlebener Str. 155
  3. Kurt Frank, Am Pichelssee, 15
  4. Leib Friedländer Feldstr., 8
  5. Gertrud Goldstein, Ruhlebener Str., 155
  6. Julius Lieber Breite Str. 15
  7. Gerhard Lieber Breite Str. 15
  8. Gertrud Lieber Breite Str. 15
  9. Erich Marcuse, Carl-Schurz-Str., 43
  10. Margarete Marcuse,Feldstr., 8
  11. Fritz Reinglass Teltower Str., 19
  12. Michael Rosenbaum, Ruhlebener Str., 149
  13. Karl Samter, Feldstr., 8
  14. Schwinke Sakrower, Kirchweg, 49-51
  15. Emma Stargardter, Moltkestr., 43 (heute Galenstr. bzw. Groenerstr.)
  16. Henri Stargardter, Moltkestr., 43(heute Galenstr. bzw. Groenerstr.)
  17. Lothar Teckel, Mahnkopfweg, 13-15
  18. Anna Widawski, Franzstr., 13
  19. Josef Widawski, Franzstr., 13
  20. Richard Zehden, Franzstr., 32

 

Spendenkonto:

  • Ev. Kirchenkreis Spandau
  • EDG-Ev. Darlehnsgenossenschaft,
  • Kontonr.: 67687, BLZ: 210 602 37
  • Verwendungszweck: KK-Spandau, Mahnmalserweiterung

 

Ralf Salecker

Sommerfest im Seniorenklub Lindenufer


Am Donnerstag, dem 2. August 2012
Seniorenklub Lindenufer
von 15 – ca. 19 Uhr
Mauerstr. 10a, 13597 Berlin

Der Seniorenklub Lindenufer, eine Einrichtung des Bezirksamtes Spandau, Abteilung Soziales und Gesundheit, lädt am Donnerstag, dem 2. August, von 15 – ca. 19 Uhr, Einlass 14 Uhr, zum traditionellen Sommerfest ein.

„Diese Veranstaltung erfreut sich nun schon seit 38 Jahren großer Beliebtheit“, so Jürgen Vogt, der als zuständiger Bezirksstadtrat auch an dem Sommerfest teilnehmen wird.

Im Angebot für die Besucherinnen und Besucher sind Kaffee und Kuchen, zum Abend eine Grillstation, Bier vom Fass und Live-Musik mit der Little Party Band.

Der Eintritt ist frei.

Informationen sind unter der Telefonnummer 33 60 76 14 erhältlich.

Umgestaltung des Lindenufers – Einige Bürgerideen dazu

Einige Ergebnisse des Bürger-Workshops

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

Wie könnte oder sollte ein umgestaltetes Lindenufer aussehen? Das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie ergab einen groben Gestaltungsrahmen, den es nun im Einzelnen auszuarbeiten gilt. Fest steht, dass es einen gemeinsamen Fuß- und Radweg geben wird. Entlang des Weges zwischen Charlottenbrücke und Juliusturmbrücke soll es Angebotsflächen für unterschiedliche Altersgruppe geben.

Gewohnheitsmenschen unter den Autofahrern müssen sich auf eine recht schmerzhafte Veränderung einstellen. Zukünftig wird es nicht mehr möglich sein, von der Charlottenstraße kommend, über das Lindenufer zum Parkplatz zu gelangen. Dieser ist dann nur noch über die Straße Am Juliusturm erreichbar.

Kinderspielplatz und Altstadtsteg

Besucher der Spandauer Altstadt werden mit Hilfe eines Leitsystems über die Wasserstraße zum neuen Lindenufert geleitet. Der dort bestehende Kinderspielplatz für die Jüngsten soll nach Möglichkeit weitestgehend erhalten bleiben, wobei die Seilbahn wohl dem Ausbau des jüdischen Mahnmals weichen muss. Viele wünschten sich mehr kindgerechte Spielgeräte an diesem Ort.

Über kleine Stufen gelangen Spaziergänger vom Uferweg direkt ans Havelufer. Man kann sich die Gestaltung ähnlich, wie in Kladow am Imchenplatz vorstellen. An dieser offenen Gestaltung schieden sich schnell die Geister. Manch einer befürchtete, die Kinder vom nahen Spielplatz könnten hier ins Wasser fallen und wünschten sich entsprechende Sicherungsmaßnahmen.

