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Arbeitsplätze in Spandau gesichert

 Umstrukturierung bei Nokia-Siemens ist „gut ausgegangen“

Arbeitsplätze gesichert - Spandau blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Arbeitsplätze gesichert – Spandau blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Mit der Umstrukturierung bei Nokia-Siemens-Networks (NSN) wurden die Konzernsparten „Business-Support“ und „Optical Solutions“ in Siemensstadt verkauft. Der Bereich „Business-Supoort“ wurde von der Firma Redknee Solutions Inc. gekauft. Hierdurch konnten 300 Arbeitsplätze gesichert werden.

Im Mai wurde der Verkauf von „Optical Solutions“ an den Investor Marlin Equity Partners abgeschlossen. Hieraus entstand das neue Unternehmen „Coriant“, das mit 400 Mitarbeitern durchstartet.

Kai Wegner (CDU-Bundestagsabgeordneter) zum Thema:

„Die Nachricht vom Stellenabbau bei Nokia-Siemens hat mich sehr betroffen gemacht. Umso mehr freut es mich, dass durch die Übernahmen hunderte hochqualifizierter Arbeitsplätze in Siemensstadt gerettet werden konnten.“

Matthias Brauner (CDU-Abgeordneter für Siemensstadt) ist zuversichtlich:

„Das Beispiel zeigt, wie wichtig intelligente Unternehmensförderung und ein wirtschaftsfreundliches Klima für Berlin ist. Mit Marlin Equity und Redknee wurden zwei Investoren gefunden, die sich zu langfristigem Engagement verpflichtet haben. Schon heute ist Berlin einer der größten Standorte des weltweit agierenden Dienstleisters Redknee Solutions. Auch Marlin Equity hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, um das Unternehmen in Spandau voranzubringen.“

Stellenabbau in Spandau beschlossen

Nokia Siemens Networks einigt sich mit Betriebsrat in Siemensstadt auf Restrukturierung: rund 160 Arbeitsplätze werden abgebaut.

Im Rahmen der bundesweiten Restrukturierung entfallen in Berlin rund 160 von zirka 1000 Arbeitsplätzen. Mit dem Betriebsrat wurde vereinbart, den notwendigen Personalabbau zunächst über freiwillige Maßnahmen zu erreichen. Nokia Siemens Networks – weltweiter Spezialist im Segment mobiles Breitband – wird der Mehrzahl der vom Abbau betroffenen Mitarbeiter den Übergang in eine regionale Transfergesellschaft zum 1. Dezember 2012 anbieten.

Der Weg zum Arbeitsamt und Jobcenter bleibt den Betroffenen durch eine Übergangsgesellschaft vorerst erspart.

Der Weg zum Arbeitsamt und Jobcenter bleibt den Betroffenen durch eine Übergangsgesellschaft vorerst erspart.

Schwacher Trost

Für die rund 60 betroffenen Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Optical Networks am Siemensdamm ist aus betrieblichen Gründen ein Wechsel in die Transfergesellschaft dabei erst zum 1. Februar 2013 vorgesehen. Daniel Buchholz, Spandauer SPD-Abgeordneter, führt dazu aus: „Der Abbau von 160 Arbeitsplätzen in Spandau ist sehr bedauerlich. Dass andere Standorte deutlich stärker betroffen sind, kann nur bedingt beruhigen. Durch den mit dem Betriebsrat vereinbarten Übergang in eine Transfergesellschaft für 18 Monate haben viele der hochqualifizierten Mitarbeiter eine reelle Chance, sich neu zu orientieren und hoffentlich bald wieder einen festen Job zu finden.“

Vorerst keine betriebsbedingten Kündigungen

„Die Transfergesellschaft wird die Mitarbeiter weiter qualifizieren und sie bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützen. Wir gehen davon aus, dass genügend Mitarbeiter freiwillig von diesem Angebot Gebrauch machen, das aus unserer Sicht die sozialverträglichste Lösung ist. Ansonsten müssten betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden, was wir gerne vermeiden möchten,“ sagt Olaf Horsthemke, Arbeitsdirektor von Nokia Siemens Networks Deutschland.

Spandaus Politiker Swen Schulz, Daniel Buchholz, Helmut Kleebank

Spandaus Politiker Swen Schulz, Daniel Buchholz, Helmut Kleebank (v.r.) – hier bei einer Veranstaltung im September – zeigen sich enttäuscht vom Stellenabbau. Fotos (2): Patrick Rein

Entgegen dem Trend

Nicht nur für den aufstrebenden Standort Siemensstadt bedeutet dies einen herben Rückschlag. Die Entscheidung kam jedoch nicht überraschend, bereits im November 2011 hatte Nokia Siemens Networks seine Absicht angekündigt, weltweit 17.000 Arbeitsplätze abzubauen, um das Unternehmen aus der Verlustzone herauszuholen und für die Zukunft wettbewerbsfähig aufzustellen. Von dieser Restrukturierung sind in Deutschland insgesamt rund 2.900 Arbeitsplätze betroffen. Auch der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz bedauert den Stellenabbau: „Sehr bedauerlich ist, dass das Unternehmen gegen den Trend in der Branche Stellen in Berlin abbaut. Denn Berlin entwickelt sich zu einem europäischen Silicon Valley, kleine Unternehmensgründer, Forschungseinrichtungen und die Hochschulen bieten glänzende Möglichkeiten auch für NSN. Ich setze darauf, dass diese Möglichkeiten künftig noch besser genutzt werden können.“ Das finnische Unternehmen ist in 150 Ländern aktiv und erzielte 2011 einen Nettoumsatz von mehr als 14 Mrd. Euro.

Patrick Rein