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Hakenfelder Familien-Herbst- und Ritterfest

Unter dem Motto  „Spiel und Spaß im bunten Blätterwirbel mit der ganzen Familie“ fand am Mittwoch den 03. Oktober 2012 von 14:00 bis 18:00Uhr das alljährliche Hakenfelder Familien-Herbstfest auf dem Gelände der Freizeitstätte Aalemannufer in der Niederneuendorfer Allee statt. Neben den Besucher hatten auch viele Rittersleute den Weg gefunden und gaben Einblick in den mittelalterlichen Alltag.

Ritterkämpfe wurden vorgeführt, sonst war selber machen die Devise.

Ritterkämpfe wurden vorgeführt, sonst war selber machen die Devise.

Ein Mal echter Ritter sein

Natürlich gab es viele herbstliche und mittelalterliche Spiele für die ganze Familie, Live-Musik und Leckereien frisch vom Grill als auch ein Kuchenbuffet. Besonderes Highlight in diesem Jahr waren jedoch die mittelalterlichen Fechtkunstvorführungen der Gruppen „Jacamart“ und „Sinaevum“. Hier hatten auch Kinder die Möglichkeit selbst ein Mal das Schwert zu führen und hautnah zu erleben, wie das Leben eines Ritters war. Doch auch Baumstammwerfen, Bogenschießen, ein Wettkampf zu (Holz-) Pferd sowie Basteln mit Stroh begeisterten gerade die Kinder.

Kinderschminken war auch beim Familienfest gefragt.

Kinderschminken war auch beim Familienfest gefragt.

Starke Partner

Für gute Stimmung sorgte zudem die Spandauer Band „2 Jahre Ferien“. Die Kooperationsveranstaltung der Freizeitstätten im „Verbund Hakenfelde“ wurde dabei vom HABIKUS e.V. – Verein für Bildung, Kultur und Soziales -, Legio XIX Augusta und Ludus Avis Comuedus für die Römerdarstellung, dem Kleingartenverein „Siedlung Hakenfelde“, den Bogenschützen Aalemann Berlin e.V. sowie dem Schachclub „Zitadelle Spandau-Falkensee“ unterstützt, der mehrere Bretter für einen geistigen Wettkampf aufgestellt hatte und Werbung für seinen Sport betrieb.

Auf einem Holzpferd musste der Parcour absolviert werden.

Auf einem Holzpferd musste der Parcour absolviert werden. Fotos (3): Patrick Rein

Großer Andrang

Bei bestem Herbstwetter hatten so auch viele Familien den Weg nach Hakenfelde gefunden und wurden nicht enttäuscht von dem was geboten wurde. Zumal das Familienfest als eine Veranstaltung überzeugte, bei der den Kindern nicht lediglich die sonst obligatorische Hüpfburg geboten wurde, sondern abwechslungsreiches und neues das Interesse des Nachwuchs weckte und zudem einen Einblick in das Ritterleben gab.

Patrick Rein

Über Ostern ist das Mittelalter in Spandau zu Hause


Ritter, Gaukler und Getränke auf der Zitadelle

Oster-Ritter-Spektakel auf der zitadelle (Foto: Ralf Salecker)

Oster-Ritter-Spektakel auf der zitadelle (Foto: Ralf Salecker)

Überall war es groß plakatiert. Alle, in nah und fern, wurden gerufen, sich das österliche Ritterspektakel auf der Zitadelle in Spandau anzuschauen. Petrus hatte Übles angekündigt. Er wollte den Besuchern die Entscheidung nicht leicht machen. Schon am Tag zuvor, am Samstag, sorgten Graupel und Schneetreiben für eine ungemütliche Stimmung.

Der Sonntag versprach dann deutlich angenehmeres Wetter. Das Versprechen wurde nicht nur gehalten, sondern sogar mit deutlich mehr Sonne übererfüllt. Ein breiter Damm über den Burggraben ließ die Eroberer der Zitadelle trockenen Fußes die Zitadelle erstürmen. Kaum war das Torhaus der Renaissancefestung durchschritten, gab es schon die erste Spaßgelegenheit für die Kleinen. Am Palas lockte ein ansprechendes „mittelalterliches“ Karussell für eine furiose Fahrt auf hölzernen Tieren. Ökologisch korrekt wurde es natürlich mit menschlicher Kraft angeschoben.