Unter den Brücken

In dieser Arbeitsgruppe kamen erstaunlicherweise die meisten Interessierten zusammen. Bisher sind die Bereiche unter den Brücken düstere, dreckige und abweisende Orte. Alle sind sich einige, dass hier in jedem Fall etwas geschehen muss, wobei die Forderung nach ausreichender Beleuchtung –auch tagsüber – an erster Stelle stand. Da der Bereich unter der Juliusturmbrücke nicht bebaut werden darf, bietet sich eine Gestaltung des Bodenbelages an, um so entweder Sitz- und Spielflächen oder einen Fahrradparcours zu schaffen. Am anderen Ende des Lindenufers, unter der Charlottenbrücke, wären eine Fahrradstation sowie sanitäre Anlagen wünschenswert.

Altstadt-Highlight – Lünette – Ort der Ruhe?

Eines ist sicher. Der bestehende Parkplatz wird in Zukunft erheblich kleiner ausfallen, auch wenn es Stimmen gibt, die einen Untergang der Altstadt damit einhergehen sehen. Als temporärer Festplatz geplant erübrigen sich intensivere Bebauungen an dieser Stelle.

Wegen seiner direkten Nähe zum Generationengarten und Seniorenwohnheim bleiben geräuschintensive Nutzungen außen vor, wobei die Idee eines WLAN-Hotspots an dieser Stelle, z.B. zur Veranstaltung von LAN-Partys durchaus verführerisch ist. In der Diskussion kristallisierten sich ruhige – generationenübergreifende – sportliche Nutzungen, wie Boule, TaiChi usw. heraus. Liegen und Sonnenschirme könnten einen gemütlichen Blick zur Havel ermöglichen und ergänzen als Ruhezone den nahen Generationengarten, brechen also ein wenig die scheinbar strikte Trennung der Nutzungsbereiche auf.

Viele Bauvorhaben versuchen einen abschließenden, fertigen Zustand zu erreichen. An dieser Stelle gäbe es die Möglichkeit, eine gewisse Offenheit für zukünftige Ideen zu bewahren. Darum sollte die Bebauung keine Situation schaffen, die nur eine beschränkte Nutzung ermöglicht. Es wäre schön, wenn zukünftige Ideen noch Raum hätten …

Ach ja, eine Bemerkung kann ich mir dann doch nicht verkneifen. Zu Beginn der Veranstaltung gab es einige Bürger, die sehr erregt auf Probleme hinwiesen. Leider haben sie nicht die Gelegenheit genutzt, im Rahmen des Workshops eigene Ideen einzubringen, oder Bedenken zu konkretisieren. Meckern kann jeder…

 

Ralf Salecker

Umgestaltung des Lindenufers in der Spandauer Altstadt

Bald können auch Radfahrer hier entlang radeln

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

Das Spandauer Lindenufer soll schöner werden. Mehr Bewegung ins Geschehen kam durch eine Veränderung auf der Höhe der Brücke am Juliusturm. Ein kleiner Grünstreifen lag viele Jahre ungenutzt an der Hertefeldstraße. Ein Investor will dort u. a. ein Seniorenheim errichten. Dabei übernimmt er einen Teil der Umgestaltungskosten im oberen Teil des Lindenufers. Das gesamte Projekt muss – um die Investition nicht zu gefährden – in einem überschaubaren Zeitraum abgeschlossen sein. Von etwa 2 Jahren ist die Rede.

Insgesamt soll der gesamte Bereich zwischen Charlottenbrücke und Brücke Am Juliusturm zu einem „attraktiven Aufenthaltsort für Fußgänger, Radfahrer, Familien und Kinder werden“. Radfahrer können sich freuen. Zukünftig werden sie sich auf dem Havelradweg direkt an der Havel entlang bewegen dürfen.

Das Lindenufer ist nicht nur in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig, es muss auch einem geänderten Nutzungsverhalten angepasst werden. Eine Machbarkeitsstufe soll klären, wie eine solche Umgestaltung aussehen könnte. Mehr erst mal nicht. Finanziert wird alles von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aus Mitteln des Aktionsraum Plus Spandau-Mitte.

