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Meine erste Kanutour des Jahres in Spandaus Klein Venedig


Oder wie mein vorlautes Mundwerk mich in der Kälte leiden ließ

Voriges Wochenende saßen wir noch entspannt bei 20 Grad in der Sonne, genossen unser erstes Eis im Freien und freuten uns an dem tollen Frühlingswetter.

Die Bäume in Tiefwerder lassen auf frühlingshaftes Wetter hoffen.

Die Bäume in Tiefwerder lassen auf frühlingshaftes Wetter hoffen.

Leichtsinnig bot ich einen Artikel über die erste Kanufahrt des Jahres an. April, April. Diesen Sonntag fror ich schon auf dem Fahrrad ohne Handschuhe. Bei knapp 10 Grad Außentemperatur und viel Wind, musste mein Mann überredet werden, das Kanu aus dem Bootshaus zu zerren. („Das kann nicht dein ernst sein. Es ist so kalt.“)

Auch andere Paddler trotzen dem Wetter

Ausgerüstet mit Mütze, Schal und Handschuhen machten wir uns also auf den Weg und brachten den Kanadier zu Wasser. Belohnt wurden wir mit dem Anblick vieler knospender Bäume, frühlingshaft sprießenden Büschen und vier anderen mutigen Paddlern. Unverdrossen machten wir unsere Tour durch Klein Venedig. Während die Boote des Pro Sport Berlin e.V. und die des Yachthafen schon wieder geslippt sind, wird im Bootshaus Wax noch fleißig gewerkelt. Hier kommen die Boote erst am 21. April wieder ins Wasser. Viel ist aber noch nicht los, hier und da ist ein Kapitän dabei sein Boot für die erste Fahrt auf Vordermann zu bringen. Besser sieht es da schon in den Gärten aus. Es werden fleißig Stiefmütterchen gepflanzt und auf fast jeder Parzelle ist jemand am arbeiten.

Die Kanupolospieler lassen sich von ein bisschen Wind nicht abhalten.

Die Kanupolospieler lassen sich von ein bisschen Wind nicht abhalten. Fotos (8): Kirsten Stamer

Für Kanupolo ist es offenbar nie zu kalt

Die Enten jedoch scheinen noch im Wintermodus. Den Kopf unter das Gefieder gesteckt, dösen sie auf Baumstämmen oder auch auf dem ein oder anderem noch zugedecktem Boot. Doch als wir wieder in den Südhafen kommen, können wir unseren Augen kaum trauen: die Kanupolospieler bringen ihre Netze ans Wasser. Ausgerüstet mit Neoprenanzug und Schwimmweste kommen sie mit ihren Kajaks an den Steg und los geht’s. Ein echter Sportler lässt sich eben von ein bisschen kaltem Wetter nicht abhalten. Wir jedoch sind froh, das Kanu wieder verstauen zu können und in die warme Wohnung zu laufen. Auf die erste richtige (und warme) Kanutour warte ich vielleicht doch lieber noch ein paar Tage.

Kirsten Stamer

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Mit 120-Tonnen Kran auf einem Beachvolleyballfeld in Spandau


Die Boote in Tiefwerder müssen in ihr Winterlager

Majestätisch schwebt die „Seemöwe“ über den Strand des Beachvolleyballfeldes in Tiefwerder. Eine Seemöwe? In Tiefwerder? Na gut, das Boot ist vielleicht etwas schwerer als seine Namensgenossin, außerdem kann es nicht alleine fliegen; es hängt an zwei Gurten an einem 120-Tonnen Kran.

Heute werden in Tiefwerder die Boote geslippt. Der große Kran fährt auf das Beachvolleyballfeld, die Spieler sind schon längst

Klaus Gottschalk

Klaus Gottschalk auf seiner Mallorca.

in die Halle umgezogen. Boot für Boot wird an Land gehoben und zum Winterschlaf aufgebockt. „Viel dürfen wir hier nicht machen“, erzählt Klaus Gottschalk, Mitglied im Pro Sport Berlin 24 e. V. Sparte Wassersport Tiefwerder. „Im Sommer sind hier ja vier Volleyballfelder und um den Sand nicht schmutzig zu machen, sind Arbeiten wie zum Beispiel das Abschleifen nicht erlaubt.“ Die Volleyballer spielten ja schließlich Barfuss. Dank unter gelegter Planen darf aber zumindest eine Schutzfarbe aufgetragen werden um den Algen in der kommenden Saison keine Chance zu geben. Abgekerchert werden die Boote, vor dem Slippen, in einer der umliegenden Werften. Gut kann man jetzt die verschiedenen Kiele der Boote erkennen. Die Motorboote haben einen längeren Kiel, einige der Segelboote einen Ballastkiel um wie ein Pendel beim Segeln ihr Gleichgewicht zu halten.

