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Nachwuchs im Handwerkgewerbe

150 Kinder werkelten beim „Tag der kleinen Baumeister“ der GEWOBAG in Spandau

 Auf dem Spielplatz am Kraepelinweg 13 im Falkenhager Feld kam es zum dritten Mal nach Schöneberg und Kreuzberg zum „Tag der kleinen Baumeister“. Dabei durften 150 Nachwuchshandwerker richtig mauern, Fliesen legen, malern und am Schraubstock werkeln. Die Spandauer Mitmach-Baustelle bot den Vier- bis Achtjährigen von 10 bis 16 Uhr acht Stationen, um sich an verschiedenen Gewerken auszuprobieren. Ausgerüstet mit Bauarbeiterhandschuhen und Mini-Bauhelmen hämmerten und schraubten die kleinen Baumeister hochkonzentriert.

Der Bagger stand bei den Kindern hoch im Kurs.

Der Bagger stand bei den Kindern hoch im Kurs.

Ich will Baggerfahren

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein spezielles Baustellenfahrzeug: der Minibagger, auf dem jeder einmal sitzen durfte. Der sechsjährige Ben formulierte dabei seine Berufswünsche: „Letzte Woche wollte ich noch Busfahrer werden, aber jetzt möchte ich Bauarbeiter werden. Das Mauern hat mir am meisten Spaß gemacht!“ Über so viel Begeisterung freuten sich die Meister und Gesellen der Berliner Handwerksbetriebe, die die Stationen mit unermüdlicher Geduld betreuten. Voller Stolz nahmen die Mini-Baumeister am Ende ihrer „Schicht“ eine Urkunde in Empfang: den „Kleinen Baumeisterbrief“.

Der Tag der kleinen Baumeister in Spandau ein voller Erfolg.

Der Tag der kleinen Baumeister in Spandau ein voller Erfolg.

Baustellenbesichtigung mit Prominenz

Zur offiziellen Baustellenübergabe an die Kinder gab es Ansprachen von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD), sowie von den Bezirksstadträten Carsten-Michael Röding und Gerhard Hanke (CDU) als auch GEWOBAG-Vorstand Hendrik Jellema. Stadtentwicklungssenator Michael Müller zeigte sich von der Kinder-Mitmach-Baustelle begeistert: „Es ist schon beeindruckend, mit wie viel Geschick die ,kleinen Baumeister´ mit Maurerkelle, Hammer und Minibagger umgehen. Bei so gutem Nachwuchs wird mir um die Zukunft Berlins nicht bange. Mein Dank gilt der GEWOBAG, die diese Kinder-Mitmach-Baustelle bereits das dritte Mal organisiert und damit auf spielerische Art und Weise für das Bauhandwerk auch schon bei den Jüngsten wirbt. Berlin wäre ohne das Bauen nicht die Stadt, die sie ist: in ständiger Veränderung und doch mit ihren vielen imposanten Bauten wunderschön.“

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) war sichtlich begeistert.

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) war sichtlich begeistert.

Spandau begeistert

„Jedes Kind erlebt hier, selbst etwas gebaut zu haben und geht mit einem Erfolgserlebnis nach Hause,“ beschrieb Bezirksstadtrat Carsten-Michael Röding seine Beobachtungen: „An diesen Ferientag werden sich die Kinder noch lange erinnern. Ich selbst bin im Falkenhagener Feld aufgewachsen und hätte mich als Kind riesig über die Aktion gefreut. Für das Wohngebiet sind solche positiven Impulse wichtig. Man sieht, wie die Nachbarschaft auflebt. “ Bezirksstadtrat Gerhard Hanke ergänzt: „Der Baumeistertag zeigt, wie kinderleicht soziale Stadtteilarbeit funktionieren kann: Man kombiniere Spaß mit praktischem Lernen. Für mich ist es eine tolle Initiative, die den Kindern einen Einblick in die Arbeit der Bauarbeiter ermöglicht und ihnen zeigt, wie spannend Handwerksberufe sein können. Wie man sieht, sind einige Mädchen und Jungen schon zu richtigen Könnern im Bauhandwerk geworden.“

Spiel, Spaß und Spannung standen im Mittelpunkt der Nachwuchshandwerker.

