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Wowereit zu Fuß durchs Falkenhagener Feld

Jugendtheaterwerkstatt, B-Traven-Oberschule und Siegerland-Grundschule waren Stationen beim Besuch des Regierenden Bürgermeisters.

Zum anstehenden Jubiläum von 50. Jahre FF (Falkenhagener Feld) hatten Ehrenamtliche und Spandaus Bundestagsabgeordneter Swen Schulz den Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit (beide SPD) geladen. Zusammen mit dem Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (ebenfalls SPD) standen dabei Besuche aber auch Gespräche in der Jugendtheaterwerkstatt als auch der Siegerland-Grundschule auf dem Programm.

Gewohnt locker gab sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in der Jugendtheaterwerkstatt und führte das Telefonat eines Mitarbeiters fort.

Gewohnt locker gab sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in der Jugendtheaterwerkstatt und führte das Telefonat eines Mitarbeiters fort.

Finanzen und Perspektiven

Die Jugendtheaterwerkstatt – seit einem Jahr in der Gelsenkircher Straße 20 beheimatet – hat sich in ihrem siebenjährigen bestehen zu einem Erfolgsprojekt entwickelt und im Problemkiez schon zahlreichen Jugendlichen eine Perspektive jenseits der „Straße“ gegeben. Die gekürzten finanziellen Mittel aus der Jugendhilfe waren daher auch Thema des Gesprächs mit Wowereit. Dieser war sich zwar der Problematik bewusst, stellte jedoch auch fest, dass „umso erfolgreicher ein Projekt wird, desto höher wird der finanzielle Bedarf.“ Dennoch müssten weiterhin auch unliebsame Entscheidungen getroffen um möglichst vielen Einrichtungen gerecht zu werden. Gerade wenn ein Projekt sich erfolgreich entwickle, müsse es sich irgendwann selbst finanziell tragen. Im Fall der Jugendtheaterwerkstatt, einer kulturellen Bereicherung des Bezirks auf hohem Niveau, trägt der Bezirk die Kosten der Bewirtschaftung und hatte auch die Sanierung des Gebäudes übernommen.

Zu Fuß verschaffte sich Klaus Wowereit zusammen mit Helmut Kleebank einen Überblick über das Falkenhagener Feld.

Zu Fuß verschaffte sich Klaus Wowereit zusammen mit Helmut Kleebank einen Überblick über das Falkenhagener Feld.

Soziale Stadt stärken

Hervorgehoben wurde beim Rundgang von allen Beteiligten – unter anderem auch dem Quartiersmanagement – die Bedeutung der Initiativen für die Soziale Stadt. „Die Bundestagsabgeordneten von CDU und FDP haben die Förderung zusammengestrichen“, kritisierte Swen Schulz. „Zum Glück sind Senat und Abgeordnetenhaus in die Bresche gesprungen. Aber das ist natürlich keine Dauerlösung. Vielmehr muss der Bund seine Fördermittel deutlich erhöhen, damit die guten Projekte dauerhaft finanziert werden können.“ Besonders ärgerlich sei, dass Abgeordnete sich vor Ort gerne sozial geben während sie im Bundestag diese Politik der Kürzungen unterstützten.

Beim Abschlussgespräch in der Siegerland-Grundschule informierten sich die drei SPD-Politiker über Probleme im Bildungsbereich.

Beim Abschlussgespräch in der Siegerland-Grundschule informierten sich die drei SPD-Politiker über Probleme im Bildungsbereich. Fotos (3): Patrick Rein

PR-Tour oder Problembewusstsein?