Handwerk und Waffentraining

Im kleinen Innenhof zwischen Palas und Offiziantenhaus lagen friedfertiges und kriegerisches eng beieinander. Während an einem Stand Wolle gesponnen und zu Kleidung verarbeitet wurde, flogen gleich nebenan Äxte, Messer und Pfeile durch die Luft. Jederman(n) konnte hier vor seinem holden Weibe zeigen, was er kann – oder auch nicht …

Direkt dahinter, parallele zum Haus 4, konnten in der ersten Einkaufsmeile Kaufgelüste befriedigt werden. Schmuck, Kleidung, dekorativer Kram, Getöpfertes und ein Stand mit vielerlei Senfsorten konnten für den einen oder anderen Geldbeutel schon eine Gefahr bedeuten.

Musik und Gastronomie

Vor dem Hafen bot die erste große Taverne eine Gelegenheit, sich den Bauch zu füllen. Gleich nebenbei gab´s dann etwas auf die Ohren. Die Gruppe Scherbelhaufen unterhielt die Zuhörer mit lauter Musik und derbem Gesang – ein wenig zu oft unterbrochen von Animationsversuchen, die inzwischen leider zum Normalfall auf „Mittelaltermärkten“ gehören. Möglicherweise liegt es ja auch am Publikum, welches sich weniger schnell begeistern lässt und solche Form der Ermunterung braucht.

Kampf und Gaukelei

Kurz vor den italienischen Höfen bot ein Ritterlager Einblick in das ruhige Alltagsleben zwischen den Turnieren. Ein Stückchen weiter, neben dem Zeughaus, stapelten sich passend glänzende Rüstungen – Konserven ohne Ritterfüllung. Mehr Raum für die ansprechende Präsentation von Lagerleben und Handwerk wäre eine grundsätzliche Empfehlung für Mittelaltermärkte – nicht nur in Spandau. Das mag zwar mehr kosten, bietet dem Zuschauer, der mehr als nur HalliGalli und Verköstigung möchte, einen Grund, gerne wieder zu kommen.

Auf dem großen Platz in der Mitte ging es dann martialisch zur Sache. Ein bescheidenes Ritterturnier bot die übliche Geschichte. Prinzessin zu vergeben, Ritter zu Pferd messen sich im Kampf, eine beteiligte Gestalt ist – oh – eine Frau, die dann natürlich gleich eingesperrt werden muss und schließlich der übliche böse schwarze Ritter, der am Schluss dann doch scheitern muss. Nett, aber nicht mehr, auch wenn der Moderator zu den wirklich positiven Beispielen zählte, indem er ruhig und entspannt, gespickt mit Schalk, das Turnier mit seinen Kommentaren begleitete. Das Publikum, ganz besonders die Kleinen, waren davon höchst angetan.

An anderer Stelle prallten dann gerüstete Krieger mit lauten Gebrüll, viel Schmackes und klirrenden Waffen aufeinander. Direkt im Anschluss an den Kampf wurde es friedlich. Zwei Gaukler zeigten eine spannende und lustige artistische Leistung, die durch eine penetrante reaktionsheischende Art doch ziemlich nervte. Auch hier schien das Publikum genau dieses zu wollen …

Im Großen und Ganzen ein durchaus unterhaltsamer, aber wie viele andere seiner Art, durchaus verbesserungswürdiger Markt.

 

Ralf Salecker

Vier sonnige Tage – Spandauer Havelfest 2011

Feiern am Lindenufer bei sommerlichen Temperaturen

Weddig Skiffle Band am Lindenufer

Weddig Skiffle Band am Lindenufer

Anders als in den letzten Jahren, wird diesmal ganze vier Tage am Rande der Altstadt Spandaus gefeiert. Das traditionelle Havelfest am Lindenufer startete schon zu Himmelfahrt. Eines schon vorneweg. Die klassischen Vatertagsgruppen mit Bollerwagen schienen sich nicht auf das Fest verirrt zu haben, von denen war aber auch im restlichen Spandau nichts zu bemerken.