Spiel, Spaß und Spannung standen im Mittelpunkt der Nachwuchshandwerker. Fotos (4): Patrick Rein

Werbung für den Mittelstand

Für GEWOBAG-Vorstand Hendrik Jellema ist es bereits der dritte „Tag der kleinen Baumeister“: „Der Standort wechselt jährlich, aber die Faszination bei Mädchen und Jungen ist überall gleich. Die Aktion macht Spaß und bringt Kinder zum Lachen. Auch hier im Spandauer Falkenhagener Feld, wo wir rund 2.000 Wohnungen bewirtschaften. Ohne die herausragend engagierten Handwerksbetriebe wäre diese Mitmach-Baustelle allerdings nicht möglich gewesen. Ein herzliches Dankeschön an alle Handwerksmeister, Gesellen und Auszubildenden.“

Summerjam und olympisches Sportfest

Gleich bei zwei Großveranstaltungen zeigen Spandaus Kinder und Jugendliche ihr Können

Die Ferien neigen sich dem Ende und zum Abschluss spielt auch endlich das Wetter noch ein Mal mit. Pünktlich zum Auftakt der Olympischen Sommerspiele in London, bei denen auch Spandau von der Ruderin Britta Oppelt, RVG Hellas Titania, und der Modernen Fünfkämpferin Annika Schleu von TSV 1860 Spandau vertreten sein werden, findet auf dem Marktplatz in der Altstadt das Olympische Sportfest statt.

Für Spandau bei den Olympischen Spielen in London:

Für Spandau bei den Olympischen Spielen in London: Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu (oben) und Ruderin Britta Oppelt (unten) Fotos: DOSB

Mit-mach-Aktionen

Am Samstag in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr präsentieren sich dabei zahlreiche Vereine und stellen verschiedene olympische Sportarten vor. Selbst ausprobieren ist natürlich ausdrücklich erwünscht und vielleicht entdeckt so ein zukünftiger Olympionik seine langersehnte Disziplin. Unter anderem werden Bogenschützen von Aalemann Berlin, der Segel-Club Nordstern Spandau mit einem Optimist, die Sport-Hasen-Spandau e. V. mit einer Judovorführung, der Märkische Ruderverein, die SG-Siemens Berlin mit Badminton, die Gruppe Haselhorst der Berliner Turnerschaft, die Berlin Dragons mit Base- und Softball, die Wasserfreunde Spandau 04 mit Kitaschwimmen und der Darbietung zu Schwimmen und Wasserball sowie der VfV-Spandau 1922 mit einem Leichtathletikparcours für Kinder, Trainings-und Wettkampfgeräten zum Anfassen, seiner Triathlon- und Handballabteilung vertreten sein.

 Strampeln für Kinderträume

Zudem kann jeder auf extra aufgestellten Spinning-Fahrrädern des Sportparks Budokan selbst für einen guten Zweck sportlich aktiv werden, denn die Berliner Sparkasse sponsert 1 € für jeden „erfahrenen“ Kilometer für das Spandauer Spielplatzprojekt „Raum für Kinderträume“. Das erfahrene Kilometergeld wird in Form eines Schecks um 16 Uhr auf der Hauptbühne von Herrn Jens Haupt von der Berliner Sparkasse an Bezirksstadtrat Carsten Röding (CDU) übergeben. Dieser zeigt sich schon im Vorfeld begeistert: „Dank der engagierten Sportvereine weht nun auch der olympische Geist durch die Spandauer Altstadt und es wird ein wichtiges Zeichen für unsere Kleinsten und ihre Spielplatzversorgung im Rahmen des Projektes „Raum für Kinderträume“ gesetzt.“

Der BMX-Wettbewerb in Spandau von Freitag bis Samstag im Magistratsweg.

Der BMX-Wettbewerb in Spandau von Freitag bis Samstag im Magistratsweg.