Je mehr desto billiger

„Die Segelboote kommen aus dem Stößensee“, erklärt der zweite Vorsitzende der Wassersparte Tiefwerder, Gerd Preiß. Er ist zuständig für die Kanu- und Bootsleute, die hier ihren schwimmbaren Untersatz liegen haben. Hier am neuen, neun Meter langen, Steg in Tiefwerder liegen etwa elf Motorboote, fünf Segelboote kommen aus dem Stößensee, um hier ihr Winterlager aufzuschlagen. „Das wird dann ja auch für alle billiger“, hatte mir vorher Gottschalk erzählt. „So ein Kran kostet etwa 1400 Euro.“ Der große Kran muss deshalb sein, weil sein Arm besonders lang sein muss, um die Boote aus dem Wasser und ans Land zu befördern. Das Gegengewicht bietet der 120 Tonnen Kran, auch wenn die Furchen, die er in den Platz fährt, schon mal einen halben Meter Tief sind. Die Reihenfolge der Boote ergibt sich demnach auch aus ihrem Gewicht; die leichtesten stehen am Zaun, die schwersten, manche um die acht Tonnen, möglichst nah am Kran.

Flug der Mallorca

Gerd Preiß

Gerd Preiß vor dem Kran auf dem Volleyballfeld. Fotos (7): Kirsten Stamer

Endlich ist auch Klaus Gottschalks „Mallorca IV“ an der Reihe. „Musst du paddeln? – Dann mach dich schon mal auf den Weg“, rufen ihm seine Vereinskameraden zu. Gemeinsam wird das Boot an die Stelle gepaddelt, an der der Kran es aus dem Wasser heben kann. Die Gurte werden befestigt. Gerd Preiß fällt Gott sei Dank noch auf, dass die „Mallorca“ noch am Steg festgemacht ist, und auf geht es durch die Luft bis zu den Böcken in der Mitte des Sandplatzes. Zwei Vereinsmitglieder halten das Boot mit Tauen stabil und beim Ablassen auf die Böcke müssen alle mit anpacken. „Ist er jetzt gerade?“, fragt Gottschalk aufgeregt und flitzt noch einmal um sein Boot. „Das ist nicht gut, wie ihr das gemacht habt, der Bock muss weiter rüber“, hört man von den zehn Männern die um das Boot stehen. Jetzt ist auch eine Plastiktüte um die Schraube gut erkennbar. „Das war also dein Motorschaden“, stellt ein Vereinskollege fest.

Um zehn wird eine Pause eingelegt, alle gehen zum Frühstück in das Vereinshaus, in dem schon eine liebevoll gedeckte Tafel auf sie wartet. „Das Zusammenkommen und die Gemeinschaft ist ja auch das wichtigste im Verein“, stellt Gottschalk fest. Und nun, da seine „Mallorca“ sicher auf dem Sandplatz ruht, schmeckt der Kaffee und die Brötchen bestimmt noch einmal so gut.

Kirsten Stamer

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Eine Fahrt auf den Kanälen von „Klein Venedig“


Spandau mal ganz anders. Auf den Spuren von „Klein Venedig“.

Ein großes Dankeschön geht an Thomas Gade von Oxly – Boot für den Bericht und diese schönen Impressionen.

Tiefwerder liegt mitten im Ortsteil Wilhelmstadt und setzt sich zusammen aus dem Pichelswerder Waldgebiet, den Tiefwerder Wiesen und den Freiheitswiesen. Im Norden wird das Gebiet durch die Teltower Straße und die Ruhlebener Straße eingegrenzt, im Osten durch das Gelände des Wasserwerks Tiefwerder, im Süden durch die Havel und im Westen durch den Tiefwerder Weg und die kanalisierte Havel. Wegen den unzählig kleinen Kanälen, die das Gebiet durchziehen und die Bewohner und Erholungs Suchenden sich hier teilweise nur per Boot fortbewegen, wird es auch „Klein-Venedig“ genannt.

