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Das Wochenende war sportlich

Neben dem Havelfest zogen auch die F-Games auf dem Parkdeck, der Lamborghini Cup in Staaken und das Bürger- und Familienfest der SPD die Besucher nach draußen.

Die Voraussetzungen waren optimal für ein erlebnisreiches Wochenende: Endlich Sonne und kein Regen. Dennoch war der Besucherzuspruch bei einigen Veranstaltungen überschaubar. Sicherlich führte die Vielzahl der Angebote am Samstag bei dem ein oder anderen zu Entscheidungsschwierigkeiten. Denn neben dem alles überragenden Havelfest – bei dem es kurz vorm großen Feuerwerk sogar zu Nachschubproblemen beim Bierausschank kam – luden drei andere Veranstaltungen zur sportlichen Betätigung auf.

Die Stars von Morgen kamen aus dem gesamten Bundesgebiet und Dänemark zum Fußballturnier nach Staaken.

Die Stars von Morgen kamen aus dem gesamten Bundesgebiet und Dänemark zum Fußballturnier nach Staaken.

Internationales Nachwuchsturnier

So hatte der SC Staaken zum bereits 3. Internationalen Lamborghini Berlin Fussball Cup des Jahrgangs 2004 (F-Jugend) in den Sportpark Staaken geladen, der ein erlesenes Teilnehmerfeld aus Nachwuchsmannschaften von Bundesligisten, Tradition- und Ausbildungsvereinen sowie zwei Vereinen aus Dänemark folgten. Letztendlich gingen der SC Staaken, Hertha BSC, 1.FC Union Berlin, Bredballe IF (DK), Boldklubben Søllerød-Vedbæk (DK), Potsdamer Kickers 94, RB Leipzig, 1.FC Magdeburg, Hallescher FC, LFC Berlin und der Weißenseer FC an den Start. Ein Kinderschmink- und Würfelstand sowie das schon fast obligatorische Speedschießen rundeten das Programm ab. Nach den abwechslungsreichen und fairen Partien setzte sich am Ende die Mannschaft des Bundesligaaufsteigers Hertha BSC gegen den Halleschen FC als Turniersieger durch. Den dritten Platz erspielten sich die Gäste aus Dänemark vom Boldklubben Søllerød-Vedbæk. Die Gastgeber vom SC Staaken beendeten das Turnier auf dem 5. Platz.

Ismail Öner (2. v. li.) erhielt für sein Projekt Mitternachtssport e.V. Fußbälle von Bezirksstadtrat Stephan Machulik (re.) und dem Bezirksverordneten Jürgen Keßling (li.).

Ismail Öner (2. v. li.) erhielt für sein Projekt Mitternachtssport e.V. Fußbälle von Bezirksstadtrat Stephan Machulik (re.) und dem Bezirksverordneten Jürgen Kessling (li.) überreicht.

Bürger- und Familienfest

Überwiegend unpolitisch ging es zeitgleich im Wilhelm-Schleusener-Stadion vor, obwohl hier die Abteilung Falkenhagener Feld der SPD zum Fest geladen hatte. Fußballturnier, laufen für den guten Zweck und die Footballer der Spandau Bulldogs standen im Vordergrund. Zudem wurde die Hans-Schultz-Ehrenmedaille an Heike Ließfeld, Detlef Schuster und Käthe Reiman verliehen. Allein der UNICEF Lauf über 100 Meter ermöglichte 500 Dosen gegen Masern, 4000 Wasserreinigungstabletten und 5000 Bleistifte für das Kinderhilfswerk. Und auch der Mitternachtssport e.V. wurde geehrt und erhielt anstatt Medaille nützlichere Fußbälle als Unterstützung.

Es war noch Platz zur sportlichen Betätigung auf dem Parkdeck der Spandau Arcaden hoch über den Dächern des Bezirks.

Es war noch Platz zur sportlichen Betätigung auf dem Parkdeck der Spandau Arcaden hoch über den Dächern des Bezirks. Fotos (3): Patrick Rein

Über den Dächern von Spandau

Zu guter letzt fand als Auftakt zu den Sommerferien auf dem Parkdeck F der Spandau Arcaden eine Veranstaltung für Groß und Klein statt. Bei den “Deck F Games” sollten Kinder und Jugendliche zeigen, welcher Sportsgeist in ihnen steckt. An verschiedenen Stationen konnte an motorischen und koordinativen Fähigkeiten gefeilt werden. Neben Torwand und Soccercage standen erstmals auch eine Minigolf- und eine Biathlonanlage zur Verfügung. Lediglich die angekündigte Verpflegung war nicht zu entdecken und auch das Teilnehmerfeld gestaltete sich bei so vielen Aktionen im Bezirk eher dürftig.

Patrick Rein

Ismail Öner ist „Botschafter für Demokratie und Toleranz“

Spandauer für zivilgesellschaftliches Engagement geehrt

Ismail Öner (2.v.l.) & Team mit Kaiser Franz Beckenbauer in Kitzbühel beim Laureus-Award

Ismail Öner (2.v.l.) & Team mit Kaiser Franz Beckenbauer in Kitzbühel beim Laureus-Award

In einem Festakt am 23.05.2013 wurde Ismail Öner von dem durch die Bundesregierung gegründeten „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ zum „Botschafter für Demokratie und Toleranz 2013“ ernannt.

Ismail Öner startet 2007 das Jugendprojekt „MitternachtsSport“, das der Gewaltprävention und Integration dient. Das besondere an dem Projekt ist Vermischung des Mediums Sport und der intensiven pädagogischen Arbeit. Das Spandauer Projekt erreichte bislang 40.000 junge Menschen und zählt bundesweit zu den renommiertesten Jugendprojekten.