Petrus hatte sich mächtig ins Zeug gelegt. Bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen konnte Spandaus größtes Stadtfest – in der ersten Jahreshälfte – von Bürgermeister Konrad Birkholz eröffnet werden. Strategisch denkende Besucher stiegen entweder auf Höhe der Dischinger Brücke in den Trubel ein oder am anderen Ende der eineinhalb Kilometer langen Feststrecke, am U-Bahnhof Altstadt Spandau.

Flotte Musik am Lindenufer

Flotte Musik am Lindenufer

Viele nahmen, wie ich selbst, die Gelegenheit wahr, schon am Ziegelhof auszusteigen, um durch den kleinen Park hindurch zum Havelufer vor der Dischinger Brücke zu gelangen. Bei dem traumhaften Wetter störte es nicht, dass diesmal erst nach der Brücke die ersten Festausläufer zu finden waren. Ein paar Schritte noch in behaglicher Ruhe, aber in einem stetig anschwellenden Strom von Besuchern.

Direkt nach der Brücke, an der Schultheiss-Bühne, wurde man hier in der Zeit von 10 bis 18 Uhr von von DJ Hottes lautstarker Partymusik empfangen. Lauschig im Grünen unter Bäumen oder Sonnenschirmen sitzend, konnte man sich hier von kräftigen Rhythmen auf das weitere Fest einstimmen lassen.

Wem das nötige Schuhwerk zur Bewältigung der weiteren Strecke fehlte, wer ein Wechsel-T-Shirt brauchte, weil seines schon durchgeschwitzt war, sich mit Rucksack und Tasche für weitere Einkäufe auszustatten gedachte oder gar schreiend bunte, metallisch glitzernde Hüte brauchte, der konnte jetzt tätig werden.

Noch ein Stand mit südamerikanischem Kunsthandwerk, passender folkloristischer Musik auf CD sowie ein weiterer mit Motivkacheln und Windlichtern waren zu passieren, um am Stabholzgarten zu stehen.

Viel Spaß für Kinder auf dem Spandauer Havelfest

Viel Spaß für Kinder auf dem Spandauer Havelfest

Der Stabholzgarten bot, wie einige anderen Stellen auch, viel Spaß für die Kleinsten unter den Besuchern. Durstige Kehlen und hungrige Mägen kamen hier ebenso zum Zuge, wie Kinder, die sich gerne austoben wollten. So versuchten Eltern, ihre Kinder am Gummiseil zum Mond zu schießen, was nicht funktionierte, da es die Kleinen immer wieder auf den Trampolinboden der Tatsachen brachte. Ein anderer Versuch schien eher zu funktionieren. Kleine Kinder wurden in große schalldichte Kugeln aus Kunststoff gesperrt und auf einem kleinen Teich ausgesetzt. Eltern wie Kinder schienen gleichermaßen ihren Spaß bei den nun folgenden Kapriolen zu empfinden.

 

Hinter der kleinen Brücke über den Mühlengraben ging es an weiteren Ständen mit erfrischenden Getränken und gebratenem aller Art vorbei zur großen Bühne am Lindenufer, direkt gegenüber dem Dampferanleger. Dort tobte gerade die Gruppe Soul 6 und heizte von 12 bis 17 Uhr das Publikum mit bekannten und beliebten alten Pop- und Rocksongs ein. Ein paar ließen dann auch ungezwungen die Tanzbeine schwingen.

Weiter am Lindenufer entlang konnte man sich anschließend bei Speis und Trank stärken. Unter den Linden hatten ein paar Ritter ihr Zelt aufgeschlagen, konnten Kinder sich beim Filzen oder Töpfern ausprobieren und ein Andenken aus Speckstein schnitzen.

Vor der Kindl Bühne am Parkplatz Lindenufer gab es für mein Empfinden den musikalischen Höhepunkt zu bestaunen. Von 12 bis16 Uhr spielten die Gruppen Wedding Skiffel Band und SOUND Syndikat im Wechsel. Erstere lieferte einen natürlichen, unverstärkten und mitreißenden Mix aus Folk-, Country-, Blues- und Jazzmusik.

Ein buntes Musikprogramm wird noch bis Sonntag viele Fans zu den Bühnen locken. Nicht zu vergessen das traditionelle Höhenfeuerwerk am Samstag, welches die Havel in Flammen aufgehen lassen wird und das Seifenkistenrennen sonntags an der Charlottenbrücke.

Das Programm finden Sie hier und hier.

 

 

Ralf Salecker