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Hertha verpasst Tabellenspitze

Bereits im Vorfeld zum Lokalderby im Olympiastadion zwischen dem Tabellenzweiten Hertha BSC und dem FC Union in der 2. Bundesliga war viel los

Seit Tagen war in ganz Berlin und Spandau, dem Bezirk mit angeblich den meisten Hertha-Fans, die Derbystimmung zu spüren. Zu dem besonderen Anlass präsentierte der United Colors Fanclub der Blau-Weißen sogar ein eigens komponiertes Lied. Doch bei einigen Anhängern stieg die Energie bedauerlicherweise bis ins kriminelle.

Ausverkauftes Olympiastadion beim Lokalderby. Mittlerweile ist auch der Fanprotest zum "Sicheres Stadionerlebnis" verstummt.

Ausverkauftes Olympiastadion beim Lokalderby. Mittlerweile ist auch der Fanprotest zum „Sicheres Stadionerlebnis“ verstummt. Foto: Patrick Rein

Schmierereien am Vereinsbus

Unbekannte verschafften sich unerlaubt Zutritt auf ein Betriebsgelände der Verkehrsbetriebe in Rudow auf dem der Vereinsbus der Unioner abgestellt war und besprühten diesen mit Hertha BSC Logo und Schriftzug. Zwar konnten die Schmierereien schnell wieder entfernt werden, dennoch wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Auch Hertha BSC drohte Konsequenzen an, sollten die Täter aus dem eigenen Umfeld stammen.

Emotionen ausgelöst

Auch Hertha Trainer Jos Luhukay versuchte mit einer Wutrede am Donnerstag die Emotionen seiner Spieler im Hinblick auf das Lokalderby sowie die anstehenden Aufgaben zum Wiederaufstieg zu wecken. Dies gelang anscheinend mehr als gewünscht, denn im Training gerieten Maik Franz und Michel Lasogga so heftig aneinander, dass beide aus dem Kader fürs Spiel gegen Union gestrichen wurden.

Früher Rückstand

Am Montagabend überraschte dann das Auftreten der Heimmannschaft aus Charlottenburg im ausverkauften Rund des Olympiastadions. Während die Eisernen locker aufspielten und gerade im Zweikampfverhalten überzeugten, wirkten die Herthaner verunsichert. Ergebnis war ein früher unglücklicher Rückstand den der FC in der zweiten Halbzeit sogar auf 2:0 ausbauen konnte. Erstmals in dieser Spielzeit lief der BSC einem Zweitorerückstand hinterher. Eine Viertelstunde vor Schluss konnte dann Ramos den Anschlusstreffer erzielen und fünf Minuten vor  Spielende gelang dem wieder ein Mal überzeugendem Ronny mit einem sehenswerten Freistoßtreffer der Ausgleich.

Hertha hält mit dem Unentschieden und Tabellenplatz zwei weiterhin Aufstiegskurs und auch die Unioner halten Anschluss an den Relegationsplatz, an dem Hertha BSC in der letzten Saison im Skandalspiel gegen Düsseldorf scheiterte und den bitteren Gang in die 2. Liga antreten musste.

Patrick Rein

Hertha BSC hält weiter Aufstiegskurs

Berlins Zweitligist überwindet trotz Rückstand das FSV Frankfurt Trauma und gewinnt das letzte Spiel dieses Jahres

"Bei aller Dialogbereitschaft habt ihr vergessen mit uns zu reden"

„Bei aller Dialogbereitschaft habt ihr vergessen mit uns zu reden“

Nach holprigen Start und der bisher einzigen Niederlage gegen den FSV Frankfurt sowie dem Aus im DFB-Pokal hat sich Hertha BSC gefangen und steht mit deutlichem Vorsprung auf einem Aufstiegsplatz. Dabei bot das letzte Heimspiel am vergangenen Samstag gegen eben diesen „Angstgegner“ aus der Mainmetropole erst wenig Erfreuliches: Nasskaltes Wetter und ein zerfahrenes Spiel.

Gleich eine Großchance zu Beginn der Partie führte noch nicht zum Torerfolg.

Gleich eine Großchance zu Beginn der Partie führte noch nicht zum Torerfolg.

Wieder Stille zu Beginn

Nachdem in der letzten Woche von der DFL das umstrittene Konzeptpapier „Sicheres Stadionerlebnis“ abgesegnet wurde, gaben auch an diesem Spieltag die Fans darüber ihren Unmut kund indem sie die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden keine (oder kaum) Gesänge anstimmten. Auf einem Plakat der Mitgereisten Frankfurter Fans war währenddessen zu lesen: „So könnte es sein“. Nach den „Schweigeminuten“ kam dann doch wieder Stadionatmosphäre auf und auf der Rückseite des Transparents der hessischen Fangruppe war nun zu sehen: „Doch so soll es sein!“. Auch die Hertha-Fans kritisierten auf einem Banner das Fan-Clubs trotz ausgesprochener Dialogbereitschaft nicht einbezogen waren.

"Ob es regnet oder schneit, jeder hat für Hertha Zeit", heisst es passend in der Vereinshymne.

„Ob es regnet oder schneit, jeder hat für Hertha Zeit“, heisst es passend in der Vereinshymne. Fotos (3): Patrick Rein

Wenig los in Durchgang eins

Doch es wurde auch Fußball gespielt. Und auch wenn die Hauptstädter klar spielbestimmend waren, so gelang die Führung in der zweiten Hälfte jedoch den Gästen. Viele Zuschauer glaubten bereits an die zweite Niederlage gegen den FSV bevor dann Marcel Ndjeng und der in dieser Spielzeit überragende Ronny mit ihren Toren das Spiel drehten und für einen erfreulichen Jahresausklang sorgten. Zumindest bis heute Abend ist Hertha sogar Tabellenführer. Erst dann trifft der bisherige Spitzenreiter Eintracht Braunschweig auf den zweiten Berliner Vertreter FC Union. Zumindest heute werden viele Spandauer, Berliner und Herthaner für 90 Minuten ausnahmsweise mal den Köpenickern die Daumen drücken um auf Platz 1 der Tabelle zu überwintern.

Lokalderby im Februar

Damit ist es nach der Winterpause dann aber auch wieder vorbei, denn bereits am zweiten Spieltag,  Montag den 11. Februar, kommt es im Berliner Olympiastadion zum nächsten Lokalderby zwischen dem BSC und den Eisernen. Mittlerweile sind dafür bereits über 60.000 Karten verkauft.

Patrick Rein