Im Seniorenklub am Lindenufer kamen u. a. Vertreter des beauftragten Landschaftsarchitekturbüros bgmr, des ARGO-Teams (Veränderungsberater), des Bezirksamts (u. a. Carsten Röding) und einige interessierte Bürger. Einige hatten eher zufällig von der Veranstaltung zum Abschluss der Machbarkeitsstudie erfahren und waren erstaunt, dass es schon eine andere gegeben hatte.

Ergebnisse der 1. Veranstaltung

Die Neugestaltung des Lindenufers ist nicht nur Selbstzweck. Eine attraktive Gestaltung hat natürlich positive Auswirkungen auf die Altstadt. So werden einerseits Besucher gerade wegen der besonderen Wasserlage das Havelufer aufsuchen, andererseits aber auch Angebote der Altstadt selbst nutzen. Ziel muss es folglich auch sein, eine gute gestaltete Anbindung von Altstadt und Lindenufer zu gewährleisten.

Mit der Umgestaltung hat man sich ein großes Ziel gesteckt. Historische Bezüge, neue Nutzungsangebote für alle Altersgruppen und zusätzlich „besondere Orte“ sollen entstehen. Letztere sind ein Bootsanleger nahe der Charlottenbrücke, ein breiter „Altstadt-Steg“, mit Blick auf die Spreemündung in die Havel und ein „Havelbalkon“ kurz vor der Juliusturmbrücke, an der Stelle des alten Berliner Tors.

Jegliche Ausgestaltung wird in jedem Fall möglichst Barriere arm gehalten sein. Derzeitig weisen die Wege eine Breite von etwa 2 Metern auf. Zukünftig sollen es 4 Meter sein, damit Radfahrer und Fußgänger den Bereich gemeinsam nutzen können.

Um das allgemeine Sicherheitsgefühl zu erhöhen wird eine bessere Beleuchtung der Wegbereiche geschaffen. Hindernisse sollen so niedrig gehalten werden, um jederzeit ein freies Blickfeld in die Umgebung zu gewährleisten.

Der nahe der Juliusturmbrücke bestehende Parkplatz, eigentlich ein Provisorium in einer Grünanlage aus der Zeit des U-Bahn-Baus, wird dabei erheblich verkleinert werden. In seiner Umgestaltung zum „Altstadt Highlight“, einem temporären Festplatz wird die Form der früher dort vorhandenen Lünette, eines Verteidigungswerks, aufgegriffen.

Die Umgestaltung des restlichen Teils des Lindeufers setzt fast den Schlusspunkt unter die Ufergestaltung im Einzugsbereich der Altstadt. Stabholzgarten und südliches Lindenufer werden seit ihrer Umgestaltung sehr intensiv genutzt. Spandau hat dann mit der langen Promenade am Havelufer einen echten Schatz zu bieten.

Im nächsten Teil des Beitrags geht es um die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in den Workshops während der Veranstaltung.

 

Ralf Salecker

Pfingsttanz im Seniorenklub Lindenufer

Pfingstmontag, 28. Mai 2012 von 14 – 18 Uhr

Der Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit, Jürgen Vogt, lädt alle Seniorinnen und Senioren am Pfingstmontag, dem 28. Mai 2012 von 14 – 18 Uhr zum Pfingsttanz in den Seniorenklub Lindenufer ein.
Für einen Kostenbeitrag von 6,- € kann an der Kaffeetafel teilgenommen und zur Live-Musik nach Herzenslust getanzt werden. Gegen Abend werden Köstlichkeiten von der Grillstation angeboten.
Wer Interesse hat, den Feiertag in Gesellschaft anderer Spandauer Seniorinnen und Senioren zu begehen, kann es sich hier gut gehen lassen.
Eintrittskarten gibt es montags, dienstags, mittwochs und freitags von 9.30 – 17.30 Uhr und donnerstags von 9.30 – 12.30 Uhr im Seniorenklub Lindenufer, Mauerstr. 10a, 13597 Berlin. Der Klub ist unter der Telefonnummer 33 60 76 14 zu erreichen.

Gedenken an die Reichspogromnacht in Spandau


Erinnerung an die Spandauer Familie Jacobi

Kantor Simon Skorenblut beim jüdischen Totengedenken EL MOLE RACHAMIM

Kantor Simon Skorenblut beim jüdischen Totengedenken EL MOLE RACHAMIM

Wir leben in einer sehr behüteten Zeit. Kein Krieg, kein Hunger, nur wenige Momente, in denen ein Mensch einer Gefahr ausgesetzt ist oder aber Zivilcourage gefordert ist.