Summerjam 2012

Ebenfalls am Samstag startet der zweitägige Spandauer BMX-Wettbewerb im Magistratsweg 95. Der SummerJam erfreut sich seit 2004 immer größerer Beliebtheit und wird ausschließlich von Jugendlichen organisiert und durchgeführt. So heißen die Verantwortlichen dieses Mal Martin Brehm und Vivian Contag. Mit viel Unterstützung des Geschwister- Scholl- Hauses und dem Staakkato Kinder & Jugend e.V. Neben dem Kinder-BMX-Contest am Sonnabend bis 16 Jahren und dem Amateurwettbewerb am Sonntag gibt es darüber hinaus Live Bands und Stände wie Schminken, Hüpfburg, Essen und Getränke. Es wird somit nicht nur ein BMX Contest sondern ein Fest für die ganze Familie sein.

Unser Bezirk kann stolz sein auf so viel Engagement, welches auch mit zahlreichen Besuchern belohnt werden sollte. Getreu dem olympischen Motto der kommenden Wochen: Dabei sein ist alles!

Bürgermeisterwahl – quo vadis Spandau?


Nervenkitzel in der BVV Spandau

Nervenkitzel in der BVV Spandau

Wie geht es in der BVV  jetzt weiter?

Am Donnerstagabend ging es in der konstituierenden Bezirksverordnetenversammlung (BVV) heiß her. Die geheime Wahl des neuen Bürgermeisters endete nach über fünf Stunden ohne Mehrheit. In zwei Wahlgängen erhielt der Kandidat der SPD, Helmut Kleebank, jeweils 27 Ja-Stimmen, 27 Bezirksverordnete votieren gleichzeitig gegen ihn. Nach mehreren Sitzungsunterbrechungen erschienen etliche Bezirksverordnete nicht mehr, sodass die BVV nicht mehr beschlussfähig war.

Wie es nun konkret weitergeht, wollte die Mein-Spandau-Redaktion von den Parteien wissen.

CDU-Spandau

Thorsten Schatz, Kreisgeschäftsführer der CDU (23 Mandate), sprach von einem „nervenaufreibenden“ BVV-Abend. Er selbst sieht das Ergebnis keineswegs mit einem lachenden Auge, er sei eher betroffen. Darauf angesprochen, ob der CDU  Kandidat Carsten Röding jetzt eine neue Chance auf die Wahl zum Bezirksbürgermeisters habe und wie es nun weitergehe, sagte Schatz:

Wir von der CDU werden mit allen Fraktionen bis Mitte kommender Woche Gespräche führen, um Lösungen herbeizuführen, die im Sinne Spandaus sind.“

Das Rechtsamt prüfe derzeit, ob die Zählgemeinschaft aus SPD und LINKE das dritte Mal ein Vorschlagsrecht für den Bürgermeister habe, oder ob es verwirkt sei. Diese Ungewissheit habe dazu geführt, dass SPD, Grüne und der Vertreter der LINKE nicht mehr im Sitzungssaal erschienen seien.

Piratenpartei-Spandau

Emilio Paolini, frisch gewählter Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei (3 Stimmen), zeigte sich geschockt von dem undemokratischen Verhalten am Donnertag Abend und fühlte sich persönlich bestärkt in der Meinung, dass eine Veränderung in der Politik dringend notwendig sei. Die Piraten seien bemüht gewesen, sich offen, ehrlich und fair zu verhalten.Darauf angesprochen wie es in der  nächsten BVV am 2.11.2011 weitergeht, äußerte er sich Paolini wie folgt:

 “Ich bin mir unsicher, was am Mittwoch überhaupt passieren wird. Es ist nicht eindeutig klar, ob es einen 3. Wahlgang geben wird. Am Montag werden wir uns nochmals gemeinsam treffen und die Basis zu einer möglichen Abstimmung befragen. Es kann sein, dass die Verordneten am Mittwoch nach ihrem Gewissen entscheiden und wählen.“

GAL-Spandau

 

Christoph Sonnenberg-Westeson von der Grün-Alternativen Liste (GAL – 6 Stimmen ), die sich in einer Zählgemeinsaft mit den Sozialdemokraten befindet, äußerte sich am Freitag Morgen auf eine telefonische Nachfrage hin wie folgt:

„Die GAL hofft, dass Helmut Kleebank am kommenden Mittwoch gewählt wird, da er der bessere Bügermeister-Kandidat ist. Die GAL steht fest zur Zählgemeinschaft und wird mit allen sechs Stimmen für ihn stimmen, das hat die GAL der SPD gestern Abend nochmals ausdrücklich zugesichert.“

SPD-Spandau

Von der  SPD Spandau (21 Stimmen)  stand bis Freitag 18.00 Uhr niemand für eine Stellungnahme zur Linke-SpandauVerfügung,  bei der Partei der LINKEN (1 Stimme) war niemand zu erreichen.