Gemeinsam mit dem Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng gründete Ismail Öner drei Jahre später (2010) den Verein „MitternachtsSport e.V. – Verein für interkulturelle Jugendsozialarbeit Berlin“. Zu den Unterstützern des Vereins zählen neben Boateng noch weitere Fußball-Größen, wie Manuel Schmiedebach (Hannover 96), Jürgen Klopp (Borussia Dortmund), Mesut Özil und Sami Khedira (Real Madrid) sowie Marvin Knoll, Änis Ben-Hatira und Marcel Ndjeng von Hertha BSC.

Münchenreise - MitternachtsSport zu Besuch bei Jerome Boateng

Münchenreise – MitternachtsSport zu Besuch bei Jérôme Boateng

Ismail Öner zu seiner Ehrung:

„Es ist sehr einfach Gutes zu tun. Sich gewinnbringend für die Zivilge- sellschaft einzusetzen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Es bedeutet mir sehr viel, dass mein zivilgesellschaftliches Engagement auch außerhalb der Spandauer und Berliner Grenzen Beachtung findet.

Die Auszeichnung werte ich als Zeichen, um weiter Gas zu geben. Es spornt mich an, um noch viel mehr für meinen Bezirk und für die Spandauer Kinder und Jugendliche zu tun. Es ist eine große Ehre für mich als Botschafter von der Bundesregierung ernannt worden zu sein!“

Kicken gegen Gewalt in Spandau

Hertha-Spieler bei Mitternachtssport

Sport- und Politprominenz bei MitternachtsSport in der Berthold-Brecht-Oberschule (Foto: Ralf Salecker)

Sport- und Politprominenz bei MitternachtsSport in der Berthold-Brecht-Oberschule (Foto: Ralf Salecker)

Heute ist es nicht ganz so, wie an allen anderen Freitagen im Jahr, wenn sich Mitternachtssport in der Berthold-Brecht-Oberschule trifft. Vertreter der Bundesliga-Stiftung und einige Hertha-Spieler haben sich angesagt.

Es ist gegen 21 Uhr und dunkelt schon, als ich den Weg zum Seiteneingang der Sporthalle wähle. Außen ist alles fast leer. Ein paar Kids in Trikots haben anscheinend den gleichen Weg. In der Sporthalle selbst tobt der Bär. Von oben habe ich einen guten Blick auf das Spielfeld. Mehr als ein Dutzend Jugendliche spielen sich gerade warm, andere warten darauf, dass sie dran sind. Im oberen Bereich der Sporthalle, warten viele junge Zuschauer ungeduldig darauf dass es losgeht.

“MitternachtsSport e.V. – Verein für interkulturelle Jugendsozialarbeit Berlin”

MitternachtsSport hat sein Büro im neuen Stadtteilbüro in der Adamstraße 39. Der Name klingt ziemlich sperrig. Schnell mag der eine oder andere auf den Gedanken kommen, dass es sich wieder einmal um eine gutgemeinte Kopfgeburt handelt, um Problemjugendlichen etwas Gutes zu tun. Weit gefehlt!

Initiator des Vereins ist der 34jährige Sozialarbeiter Ismail Öner. Rund fünf Jahre gibt es das Projekt nun schon. 30.000 Jugendliche hat es bisher erreicht, eine stolze Zahl. Die Idee ist bestechend einfach und wirkungsvoll. Problemjugendliche, die sich nachts auf Spandaus Straßen herumtrieben und Unsinn anstellten sollten genau dann eine Alternative geboten bekommen. Anfangs zogen viele Zweifler die Stirn kraus. Das kann nicht klappen, hieß es schnell.

Der Erfolg gibt Ismail Öner Recht. Die Jugendkriminalität ist merklich zurück gegangen. Prominente Sportler, wie der Nationalspieler Jerome Boateng vom FC.Bayern München, Änis Ben-Hatira, von Hertha BSC sowie der der Ur-Spandauer Manuel Schmiedebach, von Hannover 96 unterstützen den 2010 gegründeten Spandauer Verein tatkräftig. Die Bundesliga-Stiftung kürte das Projekt 2010 zum besten Jugendprojekt Berlins. Ende 2011 wurde der Verein und das Hauptprojekt als eines von drei weltweiten Sozialen Jugendprojekten für den Oscar des Sports, dem Laureus-Award, nominiert.

Autogrammstunde und gute Nachrichten

Die Turnierspiele in der Halle nehmen inzwischen ihren Gang. Routiniert treten die Spieler gegeneinander an. Hart im Einsatz aber fast immer fair im Umgang miteinander. Ein Schiedsrichter ist nicht nötig. Kommt ein Spieler zu Fall, ist der Verursacher schnell bei ihm und reicht ihm die Hand. Fairniss und Rücksichtnahme werden hier fast beiläufig gelernt. Mit viel Spaß und Energie geht es hier zur Sache. Während die Spieler in ihr Spiel vertieft sind, beginnt oben schon die Autogrammstunde. Die Spieler von Hertha BSC Änis Ben-Hatira und Patrick Ebert sind umlagert von Fans. Alle wollen mit ihnen fotografiert werden.

Dann geht´s auch schon runter in die Halle. Alle sind gespannt und brechen in Begeisterung aus, als ein Vertreter der Bundesliga-Stiftung die finanzielle Förderung des Vereins für die nächsten Jahre zusichert. Das bedeutet wieder ein wenig mehr Sicherheit für die praktische Jugendsozialarbeit des Vereins.

 

Ralf Salecker