Darum ist es wichtig, sich an Zeiten zu erinnern, in denen nichts davon selbstverständlich war. Am Mittwoch, dem 9. November wurde eine Gedenkstunde aus Anlass des 73. Jahrestages der Reichspogromnacht gedacht. In ganz Deutschland und eben auch in Spandau wurden jüdische Gotteshäuser angezündet. In der Nacht vom 9. auf den 10 November 1938 brannte auch die jüdische Vereinssynagoge in der Kammerstraße Ecke Lindenufer 12.

Die am 15. September 1895 vom Spandauer Oberbürgermeister Friedrich Koeltze eingeweihte Synagoge bot Platz für etwa 300 Mitglieder. Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts lebten etwa 700 jüdische Bürger in Spandau. In den 30er Jahren begann in ganz Deutschland die systematische Ausgrenzung von Juden aus dem öffentlichen Leben, die 1935, mit den Nürnberger Rassegesetzen quasi institutionalisiert wurde. Ab dem 17. August waren Juden gezwungen, auf ihren Kennkarten entweder den Namen Israel oder Sara als zusätzlichen Namen zutragen. 1938 brannten dann im ganzen Land die Synagogen. Als Vorwand wurde ein Attentat auf den deutschen Diplomaten Ernst Eduard vom Rath in Paris bemüht.

Kränze am jüdischen Mahnmal am Lindenufer

Kränze am jüdischen Mahnmal am Lindenufer

In Wirklichkeit war dieser „Volkszorn“ eine wohlorganisierte Aktion gewesen. Jüdische Geschäfte und Synagogen fielen den Brandstiftern zum Opfer. In den Tagen darauf wurden rund 30.000, meist vermögende Juden festgenommen und in Konzentrationslager verschleppt – man wollte ihr Geld, um die Kriegsvorbereitungen Deutschlands bezahlen zu können.

Augenzeugen berichteten, die Feuerwehr in Spandau hätte den Brand am Lindenufer bewusst nicht gelöscht. Ihr Interesse lag ausschließlich darin, ein übergreifen auf Nachbargebäude zu verhindern. Schaulustige zeigten ganz unterschiedliche Reaktionen. Offene Häme auf der einen Seite und stillschweigendes Wegschauen, auf der anderen Seite. Nicht nur die Synagoge in Spandau wurde Opfer der Gewalt. Mit Lastwagen kamen SA-Leute in die Stadt und warfen die Scheiben jüdischer Geschäfte ein. Viele Menschen in ganz Deutschland kamen dabei zu Tode.

Willi Frohwein schrieb in seinen Erinnerungen: „Es war jedoch nicht die entbrannte Volksseele, die die Scheiben eingeschmissen hatte, sondern die SA, bloß: die entbrannte Volksseele hat geplündert. Das ist mir so furchtbar in Erinnerung geblieben, dass also diese Menschen aus dem Unglück der anderen sich noch bereicherten und alles, was sie kriegen konnten, mitgenommen haben.“

Gedenkveranstaltungen hinterlassen dann einen bleibenden Eindruck, wenn sie nicht als etwas Großes, Abstraktes daherkommen. Dies ist am Mittwoch in Spandau gelungen.

Konrad Birkholz führte in der Einladung zu dieser Veranstaltung aus:

„Die Zeichen der Ausgrenzung und Missachtung von Menschen in unserer Gesellschaft sind fast täglich sichtbar, die Ausübung körperlicher und psychischer Gewalt gehört schon fast zum Alltagsleben. Ich sehe es als unser aller – völlig egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund – Verpflichtung an, dieser bedauerlichen Entwicklung in friedlicher Form entgegenzuwirken.“

Schüler der Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule lasen am Mahnmal, welches die alte Synagoge symbolisiert, aus dem Leben der Familie Jacobi, deren Schicksal es war, einmal Juden gewesen zu sein. Das Ergebnis einer Recherche Rahmen eines Geschichtsprojektes mit der Jugendgeschichtswerkstatt trug Momente ihres Lebens zusammen. Gegen 1910 waren sie vom jüdischen Glauben zum evangelischen konvertiert. Als aktiver Teil dieser Kirchengemeinde engagierten sie sich gegen das NS-Regime. Die Rassegesetze von 1935 machten sie wieder zu Juden. Ihrem Sohn konnten sie noch rechtzeitig die Ausreise aus Deutschland ermöglichen, bevor sie selbst in Konzentrationslagern umgebracht wurden.