 

 

 

Zu der  Patt-Situation konnte es kommen, da die Piraten nur drei Kandidaten aufgestellt hatten ihnen laut Wahlergebnis eigentlich aber ein viertes Mandat zugestanden hätte.

Man darf als SpandauerIn gespannt sein wie es in der BVV am Tag nach Allerheiligen weitergehen wird. Zuschauerränge und Pressebank werden sicherlich wieder bis zum letzten Platz gefüllt sein.

Die Redaktion

Tipp: Interessante Leser-Kommentare: hier >>>

Wir müssen die finanziellen Probleme in den Griff kriegen

Interview mit dem Bürgermeisterkandidaten der CDU – Teil 2

Carsten Röding

Carsten Röding

Bezirkspolitik für die Spandauer etwas spannender machen

Welches sind die wichtigsten Eckdaten Ihrer Politik für Spandau, wenn Sie Bezirksbürgermeister sein sollten und wie wollen Sie diese in einer Zeit der leeren Kassen umsetzen? Welche kurzfristigen Ziele und welche längerfristigen Ziele werden Sie verfolgen?

Ganz wichtig und das auch mittelfristig, sind die finanziellen Probleme, die Spandau hat und Spandau auch in Teilen lähmen. Probleme, die aber nicht in meinen oder den von der CDU geführten Bereiche aufgetreten sind. Wichtig ist, diese Probleme wieder in den Griff zu bekommen, um selbst wieder einen größeren Gestaltungsspielraum zu ermöglichen. Egal wer Bürgermeister werden wird, dies ist einer der wichtigsten Punkte, um die Wünsche und Bedürfnisse des Gemeinwesens Spandau wieder erfüllen zu können. Ich bin fest davon überzeugt, dass man für diese schwierige Aufgabe Erfahrung in der Bezirkspolitik und –verwaltung braucht.

Der zweite Punkt den ich mir fest vorgenommen habe ist, die Bezirkspolitik für die Spandauer wieder etwas spannender zu machen und ihnen näher zu bringen. Dazu gibt es verschiedene Elemente. Es fängt an mit Online-Beteiligungen, also z. B. Ideenwerkstätten, die ich zu wichtigen Themen machen werde. Weiter geht es dann mit themenbezogenen Stadtteilgesprächen. Langfristig wird in jedem Stadtteil, jedem Kiez, die Einrichtung eines Stadtteilladens angestrebt. Dort soll es Informations- und Beteiligungsangebote in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern geben. Ganz konkret sind wir dabei im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt einen solchen Stadtteilladen unter Einbeziehung des Vereins „Meine Wilhelmstadt“ auf den Weg zu bringen. Informiert werden soll dort über das Sanierungsgebiet und alles was die Wilhelmstadt und Spandau-Politik betrifft. Dazu gehören auch Hilfsangebote. Nichts spricht dagegen, dass auch einmal das mobile Bürgeramt vor Ort sein wird.
Beim Thema Bürgeramt gilt es natürlich auch die unhaltbaren Zustände in den Bürgerämtern, was die Wartezeiten anbelangt, in den Griff zu bekommen. Drei oder mehr Stunden Wartezeit sind nicht zumutbar.
Ansonsten muss und will ich das Rad und Spandau nicht unbedingt neu erfinden. Ich will die Dinge, die sich in meiner politischen Arbeit und auch der der CDU Spandau bewährt haben, fortsetzen.

Das fängt an bei den Unterstützungsangeboten für Firmen, Unternehmungsgründungen und Betriebserweiterungen, aber auch Neuansiedlungen. Da haben ich mit dem Siemens TechnoPark und der neuen Florida-Eisproduktion im Zeppelinpark bewiesen, dass ich das kann. Dort werden wir auch weiter machen.