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Wenn man in Berlin zu Besuch ist und den Spreewald sucht, findet man ihn möglicherweise bereits in Spandau Tiefwerder. Eine Fahrt auf  den Kanälen von „Klein Venedig“ ähnelt den Kahnpartien auf den Fließen. Mitten in der Hauptstadt und doch ganz weit weg.

Enge Kanäle in Klein Venedig

Enge Kanäle in Klein Venedig

Die Wasserwege sind teilweise so schmal, dass ein Ausweichen bei entgegenkommenden Booten sich als recht schwierig gestaltet. Wenn es mal nötig sein sollte unauffindbar abzutauchen, ist diese märchenhafte Umgebung genau der richtige Ort. Getarnt als Angler auf einem Kahn unter einem Baum, ohne Handy, eingefügt in die örtliche Stille, bricht der Kontakt zur urbanen Außenwelt vollständig ab.

Mitten in Spandau. Niemand zu sehen, niemand zu hören.

Mitten in Spandau. Niemand zu sehen, niemand zu hören.

Die Anwohner im Gebiet Tiefwerder genießen eine Ruhe, die im belebten Spandau nur schwer zu finden ist.

 

„Ein schnelles, kraftraubendes, dynamisches Spiel“

Leo Luberichs ist Kanupolo-Trainer im VMW

Über Spandau entlädt sich die Spannung der letzten Tage. Auf heiß und drückend folgt jetzt nass und stürmisch. Blitze erhellen den dunkel gewordenen Himmel, danach grollt der Donner. Kein optimales Wetter für Kanupolo. „Bei Gewitter kann man immer schlecht einschätzen wie weit man jetzt hinausfahren kann, oder überhaupt. Man will ja auch nicht gegrillt werden“, meint Leonard Florian Luberichs, kurz Leo. Der Sportwart und Trainer der Herrenmannschaft im VMW wird heute 22 und hat mir, zwischen Geburtstag feiern und Training, Gesprächszeit eingeräumt. Aus dem Training wird heute leider

Leo Luberichs ist Trainer im VMW

Leo Luberichs ist Trainer im VMW

nichts. Manche Paddler rufen an, andere ziehen angesichts des Wetters unverrichteter Dinge wieder ab.

Über die verschiedenen Mannschaften und das Training

Wir sitzen trocken im Vereinshaus neben Tafeln mit Meisterschaftsgewinnen. Leo kam vor elf Jahren zum Kanupolo. „Wir sind hergezogen und ich habe mich für Wassersport interessiert“, erzählt er. Er habe dann Rudern ausprobiert. Was fehlte war der Ball. Dann habe man ihn gefragt ob er nicht einmal das Kanupolo probieren wolle. „Mittlerweile habe ich alle Altersklassen durch“, erklärt er. Von der Schülermannschaft, in die Jugendmannschaft zu den Junioren und nun im Herrenteam, auch als Trainer. Alle Altersklassen sind auch heute noch in der Vereinigung Märkischer Wanderpaddler zu finden. Nur die Frauenmannschaft setzt zu Zeit aus. „Da kommt dann die Familie dazu, Arbeit und irgendwann hat man dann nicht mehr so viel Zeit fürs Training“. Denn das hat es in sich. Bei drei Einheiten die Woche, kann auch ein sportlicher Mensch in Zeitnöte geraten. Leo löst es in seiner Ausbildung in der Hotelbranche folgendermaßen. „Ich nutze die freien Tage, außerdem kann ich mich für Frühschichten eintragen lassen“. Aber trotzdem sei es schon ein großer Unterschied zur Schulzeit.