Helmut Kleebank, als neuer Spandauer Bezirksbürgermeister wies darauf hin, wie wichtig es ist, auch heute gegen Ausländerhass und Intoleranz einzustehen. Lala Süsskind, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde zu Berlin beeindruckte mit einer eigentlich ganz banalen Erkenntnis, die ganz ohne große Worte und falschen Pathos daher kam. Je besser Menschen sich gegenseitig kennenlernen, ums so geringer ist die Gefahr, einander mit Vorbehalten zu begegnen, die schnell in Schlimmeres umschlagen können. Die interessierte Teilhabe am Leben der Anderen und ein steter offener Austausch, lassen erst keinen Nährboden entstehen, auf dem Gewalt keimen könnte.

Mit einer offiziellen Kranzniederlegung endete die diesjährige Gedenkveranstaltung an der Havel.

 

Ralf Salecker

Jüdisches Gedenken in Spandau

Das Bezirksamt Spandau von Berlin richtet auch in diesem Jahr wieder eine Feierstunde zum Gedenken an die Pogromnacht vom 9. zum 10.11.1938 aus. Diese Gedenkveranstaltung findet statt

am Mittwoch, dem 09. November 2011
um 10.00 Uhr
am Jüdischen Mahnmal in der Grünanlage am Lindenufer
(neben dem Parkplatz Lindenufer).

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Frau Lala Süsskind, sowie der Kantor der Gemeinde, Herr Simon Zkorenblut, haben ihre Beteiligung an dieser Feierstunde zugesagt. Die inhaltliche Gestaltung der Gedenkveranstaltung hat der Ev. Kirchenkreis Spandau übernommen.

Neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft sind alle Bewohnerinnen und Bewohner der Zitadellenstadt Berlin – Spandau eingeladen an dieser Gedenkveranstaltung teilzunehmen.

Zum diesjährigen Jüdischen Gedenken führt Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz aus:
Die Zeichen der Ausgrenzung und Missachtung von Menschen in unserer Gesellschaft sind fast täglich sichtbar, die Ausübung körperlicher und psychischer Gewalt gehört schon fast zum Alltagsleben. Ich sehe es als unser aller – völlig egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund – Verpflichtung an, dieser bedauerlichen Entwicklung in friedlicher Form entgegenzuwirken.
Das unendliche Leid, dass der jüdischen Bevölkerung in unserem Land, unserer Stadt und unserem Bezirk während der Zeit des Nationalsozialismus widerfahren ist, war zu damaliger Zeit der Ausdruck dessen, was in der heutigen Zeit im gesellschaftlichen Zusammenleben leider wieder zu beklagen ist. Wir alle sind angehalten, vor allem unserer Jugend in aller Deutlichkeit aufzuzeigen, welche Gräueltaten in der Zeit des Nationalsozialismus an den jüdischen Mitmenschen in unserem Land begangen wurden und was Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus in der Ge-schichte unseres Volkes bewirkt haben, um derartigen Geschehnissen entgegen zu treten.
Ich lade daher alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, besonders aber die Jugendlichen unseres Bezirks, ein, an der Feierstunde am 09.11.2011 teilzunehmen und im Ge-enken an die schrecklichen Geschehnisse, die die jüdische Bevölkerung während der Zeit des Nationalsozialismus in unserem Land erleiden musste, am Jüdischen Mahnmal zu verweilen.

Vier sonnige Tage – Spandauer Havelfest 2011

Feiern am Lindenufer bei sommerlichen Temperaturen

Weddig Skiffle Band am Lindenufer

Weddig Skiffle Band am Lindenufer

Anders als in den letzten Jahren, wird diesmal ganze vier Tage am Rande der Altstadt Spandaus gefeiert. Das traditionelle Havelfest am Lindenufer startete schon zu Himmelfahrt. Eines schon vorneweg. Die klassischen Vatertagsgruppen mit Bollerwagen schienen sich nicht auf das Fest verirrt zu haben, von denen war aber auch im restlichen Spandau nichts zu bemerken.

