Ulrich Funk, Leiter Freilichtbühne Spandau, im Gespräch

Am Sonntag findet das erste Konzert der Saison statt

Als Ulrich Funk in der Freilichtbühne an der Zitadelle eintrifft, fragt er sofort nach „seinen Jungs“. Die sind dabei die Bühne für den ersten Auftritt der Saison am Sonntag Betriebsfähig zu machen. „Sollen die Lautsprecher unter der Bühne nicht besser auf Paletten?“, gibt Funk zu bedenken. Aber nein, die Lautsprecher haben im letzten Jahr auch so gestanden und das Schallloch in der Verkleidung liegt auch in entsprechender Höhe. „Vor etwa 14 Tagen ist uns ein Ahornbaum aufs Dach gefallen“, erzählt der Leiter des Kulturhauses Spandau und der Freilichtbühne. Scheiben, Dach und Zaun mussten seit dem ausgewechselt werden. „Der 30 Meter hohe Baum hat uns im Zeitplan etwas zurückgeworfen“, gibt Funke zu. Aber am Sonntag sei man zum Auftritt des „Frauenblasorchester Berlin“ auf jeden Fall bereit. Das Orchester spielt in diesem Jahr im Rahmen der Reihe Umsonst & Draußen, die sich Leiter Funk extra zum 90 Jährigen Jubiläum der Bühne einfallen lassen hat.

Ulrich Funk am Eingang der Freilichtbühne

Ulrich Funk am Eingang der Freilichtbühne

„Ich habe Umsonst & Draußen immer gemocht, als es noch im Tempodrom gegeben wurde“, erklärt er, „also haben wir uns in diesem Jahr eine Reihe für die Freilichtbühne ausgedacht“. Vom Mai bis zum September sind hier an zwölf Terminen, meist Sonntag Morgens, Konzerte zu hören. Vom „Berliner Klarinettenchor“ bis zum „Magic of Gospel“ wird hier Vielseitigkeit gezeigt. „Nur so können kleine Institutionen überleben“, gibt Funk zu bedenken. Auch im restlichen Programm setzt der Leiter seit zwölf Jahren auf die Bunte Mischung. „Wenn man immer wieder die gleiche Oper gibt ist das zwar schön, aber wenn es einmal nicht gefällt, kommt die ganze Saison keiner“.

Noch sind die Reihen leer

Noch sind die Reihen leer

Bevor am 26. Juni 1921 der Theaterdirektor Otto de Nolte die Freilichtbühne mit der ersten Aufführung eröffnete, war das Gelände Sommerreitplatz der Spandauer Garnison. Seit dieser Zeit ist an der Bühne gar nicht allzu viel verändert worden. Nur die Ton- und Lichttechnik sei natürlich mit der Zeit anspruchsvoller geworden, erklärt Funk. Auch das Dach über der Bühne wurde nachträglich angebracht. „Aber ansonsten befindet sich das Theater fast im Ursprungszustand.“

Sein eigener Favorit in diesem Jahr ist „Ich suche deine Sterne und will nicht schlafen“. Hier trägt Adelheid Kleineidam, die schon häufiger für das Kulturhaus auftrat, zusammen mit fünf Musikern und der Sängerin Betty Vermeulen ihre liebsten Gedichte, Songs und Geschichten zur Liebe vor. Über die Bekanntschaft mit Kleineidam kam Funk dann auch an „The Capital Dance Orchestra“. Die Berliner Big-Band tritt in diesem Jahr zum ersten Mal in der Freilichtbühne auf. „Außerdem haben wir das Duo ‚Schwarzblond‘, die schon oft im Kulurhaus gespielt haben und nun auch einmal draußen auftreten wollten und ‚Fips Asmussen‘, wo immer alle Fragen – lebt der noch? – ja und er tritt auch noch auf“, erklärt Funk. Zusammen mit „Partner für Spandau“ veranstalte man außerdem „Gemeinsam sind wir hundert“ zum 90. beziehungsweise 10. Jubiläum. Mit Party und DJ bis Mitternacht können es sich die Spandauer hier bei einem kleinen Snack oder Bier der Gastronomie gut gehen lassen.

„Das einzige, dass wir in diesem Jahr nicht machen ist Punk“, stellt Funk fest. Ich bin erstaunt, dass es so etwas überhaupt schon gegeben hat. „Oh doch solche Veranstaltungen hatten wir, aber das Problem ist immer die Lautstärke, da wir hier im Freien nicht unbegrenzt die Musik hochdrehen können“. Ein weiteres Problem sei, dass die Punker immer mehr tränken als sie vertrügen. „Die drohen uns dann immer in der Havel zu ersaufen“, erklärt er das Dilemma.

Die Zuschauer kämen übrigens nur zu 30 Prozent aus Spandau. Weitere 30 Prozent kämen aus dem Umland und der Rest aus Berlin und „Sonstewo“.

Von dem Ufer an der Feilichtbühne bietet sich ein schöner Blick auf die Zitadelle

Am Ufer an der Feilichtbühne bietet sich ein schöner Blick auf die Zitadelle

„Auch immer mehr Touristen sehen unseren Internetauftritt und denken sich, da gehen wir hin“, erklärt Funk. Im Internet sind dann auch unter anderem die Karten für die Veranstaltungen zu bekommen und das Programm einzusehen. Wer lieber etwas in der Hand hat und das persönliche Gespräch schätzt bekommt die Karten aber natürlich auch im Kulturhaus oder im Gotischen Haus.

Ich gehe, das Team arbeitet weiter an der Vorzeigbarkeit des durch die Wintermonate gezeichneten Theaters. „Nach dem Winter warten ja auch immer wieder Überraschungen auf uns“, meint der Kulturhausleiter, „Waschbären, die sich im Theater wohlfühlen oder Nester von anderen Tieren, die Leisten der Bänke modern über den Winter durch und müssen ausgetauscht werden…“ Dann wünschen wir dem Team von der Freilichtbühne an der Zitadelle noch viele anpackende Hände, damit die Arbeit am Sonntag zum ersten Auftritt der Saison getan ist.

Kirsten Stamer


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