Über die Vereinigung Märkischer Wanderpaddler

Der VMW ist ein junger Verein mit alter Tradition. Er wurde im Jahre 1921 gegründet und das Vereinshaus in Tiefwerder bereits 1927 errichtet. Die Mitglieder sind heute jedoch zur Hälfte zwanzig oder jünger. Auch Wanderpaddler sind nicht mehr

Bei Kanupolo kann es heiß hergehen

Bei Kanupolo kann es heiß hergehen

viele da. „Kanupolo ist einfach ansprechender für junge Menschen“, meint der Trainer, „ein schnelles, kraftraubendes, dynamisches Spiel“. Bei fünf Spielern je Mannschaft mit einem Wasserball in Volleyball Größe auf einem 23 mal 35 Meter kleinem Spielfeld, kann man sich das in etwa vorstellen. Gefährlich sei der Sport heute jedoch nicht mehr. Mit Helm mit Visier und Weste ist jeder Spieler ausgestattet, seine Beine stecken ja im Boot. – Welches in diesem Fall ein Kajak ist, also ein geschlossenes Boot mit Doppelpaddel, welches jedoch unter die Kategorie Kanu fällt. „Das einzige, was in Gefahr ist, sind die Finger“, meint Leo. Nur wenn zu Beginn des Spiels der Ball vom Schiedsrichter in die Mitte geworfen wird und zwei Spieler ihn ergattern wollen,“ kann es schon einmal sein, dass man übereinander fährt.“ Aber keine Angst, die Eskimorolle wird schon den Schülern beigebracht. Irgendwie muss man den Körper ja auch wieder aus dem Wasser bekommen. Auch die Paddel würden relativ häufig vom Ball getroffen und brächen dann. „Dass ist dann ärgerlich“, meint er, denn so ein Paddel kostet zwischen 400 und 600 Euro und allzu häufig macht die Haftpflichtversicherung das auch nicht mit. „Besonders lustig ist es, wenn die Paddel beim Start abbrechen“, erzählt Leo. Die Spieler würden sich durch den Druck auf das nicht mehr vorhandene Blatt dann häufig selbst versenken. „Die tauchen dann wieder auf mit diesem verwirrten Gesichtsausdruck, weil man erst einmal verstehen muss, dass das Paddel abgebrochen ist“.

Kanupolo im VMW

Im VMW steht das Kanupolo für jedermann offen. Bis zur Jugendklasse wird das Kajak vom Verein gestellt, ab Junioren muss

So sieht das Spiel in der Halle aus

So sieht das Spiel in der Halle aus

ein Eigenes für etwa 1200 Euro her. „Natürlich bekommt aber jeder von uns zu Anfang eines geliehen“, beruhigt er, „sonst sitzt er nachher auf einem Boot, das er gar nicht braucht“. Also auf zum VMW oder einem der anderen fünf Vereine die in Berlin Kanupolo betreiben, übrigens durch aus erfolgreich. Die Schülerklasse des VMW wurde im letzten Jahr deutscher Meister und auch der Kajak-Club Nord-West Berlin e. V. und der Verein für Kanusport Berlin e. V. spielen in den obersten Ligen.

Kirsten Stamer

Sanfte Riesen in Tiefwerder

Wasserbüffel als Rasenmäher im Landschaftsschutzgebiet

Wasserbüffel in Tiefwerder

„Asiens Rinder weiden nicht mehr nur an Chinas Reisterrassen“ beginnt die rbb Abendschau ihren Bericht über die neuen Bewohner der Tiefwerder Wiesen in Spandau.

Um 12.32 Uhr betrat der Leitbulle vorsichtig sein neues 14 Hektar großes Reich. Erst langsam, dann sehr schnell folgten die anderen 6 Tiere. Kurz zuvor hatten Carsten Röding (Baustadtrat), in Vertretung für das Bezirksamt Spandau, Henning Molz für die Untere Naturschutzbehörde und Hans Joachim Ernst vom Landschaftspflegeverband Spandau den Vertrag über die Pflege der Wiesenflächen durch die Wasserbüffel im Landschaftsschutzgebiet Tiefwerder Wiesen unterschrieben.

Doch beginnen wir am Anfang. Die Tiefwerder Wiesen sind ein Landschaftsschutzgebiet zwischen Heerstraße und Havelchaussee in der Spandauer Wilhelmstadt. Zehntausende Autofahrer fahren tagtäglich an den Schönheiten dieser Landschaft vorbei. Einzig die 30er-Zone an der Freybrücke nahe dabei wird als Hemmschuh empfunden, weil hier auf die Bremse getreten werden muss. Bald soll diese Brücke durch einen Neubau ersetzt werden.