Petrus hatte sich mächtig ins Zeug gelegt. Bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen konnte Spandaus größtes Stadtfest – in der ersten Jahreshälfte – von Bürgermeister Konrad Birkholz eröffnet werden. Strategisch denkende Besucher stiegen entweder auf Höhe der Dischinger Brücke in den Trubel ein oder am anderen Ende der eineinhalb Kilometer langen Feststrecke, am U-Bahnhof Altstadt Spandau.

Flotte Musik am Lindenufer

Flotte Musik am Lindenufer

Viele nahmen, wie ich selbst, die Gelegenheit wahr, schon am Ziegelhof auszusteigen, um durch den kleinen Park hindurch zum Havelufer vor der Dischinger Brücke zu gelangen. Bei dem traumhaften Wetter störte es nicht, dass diesmal erst nach der Brücke die ersten Festausläufer zu finden waren. Ein paar Schritte noch in behaglicher Ruhe, aber in einem stetig anschwellenden Strom von Besuchern.

Direkt nach der Brücke, an der Schultheiss-Bühne, wurde man hier in der Zeit von 10 bis 18 Uhr von von DJ Hottes lautstarker Partymusik empfangen. Lauschig im Grünen unter Bäumen oder Sonnenschirmen sitzend, konnte man sich hier von kräftigen Rhythmen auf das weitere Fest einstimmen lassen.

Wem das nötige Schuhwerk zur Bewältigung der weiteren Strecke fehlte, wer ein Wechsel-T-Shirt brauchte, weil seines schon durchgeschwitzt war, sich mit Rucksack und Tasche für weitere Einkäufe auszustatten gedachte oder gar schreiend bunte, metallisch glitzernde Hüte brauchte, der konnte jetzt tätig werden.

Noch ein Stand mit südamerikanischem Kunsthandwerk, passender folkloristischer Musik auf CD sowie ein weiterer mit Motivkacheln und Windlichtern waren zu passieren, um am Stabholzgarten zu stehen.

Viel Spaß für Kinder auf dem Spandauer Havelfest

Viel Spaß für Kinder auf dem Spandauer Havelfest

Der Stabholzgarten bot, wie einige anderen Stellen auch, viel Spaß für die Kleinsten unter den Besuchern. Durstige Kehlen und hungrige Mägen kamen hier ebenso zum Zuge, wie Kinder, die sich gerne austoben wollten. So versuchten Eltern, ihre Kinder am Gummiseil zum Mond zu schießen, was nicht funktionierte, da es die Kleinen immer wieder auf den Trampolinboden der Tatsachen brachte. Ein anderer Versuch schien eher zu funktionieren. Kleine Kinder wurden in große schalldichte Kugeln aus Kunststoff gesperrt und auf einem kleinen Teich ausgesetzt. Eltern wie Kinder schienen gleichermaßen ihren Spaß bei den nun folgenden Kapriolen zu empfinden.

 

Hinter der kleinen Brücke über den Mühlengraben ging es an weiteren Ständen mit erfrischenden Getränken und gebratenem aller Art vorbei zur großen Bühne am Lindenufer, direkt gegenüber dem Dampferanleger. Dort tobte gerade die Gruppe Soul 6 und heizte von 12 bis 17 Uhr das Publikum mit bekannten und beliebten alten Pop- und Rocksongs ein. Ein paar ließen dann auch ungezwungen die Tanzbeine schwingen.

Weiter am Lindenufer entlang konnte man sich anschließend bei Speis und Trank stärken. Unter den Linden hatten ein paar Ritter ihr Zelt aufgeschlagen, konnten Kinder sich beim Filzen oder Töpfern ausprobieren und ein Andenken aus Speckstein schnitzen.

Vor der Kindl Bühne am Parkplatz Lindenufer gab es für mein Empfinden den musikalischen Höhepunkt zu bestaunen. Von 12 bis16 Uhr spielten die Gruppen Wedding Skiffel Band und SOUND Syndikat im Wechsel. Erstere lieferte einen natürlichen, unverstärkten und mitreißenden Mix aus Folk-, Country-, Blues- und Jazzmusik.

Ein buntes Musikprogramm wird noch bis Sonntag viele Fans zu den Bühnen locken. Nicht zu vergessen das traditionelle Höhenfeuerwerk am Samstag, welches die Havel in Flammen aufgehen lassen wird und das Seifenkistenrennen sonntags an der Charlottenbrücke.

Das Programm finden Sie hier und hier.

 

 

Ralf Salecker