Auch in der Siegerland-Grundschule freute man sich über den Besuch und Schülerinnen als auch Schüler hatten ein großes Programm auf die Beine gestellt. Schulleitung sowie Kita-Vertreter hingegen nutzten die Gelegenheit um auf ihre Probleme bei Räumlichkeiten, Personal aber auch einer zu frühen Einschulung aufmerksam zu machen. Während auch die Besuche des Bezirksbürgermeisters, beispielsweise im Rahmen der Bildungstour, von den unterschiedlichsten Einrichtungen begrüßt werden und damit verbunden eine mediale Aufmerksamkeit erweckt wird, sieht die CDU-Fraktion die vor-Ort-Termine wohl eher argwöhnisch. Deren Bezirksverordneter Thorsten Schatz äußerte in Bezug auf eine anscheinende Unkenntnis Kleebank’s über die Neugestaltung der barrierefreien berlin.de-Seiten: „Vielleicht sollte der Bezirksbürgermeister sich erst einmal in seinen eigenen Fachabteilungen über die jeweiligen Projekte und Arbeitsstände informieren, statt auf PR-Tour durch den Bezirk zu tingeln.“

Klaus Wowereit schien selbst jedoch begeistert von der engagierten Arbeit im Falkenhagener Feld, so dass der zeitlich vorgesehene Rahmen deutlich überschritten wurde. Swen Schulz dazu: „Das Interesse und die Gesprächsbereitschaft ist auch eine wichtige Form der Anerkennung.“

Patrick Rein

 

Chance auf Verbleib von Tegel?

Nach der vierten Verschiebung des Hauptstadtflughafens BER auf unbestimmte Zeit keimt wieder Hoffnung für einen Erhalt Tegels auf

Während sich die einen auf eine fluglärmfreie Zeit nach der Schließung Tegels freuten, andere hingegen die Beeinträchtigungen durch den Großflughafen Schönefeld fürchteten, steigen nun die Chancen für den Betrieb von zwei Berliner Flughäfen. Grund dafür sind die weltweit diskutierten Schwierigkeiten Berlins und Brandenburgs beim Bau des Prestigeprojekts. Wowereit hat den Aufsichtsratsvorsitz nun abgegeben, Schwarz als Geschäftsführer wird abgelöst, Eröffnungstermin ungewiss und gegen die geplanten Flugrouten drohen nun Klagen aus Brüssel. Derweil hält überwiegend Tegel den gestiegenen Flugverkehr aufrecht.

Probleme beim Großflughafen machen Tegel vorerst weiter unverzichtbar.

Probleme beim Großflughafen machen Tegel vorerst weiter unverzichtbar. Foto: Patrick Rein

In Tegel investieren

Auch wenn der Bezirk Reinickendorf sich schon mit der Nachnutzung des frei werdenden Geländes beschäftigt, dürften die Bürgervorschläge auf den Internetseiten des Bezirks diesbezüglich momentan nur auf Einen hinauslaufen: „Nutzt das Gelände doch als Flughafen! Berlin braucht einen Airport.“ Der mittlerweile seit fast einem Jahr eigentlich eingestellte Flugbetrieb muss mindestens noch über 2013 hinaus fortgeführt werden. Dafür muss nun aber in Anlagen investiert werden, da die  Not- beziehungsweise Übergangslösung länger als geplant anhält.

Schönefeld reicht nicht aus

Da kaum eine Fluggesellschaft als auch die Betreiber selbst weiter Geld zum Fenster rauswerfen will, mehreren sich die Stimmen, welche für einen Erhalt Tegels auch bei einer Eröffnung Schönefelds plädieren. Neben den finanziellen Aspekten ist hin und wieder auch zu hören, dass die herbeigesehnten Fluggastzahlen von Schönefeld allein nicht bewerkstelligt werden können. Beide Punkte sprechen klar für einen Fortbetrieb Tegels. Daher wirbt nun auch eine Online-Petition für die Offenhaltung.

Meinungen geteilt

Grundstücksspekulanten dürften über diese Pläne ebenso wenig begeistert sein, wie Personen die seit Jahren unter dem Fluglärm leiden. Dennoch: Eine Vielzahl der SpandauerInnen haben sich an diesen gewöhnt, registrieren ihn kaum noch. Viele würden eher sogar den kurzen Anfahrtsweg als Start in den Flugurlaub vermissen als darauf verzichten zu wollen. Bedauerlich bleibt – egal wie die unendliche Geschichte ausgehen mag – dass es nie geschafft wurde den Otto-Lilienthal-Airport mittels U- oder S-Bahn besser ins öffentliche Nahverkehrssystem einzubinden.

Patrick Rein