Ich werde das Berlin weit anerkannte und einmalige Spielplatzsanierungsprojekt „Raum für Kinderträume“ fortsetzen, mit dem es gelungen ist sowohl ehrenamtliche Spielplatzpaten zu finden als auch Firmen zu zweckgebundenen Spenden zu bewegen.

Ich werde die Seniorentagesstätten und -wohnhäuser in ihrer jetzigen Form erhalten.

Insgesamt will ich versuchen, dem Bezirk ein noch besseres Image zu geben. Ein Bezirk, der nicht weit weg ist von Berlin und doch seinen ganz eigenen Charakter hat. Der attraktiv ist, als Wohn-, Arbeits- und Ansiedlungsstandort für Unternehmen. Der aber auch über natürliche Ressourcen, wie Wasser Wald und Wiese verfügt.
Es ist ganz wichtig, dass wir in Spandau auch die guten Leute halten und für „positiven Zuzug“ sorgen. Zu dem besseren Image haben u. a. auch die Zitadellenkonzerte beigetragen. Studentisches Wohnen, welches ich mir gut in der Wilhelmstadt vorstellen könnte, wäre ein weiterer positiver Baustein. Ebenso eine private Hochschule, die den Bezirk auch nachhaltig strukturell verändern/verbessern würde.

 

Bürgerschaftlichem Engagement und Bürgerbeteiligung

Im Bürgerprogramm der CDU-Spandau ist viel von bürgerschaftlichem Engagement und Bürgerbeteiligung die Rede. Bedeutet Ehrenamt nicht auch privates Engagement dort, wo „der Staat“ aus Geldmangel oder anderen Gründen versagt hat?

Dieser Eindruck darf nicht entstehen. So darf bürgerschaftliches Engagement nicht bewertet werden – dazu darf es nicht (ver)kommen.
Ich will das mal an einem Beispiel festmachen, welches mich in den letzten Jahren intensiv beschäftigt hat. Das ist der Zustand von Kinderspielplätzen. Dort haben wir über 100.000 Euro an privaten Geldern eingeworben. Wir haben über 25 Spielplätze, wo wir Spielplatzpaten -Vereine, Eltern oder Kitas und Schulen – gefunden haben, die sich auch um den Spielplatz kümmern. Ich habe auch dort immer deutlich gemacht: „Euer Engagement ist für uns so notwendig, sonst könnten wir den erreichten Qualitätsstandart so überhaupt nicht halten. Es ersetzt aber nicht unsere Pflicht, Kontrollen durchzuführen, dass die Spielplätze auch sicher sind, dass die Spielgeräte funktionieren.“ Man darf ehrenamtliches Engagement nicht überfordern. Man muss es aber auch fordern und fördern. Es muss erkennbar sein, dass es ein partnerschaftliches Miteinander gibt. „Raum für Kinderträume“ ist ein Beispiel dafür, dass dies funktioniert.

 

Es wird keiner daran vorbeikommen, besonders die Flächen, die der Bezirk angemietet hat, zu überprüfen.

Politik zu betreiben bedeutet oft auch, Entscheidungen zu treffen, die keine einhellige Zustimmung finden werden. Solche Konfliktfelder werden vor der Wahl gerne ausgeklammert. Wo sehen Sie trotzdem die Notwendigkeit, auch dann aktiv zu werden?

Ich will einmal mit Dingen beginnen, die „weh getan haben“, vor denen ich mich nicht weggeduckt habe. Die Bezirksverwaltung wurden auf weniger Fläche neu geordnet, damit wir weniger Gebäudekosten haben. Durch meine Initiative, mit sehr viel Beteiligung des Personalrates und der Betroffenen selbst, sparen wir jedes Jahr über 600.000 Euro ein. Das war ein Kraftakt über zwei Jahre, zu planen, zu korrigieren, zu beteiligen und überzeugen und letztendlich auch umzusetzen. Bei diesen Optimierungen wird es auch in den nächsten Jahren weiter gehen. Das ist ein ständiger Prozess. Wenn man notwendige Dienstleistungen für die Bürger aufrecht erhalten will, wenn man Stadtbibliotheken vor Ort haben will, Sport- und Jugendangebote aufrecht erhalten will und vieles mehr – und das will ich – dann muss man an anderer Stelle versuchen, möglichst effizient zu sein.