Vor sehr langer Zeit war hier einmal eine Auenlandschaft. Übrig geblieben ist eine weitläufige feuchte Wiesenlandschaft, die von schmalen Wasserarmen durchzogen ist. Klein-Venedig, eine seit über 70 Jahren existierende Kleingartenkolonie besiedelt die Ufer der Havel-Altarme.

Carsten Röding, Henning Molz und Hans-Joachim Ernst unterschreiben den Landschaftspflegevertrag.

Carsten Röding, Henning Molz und Hans-Joachim Ernst unterschreiben den Landschaftspflegevertrag.

Seit einigen Jahren führt ein Bohlensteg Spaziergänger und Radfahrer trockenen Fußes durch das Wiesenareal. In diesem werden sich nun, gesichert durch einen 10.000 Euro teuren Elektrozaun sieben Wasserbüffel als biologische Rasenmäher betätigen. „Vorsicht freilaufender Bulle – Lebensgefahr“ steht auf kleinen Warnschildern am Zaun.

„Hilfe, die Büffel kommen! Sie kommen aus Asien, suhlen sich gerne ausgiebig in Wasserlöchern und röhren ganz furchterregend: asiatische Wasserbüffel.“ Schreibt der Berliner Kurier und schürt damit völlig ungerechtfertigt Angst vor den sanften Riesen. Bis zu einer Tonne schwer können Wildtiere werden, die domestizierten bringen es gerade einmal auf 500 Kilogramm.

Weil sie bessere Futterverwerter sind, als normale Rinder und gut mit der feuchten Umgebung umgehen können, sind sie die idealen Vierbeiner, um die Wiesenflächen kurz zu halten und durch den Verbiss wuchernder Weiden eine offene Graslandschaft zu schaffen, in der – hoffentlich – bald viele Bodenbrüter und Kleinsäuger ihr Zuhause finden.

Viele Jahre Überlegungen, Planungen und Gespräche waren notwendig, um in den Tiefwerder Wiesen asiatische Wasserbüffel anzusiedeln. Nach drei Jahren werden die Rinder dann als wohlschmeckendes Biofleisch enden. Cholesterin- und fettarm dürfte es ein begehrtes Produkt sein, so wie es auch anderswo in Brandenburg verzehrt wird.

Ein Hundebesitzer mit zwei nicht angeleinten Hunden möchte, dass diese fremden Tiere möglichst schnell verschwinden: „Am besten abschießen – alle …“.

Carsten Röding teilt diese Ansicht nicht: „Positiven Zuzug haben wir immer gerne in Spandau“, argumentiert er gegenüber der Abendschau.

Die Meinungen sind geteilt. Viele Spaziergänger reagieren erfreut über die Neuankömmlinge von einen Biolandbetrieb in Fahrland, die über den Winter abgeholt werden. Dann sind auch die Tore des Zauns offen, um Anwohnern weiterhin das Schlittschuhlaufen auf den Wasserflächen zu ermöglichen. Im Sommer haben die Vierbeiner hier das Hausrecht …

Etwas anders sieht dies Helmuth Klatt von der Interessenvertretung der Freunde Klein-Venedigs. Seine Erfahrungen mit dem Bezirksamt waren nicht so positiv: Vor Jahren verließen viele Pächter auf Druck des Bezirksamtes ihre Gärten. Ein Gericht nannte dieses Vorgehen später verfassungswidrig. Millionen wurden im wahrsten Sinne des Wortes „versenkt“ um eine Insel zu schaffen, die kurz danach versunken ist. Nur ein Schild „Betreten verboten“ zeugt noch von diesem gescheiterten Versuch. Die Bewohner haben also kein Vertrauen in die Ansiedlungsmaßnahmen, auch wenn nicht alle von ihnen die neuen Nachbarn ablehnen. Sie fühlen sich ausgegrenzt.

Ein anderer Grund ist die bange Vorstellung von Heerscharen von Besuchern, die hier ihren Müll hinterlassen. Schon jetzt beseitigen die Anwohner in kleineren Aktionen immer wieder die Hinterlassenschaften der Besucher.

Ralf Salecker