Viel Kritik musste ich einstecken, weil ich Mietverträge mit dem Bund für die Bruno-Gehrke-Halle neu abgeschlossen habe. Wir haben alle Sportvereine mit dem jetzigen Konzept weiter untergebracht. Damit sparen wir jedes Jahr über 200.000 Euro, allein 100.000 Euro Miete. Das war mit sehr vielen Angriffen verbunden, die sehr unsachlich und unsportlich waren, die unter die Gürtellinie gingen. Es war aber notwendig, da wir ansonsten beim Jugend- und Sportangebot in und auf bezirkseigenen Flächen massiv hätten eingreifen müssen. Es wird keiner daran vorbeikommen, besonders die Flächen, die der Bezirk angemietet hat, zu überprüfen.

 

Gute Rahmenbedingungen

Spandau ist immer noch Berlins größter Industriebezirk, auch wenn die große Zeit der industriellen Beschäftigung schon längst vorbei ist. Arbeitslosigkeit ist ein großes Problem in Spandau. Welche Strategien werden Sie verfolgen, um neuen Arbeitgebern den Bezirk schmackhaft zu machen?

Zum einen muss man noch besser als zuvor darstellen, was der Bezirk zu bieten hat. Dazu gehören auf der einen Seite die fantastischen natürlichen Potentiale, die Spandau hat: Wasser, Wald, gute Wohnstandorte, gute familiengerechte Angebote, das wird immer wichtiger, auch bei den Arbeitgebern.
Man muss natürlich auch darstellen, welche Firmen schon über Jahre in Spandau sind und welche sich neu angesiedelt haben.
Dafür möchte ich gerne ein Netzwerk „Made in Spandau“ ins Leben rufen. Hier sollen die Unternehmer, die sich schon über Jahre in Spandau wohlfühlen, die auch wissen, dass wir gute Rahmenbedingungen, schnelle Bau- und sonstige Genehmigungen schaffen,…

Es gehört auch dazu, dass man mit positiven neuen Beispielen zeigt, dass Spandau ein investitionsfreudiger und -freundlicher Bezirk ist. Dazu zählen natürlich auch die aktuellen Ansiedlungen, die im SiemensTechno Park gerade entstehen, wie dem Bosch-Siemens-Hausgerätewerk, aber auch die Ansiedlung kleinerer Unternehmen, wie z. B. die Spezialtischlerei Rolf Rissel. Gerade Letzterer betonte, dass er gerade hier in Spandau ganz besonders gute Bedingungen vorgefunden hat und deswegen aus dem Umland hierher gezogen ist und damit auch neue Arbeitsplätze geschaffen hat.
Für mich ist klar, dass nicht nur das Verwalten der Arbeitslosigkeit Chefsache ist, sondern vor allem das Schaffen neuer Jobs Chefsache ist und bleibt.

 

Gründerwettbewerb

In Neukölln gibt es einen Wettbewerb, der junge Unternehmensgründer motiviert und ihnen mehr Aufmerksamkeit verschafft. Gibt es konkrete Ansätze für einen Gründerwettbewerb in Spandau?

Ein Gründerwettbewerb funktioniert nur, wenn man dafür Partner hat. Partner in der Wirtschaft, wie z. B. der Wirtschaftshof, mit dem wir eng zusammen arbeiten, der in der Bestandspflege, aber auch in der Unterstützung von Neugründungen sehr aktiv ist, aber auch große Unternehmen. Siemens hatte z. B. Neugründer durch besondere Konditionen unterstützt. Dieses zu verstetigen und zum Teil der regulären Wirtschaftspolitik des Bezirkes zu machen. Das halte ich für wichtig. Dabei soll auch das Netzwerk „Made in Spandau“ dienen. Drei Mitarbeiter in der Wirtschaftsverwaltung des Bezirksamtes werden nicht allein all das leisten können, was man sich für den Bezirk wünscht. Dazu bedarf es weiterer helfender Hände.

 

Netzwerk „Made in Spandau“

Netzwerk „Made in Spandau“ hört sich spannend an. Wie soll das aussehen?

All diejenigen, die in Spandau etwas produzieren, egal, ob Ware, Gedanken oder Dienstleistungen und sich dem Standort verpflichtet fühlen, die wollen wir gerne zusammenbringen. Damit man auf der einen Seite untereinander Kontakte knüpft, aber auch sehen kann, wie man nicht nur für sein Unternehmen, sondern auch für den Standort Spandau etwas tun kann, was hinterher allen, aber auch wieder dem eigenen Unternehmen dient.

 

Jobcenter zur Chefsache machen

Wie auch Helmut Kleebank, wollen Sie das Jobcenter zur Chefsache zu machen. Was kann die „kleine“ Politik vor Ort erreichen, wenn „große“ Politik über finanzielle Kürzungen wie z.B. beim ALG II entscheidet? Welche vordringlichen Schwerpunkte sehen Sie in der Zusammenarbeit mit dem Jobcenter?

Zunächst gilt es festzuhalten, dass die bisherige Verantwortung für die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter bei dem SPD Sozial- und Gesundheitsstadtrat Martin Matz lag und noch liegt. Von daher wundert es mich ein wenig, dass gerade die SPD die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter kritisiert. Das ist berechtigte Selbstkritik – na immerhin…
Mir ist wichtig, dass wir im Bereich der Jobcenter eine noch bessere Abstimmung bekommen, zwischen dem Jobcenter Spandau und Maßnahmen, die auch dem Bezirk konkret dienen. Gleichzeitig geht es darum, gerade älteren Arbeitnehmern wieder sinnvolle Aufgaben und berufliche Perspektiven und jüngeren Spandauern eine vernünftige berufliche Qualifizierung zu geben.
Die Koordination und Kooperation einzelner Projekte ist nicht immer optimal.
Bei Maßnahmen, die in Zusammenarbeit mit dem Bezirk stattfinden, wird darauf geachtet, dass keine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt entsteht. Damit schafft man sich sonst nur seine eigenen Probleme von morgen. Ich weiß, dass es in anderen Bezirken mehr „Helfer“ in Grünanlagen gibt als Mitarbeiter im Grünflächenamt… das kann auf Dauer nicht gut gehen und das wird es mit mir in Spandau nicht geben.

Manch einer klagt über die fehlende Kompetenz oder auch ausgesprochene Unfreundlichkeit einiger Jobcenter-Mitarbeiter. Es wird mehr gefordert als gefördert. Lässt sich dies ändern?

Das ist von einem Bezirksbürgermeister nur sehr schwer zu ändern. Wobei ich auch sagen möchte, dass es auch immer wieder in allen Bereiche der Vorwurf ist, das der verbindliche Ton nicht eingehalten wird. Das ist aber auch keine Einbahnstraße und gilt entsprechend auch umgekehrt. Kunde, wie Mitarbeiter sind da gleichermaßen angesprochen.
Als Mitarbeiter im Jobcenter ist man schwierigen Situationen ausgesetzt. Man muss dann bestimmt auftreten, aber man kann auch bestimmt UND freundlich auftreten. Das erwarte ich, aber auch, dass es vernünftige Förder- und Qualifizierungsangebote gibt Wenn die aber nicht angenommen werden, finde ich es auch absolut wichtig und richtig, zu fordern –getreu dem Motto: fordern UND fördern. Es kann nicht sein, dass bei bestimmten geförderten Maßnahmen nach zwei Tagen die Hälfte der Maßnahmenteilnehmer von einer Grippewelle erfasst ist. Es gibt viele, die arbeiten wollen – und die es intensiv zu unterstützen gilt, es gibt aber auch einige, denen man auch Druck machen muss.

 

Herr Röding, ich danke Ihnen für dieses Gespräch!

 

Ralf Salecker

Teil 1 des Interviews mit Carsten Röding

Interview mit dem SPD-Kandidaten